Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser von Fleischer/Metzger-Blog
es ist für mich immer wieder eine große Bereicherung, deutlich zu spüren, wie die Beiträge und Kommentare, die auf Fleischer/Metzger-Blog durch verschiedene Autoren und Kommentatoren verfasst werden, auf positive Resonanz stoßen. Und das gilt gleichermaßen für Sie als Fleischerei-Kunde/Kundin oder Sie als Fleischer/Metzgermeister/In.
So vermittelte mir auch Fleischermeister Andreas Grämmel, Juniorchef in der Detmolder Fleischerei E. Grämmel bei meiner telefonischen Kontaktaufnahme sofort das Gefühl, mit meinem Anliegen willkommen zu sein, über „OWL-Fleischereien mit strategischem Konzept“ zu berichten. Denn er ist Leser und Nutznießer meiner Sachbücher aus der „Fleischerei mit Fadenkreuz!“-Reihe. Des weiteren ist er regelmäßiger Leser der Fleischer/Metzgerblog-Beiträge und -Kommentare und stets aufgeschlossen, sein Wissen fachlich zum Nutzen seiner Kundschaft zu erweitern.
Wir vereinbarten einen Montag-Nachmittag zum Gespräch in der Fleischerei. Der Montag-Nachmittag ist Ruhetag.
Nach den ersten einleitenden Sätzen erläuterte mir Andreas Grämmel die derzeitige Struktur des Unternehmens wie folgt
Der Standort
Das Ladengeschäft
Das Ladengeschäft mit angrenzender, handwerklicher Produktion und hauseigenem Parkplatz ist Lagesche Str. 28 in 32756 Detmold. Es liegt an einer der Hauptverbindungsstraßen zwischen Detmold und Lage und ist nur 500 Meter Luftlinie vom zentralen Marktplatz der Stadt Detmold entfernt. Es ist gleichermaßen gut per Fußläufigkeit und auch per Auto zu erreichen.
Die Wochenmärkte
Die Fleischerei E. Grämmel beschickt zudem drei Wochenmärkte der Nachbarschaft
Detmold
dreimal die Woche am Dienstag, Donnerstag und Samstag
Lage
zweimal die Woche am Dienstag und Freitag
Horn-Bad Meinberg (im Ortsteil Horn)
einmal die Woche am Mittwoch
Die Haupt-Verantwortlichkeiten
Die Hauptverantwortlichkeiten innerhalb des Unternehmens sind wie folgt aufgeteilt
Produktionsleitung: Fleischermeister Andreas Grämmel; man beschäftigt drei Gesellen.
Märktebeschickung und dortiger Verkauf: Fleischermeister Eckhard Grämmel
Ladengeschäft: Fleischermeisterin Alexandra Grämmel (Schwester des Andreas Grämmel)
Als überzeugten Handwerksmeister brauchte ich Andreas Grämmel nicht lange zu bitten, mir die Produktion zu zeigen. Stolz schwingt in seiner Stimme, als er mir einen jüngst investierten Kutter erläutert, der so manch einen Arbeitsgang automatisiert, der bis vor kurzem noch per Hand und Muskelkraft durchgeführt werden musste.
Ein Mann, der das tradierte und bewährte Unternehmenskonzept mit Umsicht und Überzeugung vertritt. Denn im Gespräch erlebte ich einerseits einen Handwerksmeister mit großem Stolz auf das Erreichte und andererseits einen Mann mit einem klaren unternehmerischen Konzept für die Zukunft.
Sodann lerne ich Alexandra Grämmel kennen. Sie leitet das Ladengeschäft und sorgt dort kunden-orientiert für die so wichtige Wohlfühlatmosphäre.
Unmitttelbar darauf stößt auch der Senior Eckhard Grämmel dazu. Ich bin gespannt.
Die bedeutendsten Zielgruppen und Angebots-Schwerpunkte
Man ist außergewöhnlich kommunikativ. Ich brauche kaum Fragen zu stellen. Die Informationen sprudeln nur so. Ich muss nur darauf achten, das Gespräch in den richtigen Bahnen zu halten, denn schließlich gilt es, das Erfolgsgeheimnis des Betriebes für die verehrte Kundschaft sichtbar zu machen.
Es war für mich faszinierend zu hören, mit welcher Präzision und Überzeugung man seine Kunden- oder Zielgruppen eingrenzt. Man konzentriert sich nämlich in Sortiment, Warenpräsentation und Service auf die Kundengruppe die dem stationären Fleischer-Fachgeschäft Vertrauen entgegenbringt. Zu dieser Kundschaft gehört derjenige, der bereit ist, für herausragende Qualität angemessen zu bezahlen, gegebenenfalls auch einen kleinen Umweg zu machen oder auf den nächsten Markttag zu warten.
Auch Kunden, die durchaus auch zur Zielgruppe von Supermärkten und Discountern gehörten, schätzten das Fleischer-Fachgeschäft, so Andreas Grämmel, da das Preis/Leistungsverhältnis der Fleischerei E. Grämmel als angemessen wahr genommen würde und die Produkte somit im wahrsten Sinne des Wortes als preis w e r t eingestuft würden.
In der Produktion und im Angebot, so erläutert der Senior sodann, habe man zwei „Standbeine“: Schlesische Spezialitäten und lippische Delikatessen aus eigener handwerklicher Herstellung, die man zum größten Teil ganzjährig vorhalte.
Man sei seit 1952 in Detmold ansässig.
Durch Konzentration auf diese beiden „Sortimente“ und deren Liebhaber habe man sehr schnell in der Region Fuß gefasst und kontinuierlich Vertrauen bei der Kundschaft erworben.
Der Betrieb werde heute in dritter Generation geführt und stamme ursprünglich mit seiner ersten Niederlassung im Jahre 1897 aus Jauer in Niederschlesien. Jauer sei auch der Geburtsort des Seniors. Dieser konnte seinen berechtigten Stolz nur schwer verbergen, in der dortigen Friedenskirche, die kürzlich als Weltkulturerbe anerkannt wurde, getauft worden zu sein. Aus jener Zeit und jener Region, so der Senior, stammten auch die traditionellen schlesischen (Familien-)Rezepte, die man für die Herstellung der angebotenen schlesischen Spezialitäten pflege und kultiviere. Zielstrebig und kontinuierlich habe man sich sodann in Detmold auch bewusst die lippischen Spezialitäten erschlossen, die man standortgemäß nach den regional-typischen Rezepten in handwerklicher Produktion und individueller Würzung herstelle. Hierbei mache man keine nennenswerten Unterschiede in der Bestückung der Ladentheke oder der Waren-Präsentation auf den Wochenmärkten.
Sowohl das Angebot regional-typischer lippischer Spezialitäten wie auch das Sortiment an schlesischen Delikatessen werde überwiegend ganzjährig vorgehalten. Der Kundenkreis rekrutiere sich überwiegend aus Qualitäts-Liebhabern mit Regional-Bewusstsein, die gleichermaßen regionale und traditionelle Produkte zu schätzen wüssten. Durch die bewusste Konzentration auf die Wünsche und Erwartungen dieser Kundengruppe habe man im persönlichen Beratungsgespräch auch frühzeitig bemerkt, wie man seiner Kundschaft einen Kauf entscheidenden und Emotionen steigernden Zusatznutzen stiften könne. Und diesen Nutzen erkannte man in der
Nutzen-Kombination aus Qualitäts-Konstanz und Zeitgewinn für den Kunden
Man konzentrierte sich fortan verstärkt auch auf die Herstellung der erläuterten regional-typischen Sortimente als „regional-typische Convenience-Produkte“. Wie Eckhard Grämmel hierzu erläutert, habe man von Anfang an darauf geachtet, dem Kunden unter Wahrung der Qualitäts-Konstanz hierbei den Zeitgewinn so groß wie irgend möglich zu machen. Man habe deshalb sehr schnell die unteren Convenience-Stufen von küchen- und zubereitungsfertig übersprungen und liefere heute dem Kunden das Höchstmaß an Convenience bzw. Zeitersparnis in Form von gar- bzw. verzehrfertigen Produkten.
So habe der Kunde die Wahl zwischen Produkten, die er zu Hause nur noch warm zu machen brauche und dem Angebot von Produkten aus der „heißen Theke“, die er vor Ort im Ladengeschäft oder als „Menü to go“ genießen könne. Dieses Angebot halte man nicht nur im Ladengeschäft sondern auch auf den Märkten vor. Es würde täglich frisch gekocht.
Unter der Nutzung der jüngsten Erkenntnisse der thermischen Industrie liefere man zudem eine Styropur-Verpackung, die ein Höchstmaß an Wärmekonservierung ermögliche.
Die Renner
a) Die Renner unter den lippischen Spezialitäten
Die Renner unter den lippischen Spezialitäten seien
Lippische Kohlwurst
Wurstebrei
und Rinderwurst
Alle Produkte würden zielstrebig in besonderer Qualität hergestellt und möglichst bereits am Herstellungstag verkauft. Denn durch die besondere Anpassungsfähigkeit eines handwerklich strukturierten Familien-Unternehmens könne man auf Nachfrageschwankungen kurzfristig reagieren. Frische sei oberstes Gebot. Bestseller der letzten drei Monate sei die regionale Spezialität „Rinderwurst – heiß“.
Viele Ex-Lipper, die es in andere Regionen Deutschlands verschlagen habe, würden sich in der Vorweihnachtszeit im November/Dezember anlässlich von Verwandten-Besuchen mit den betreffenden regional-typischen Spezialitäten buchstäblich „eindecken“.
b) Die Renner unter den schlesischen Spezialitäten
Zu den „Klassikern“ zählten hier zunächst einmal Brühwurst-Spezialitäten wie
Gekochte Krakauer und rohe Krakauer,
regional-typische Würstchen nach tradierten Rezepten aus Jauer
sowie Kümmelwürstchen
In der Advents- und Weihnachtszeit sei unter den schlesischen Spezialitäten die schlesische Weihnachts-Weißwurst der Renner. Diese müsse ganz besonders frisch sein, da sie roh sei. Hier habe man sich in der Wahrnehmung durch die Kundschaft inzwischen eine Sonderstellung erarbeitet, da auch die schlesische Weihnachts-Weißwurst in einer unverwechselbaren, über Jahrzehnte vom Fleischer-Fachgeschäft optimierten und wohl schmeckenden Rezeptur hergestellt würde.
Die schlesische Weihnachts-Weißwurst werde stets paarweise produziert und einmal abgedreht. Die beiden sodann verbleibenden Enden würden mit einem Clip verschlossen.
Der Verkauf der schlesischen Weihnachts-Weißwurst begänne stets am Dienstag in der ersten Adventswoche, in diesem Jahr also am
Dienstag, den 24. November 2009
Je näher die Festtage rückten, umso intensiver würde die Nachfrage. Insbesondere an Heilig Abend kämen die Kunden „scharenweise“, da in vielen Familien das „schlesische Weißwurst-Essen“ Tradition sei. Hierbei kämen die Kunden aus ganz OWL. Man habe im letzten Jahr gar Wurstpakete der schlesischen Weihnachts-Weißwurst hoch in den Norden Deutschlands bis nach Sylt und in den tiefen Süden bis nach Rosenheim verschickt.
Saison-Produkte hätten an allen Verkaufsstellen (gleichgültig, ob Ladengeschäft oder Markt) einen vom Kunden deutlich wahrnehmbaren Sonderplatz. Zurzeit (konkret seit Dienstag, 24. November 2009) würde dieser Sonderplatz von der schlesischen Weihnachts-Weißwurst beansprucht. Diesen Platz müssten dann auch Bestläufer aus dem Standard-Sortiment wie gekochte Zwiebelwurst, Mettwurst im Geleemantel oder Rostbratwurst freigeben.
Das Ladengeschäft aus Kundensicht
Das Ladengeschäft empfängt Sie als Kunden mit Bedientheke, heißer Theke und einem ansprechenden Sitzplatz-Bereich für Vor-Ort-Verzehr. Der Snack-Bereich umschließe hierbei
Heiße Würstchen, Frikadellen, Schnitzel, verschiedene Eintöpfe, Nudelgerichte, warme Braten und Backschinken. Man pflegt einen Ausschank für heißen Kaffee. Man hat eine eigene Website. Ein Webshop sei angedacht. Derzeit erhalte man die Online-Aufträge per eMail und versende in der ganzen EU.
Der überwiegende Teil der (Stamm-)Kundschaft zähle zu der Altersgruppe 50+. Der Großteil dieser Kundengruppe käme regelmäßig. Die Jüngeren kämen eher unregelmäßig. Man habe vielfach über Alexandra Grämmel ein nahezu familiäres Verhältnis zu seinen Kunden aufgebaut. Man kenne seine Kunden und wisse, was der einzelne wolle. Viele Handwerker unter den Kunden kauften z. B. morgens auch deshalb belegte Brötchen in der Fleischerei E. Grämmel, da man auch die Brötchen täglich selber backe. Einige unter ihnen erkundigten sich bereits beim morgendlichen Einkauf, was es denn mittags wohl zu essen gäbe.
Das Marktgeschäft
Beschickung und Verkauf auf den erwähnten drei Wochenmärkten in Detmold, Lage und Horn-Bad Meinberg liegt in den Händen von Fleischermeister Eckhard Grämmel. Eckhard Grämmel bezeichnet sich mir gegenüber als reinen „Marktmenschen“. Während die Wochenmärkte in Lage und Horn-Bad Meinberg relativ weit entfernt liegen, hat der Detmolder Wochenmarkt nur eine Entfernung von etwa 500 Metern vom Detmolder Ladengeschäft der Fleischerei. Da könnte die Vermutung nahe liegen, man mache sich selber Konkurrenz oder – in der betriebswirtschaftlichen Marketing-Terminologie ausgedrückt: man „kannibalisiere“ sein Angebot mit den eigenen Produkten. An der folgenden Antwort des Eckhard Grämmel wird wieder einmal mehr deutlich, wie kunden-orientiert man denkt bzw. wie sicher man in der Kunden-Einschätzung ist:
Das Marktgeschäft, so der Fleischermeister, ziehe grundsätzlich einen ganz anderen Kundentypus als das Ladengeschäft. Auf einen Markt kämen Kundinnen und Kunden, die die markt-typische, lockere Atmosphäre bevorzugten, ein „kleines Schwätzchen“ an verschiedenen Ständen machen wollten und zudem in Fußläufigkeit frische Ware an verschiedenen Ständen zu erhalten gedächten. Die besondere Atmosphäre und der Branchen-Mix seien auf dem Wochenmarkt sehr anziehend. Der typische Marktkunde sei deshalb nur schwer zu überzeugen, auch mal ein Ladengeschäft aufzusuchen.
Herkunftsnachweis und innerbetriebliche Kontrollstufen
Man kaufe sein Fleisch bei Bauern in der Region OWL und kenne seine Lieferanten persönlich. Zudem überzeuge man sich kontinuierlich von deren Fütterungsmethoden. Das im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte gewachsene Vertrauensverhältnis vermittle man überzeugend dem Endverbraucher. Die einzelnen innerbetrieblichen Produktionsstufen unterlägen der ständigen verantwortungsbewussten Eigen-Kontrolle durch Andreas Grämmel. Die EU-Zertifizierung bestünde seit zwei Jahren.
Man spüre in seiner (Stamm-)Kundschaft deutlich den Vertrauensvorschuss, den man genösse, da man der handwerklichen „Qualität aus Meisterhand“ vertraue und niemand Einzelheiten hinterfrage oder gar einen Herkunftsnachweis erwarte, den man natürlich auf Wunsch selbstverständlich liefern könnte.
Tischkultur
Im Hause Grämmel endet der Service nicht an der Ladentheke. Man „begleitet“ den Kunden mit seinen Produkten und Informationen bis in sein Haus. Man stellt sich dort die Verzehr-Situation der Grämmel-Erzeugnisse vor und weiß offenbar um die Bedeutung von kleinen „Memorabilia“, die während des täglichen Frühstücks genutzt werden. Mit großer Weitsichtigkeit bindet man hierbei auch die Sonder-Zielgruppe Kinder mit ein. Denn erstens sind das die Kunden von morgen und zweitens haben Kinder einen beachtlichen Einfluss auf die Einkaufs-Entscheidung ihrer Eltern. Zudem fällt die Entscheidung, eine Fleischerei aufzusuchen in aller Regel bereits zu Hause und nicht erst während eines Spaziergangs durch die Detmolder Altstadt. In konsequenter Verfolgung dieses Ziels, die ganze Familie inkl. Kinder über Memorabilia einzubinden, habe man einen
Kaffee-Becher in feinstem Porzellan entwickeln lassen, auf welchen über die Vorlage eines qualifizierten brancheninternen Künstlers das Hermanns-Denkmal (mit Hinweis auf das Varus-Jahr 2009) sowie Adresse und Daten der Fleischerei E. Grämmel eingearbeitet seien. Der Kaffee-Becher erfreue sich ungebrochen großer Beliebtheit und Nachfrage.
Zubereitungs- Empfehlungen für Außer-Haus-Gerichte
Gute Erfahrungen habe man zudem mit Zubereitungs-Empfehlungen für Außer-Haus-Gerichte gemacht, die offenbar gut bei der Kundschaft „ankämen“, da diese insbesondere für saison-spezifische Erzeugnisse gewünscht würden.
Kreativität
Aufgrund der insgesamt vier Verkaufs-Standorte (Ladengeschäft in Detmold, Marktbeschickung in Lage, Detmold und Horn-Bad Meinberg) habe man einen bemerkenswert großen Stammkundenkreis und käme insbesondere über die Märkte immer wieder in Kontakt mit Neukunden. Durch den persönlichen Kontakt könne man die Wünsche und Erwartungen der Kundschaft erfahren und entsprechend agieren. Nicht selten präsentiere ein Neukunde ein unbekanntes Wurstprodukt mit der Bitte, dieses entsprechend seiner Zusammensetzung handwerklich zu produzieren. Schon so manch ein Neukunde wäre durch Erfüllung dieses Wunsches zum Stammkunden geworden.
So habe man ferner die eigen hergestellte Salami dem Kundenwunsch entsprechend bereits in sieben Sorten unterschiedlicher Würzung im Angebot, bevor man dieses Jahr (2009) eine ganz außergewöhnliche Salami kreiert habe.
Wie Fleischermeister Andreas Grämmel hierzu mitteilt, habe er sich die Frage gestellt, wie man anlässlich des Varus-Jahres dem aktuellen Anlass entsprechend etwas ganz Außergewöhnliches in Geschmack, Form und Präsentation entwickeln könne. Es sollte eine ganz spezielle Salami werden. Denn man feiere in Detmold im Jahre 2009 das Varusjahr mit einer Sonder-Ausstellung und schließlich stünde auch das Hermanns-Denkmal im Lippischen.
Hierzu wählte man für die zu schaffende achte Salami-Varietät zunächst einmal eine würzig-aromatische Geschmacks-Alternative. Sodann konzentrierte man sich auf die Wurst-Form, Namensgebung und –Präsentation. Eine geschickte, abstrahierende Nachbildung vom weltbekannten Hermanns-Denkmal im Teutoburger Wald sollte es werden. Die Idee wird umgesetzt: Die Wurstform wird durch einen speziell ausgeformten Darm vorgegeben, in welchen das Brät abgefüllt wird und wo es sorgsam reift. Als Namen wählt man dem aktuellen Anlass entsprechend
„Hermanns-Sieger-Salami“.
Präsentiert wird die „Hermanns-Sieger-Salami“ in einer entsprechend angepassten mit einer Denkmals-Ansicht bedruckten dekorativen Hülle. Darauf steht der Verkauf fördernde und Exclusivität vermittelnde Satz „nur echt mit dem Schwertzipfel“. Die achte Salami-Variante konkurriert seither um die Gunst der Kundschaft erfolgreich mit den anderen Salamiprodukten des Hauses, ohne diese jedoch zu kannibalisieren. Die Kreation hat den WDR veranlasst, die „Hermanns-Sieger-Salami“ im Rahmen einer OWL- Sondersendung mit einem Report zu würdigen, der als DVD vorliegt.
Auszeichnungen:
Kunden-orientiert, wie man im Hause Grämmel nun einmal denkt, ist man sich auch der nachhaltigen Wirkung von Meisterbrief, verbrieften Auszeichnungen und Pokalen bewusst.
Hierzu sind die offenkundigen Qualitätsmerkmale der Grämmel-Erzeugnisse mehrfach auf
Internationalen Wettbewerben gewürdigt worden. Beispielhaft erwähnt Fleischermeister Andreas Grämmel hierzu:
Man habe erfolgreich u. a. am französischen „Concours international du boudin blanc“ teilgenommen, man sei 1998 deutscher Meister für schlesische Weißwurst geworden und habe auf der IFFA 2007 fünf Goldmedaillen abgeräumt. (Näheres dazu unter der Website www.graemmel.de). Entsprechende Hinweise finden sich nicht nur auf der Website, sondern auch deutlich vom Kunden wahrnehmbar im Ladengeschäft.
Erfolgsgründe
Bei der Fleischerei E. Grämmel handelt es sich um einen handwerklich strukturierten Familienbetrieb, der durch ein deutlich wahrnehmbares Profil eine bedeutsame Reichweite erlangt hat.
Das Gründungsjahr 1897 sowie die Kontinuität in der Erbfolge sorgen für Vertrauen.
Gute Erreichbarkeit des Ladengeschäfts sowie regelmäßige Wochenmarkt-Teilnahme an drei verschiedenen Städten der Region stabilisieren die Wahrnehmung des Unternehmens bei Ihnen, dem Endverbraucher.
Durch die Vielzahl der Kundenkontakte im Ladengeschäft u n d auf den Wochenmärkten erhält man eine Vorstellung über Tendenzen, Trends und die Erwartungshaltung der Kundschaft.
Zu den Erfolgsgründen zählen des Weiteren:
Konzentration auf klar definierte, qualitätsbewusste Zielgruppen sowie auf Kundengruppen, die gute Qualität günstig, also im wahrsten Sinne des Wortes preisw e r t einkaufen möchten.
Eingrenzung der qualitätsbewussten Zielgruppen auf Liebhaber regional-typischer Erzeugnisse unter Fixierung auf lippische Regional-Produkte und schlesische Spezialitäten nach tradierten (Familien-)Rezepten.
Weitestgehender Verzicht auf SB-Ware sondern Focus auf Beratung
Größtmögliche Metzgerfrische als oberstes Gebot. Strenge Orientierung am entsprechenden Wunsch des Kunden und dessen quantitativer Aufnahmebereitschaft – denn die Produkte sollen möglichst jeweils am Herstellungstag verkauft werden.
Frühzeitiges Erkennen und Aufgreifen des Convenience-Trends
Hierbei Orientierung an größtmöglicher Nutzenstiftung für den Kunden durch
trendgerechte Nutzen-Kombination von Qualitäts-Konstanz regionaler Erzeugnisse und Zeitgewinn für den Kunden
Stichwort: Regionales oder regional-typisches Convenience-Qualitätsprodukt der höchsten Zeitersparnis-Stufe für den Kunden
Hierdurch wird man aus Kundensicht buchstäblich unverwechselbar.
Außergewöhnlich hoher und sicherlich hart erarbeiteter Vertrauensvorschuss durch die Kundschaft in Hinblick auf Fleisch-Provenienz und innerbetriebliche Produktionskontrolle.
Kreativität, die sich in der Streckung von Bestläufern äußert, wodurch man dem Kunden Abwechslung bietet (z.B. a c h t Salami-Sorten oder bis zu 40 Sorten Aufschnitt).
Aufgreifen aktueller Ereignisse mit Regional-Bezug. Hierdurch bringt man dem Lokalpatrioten (und das ist in Lippe so manch einer) besonderen Respekt entgegen. Durch Kauf einer Hermanns-Sieger-Salami kann sich so manch ein Kunde als Lokalpatriot outen.
Flexibilität gegenüber Herstellungs-Sonderwünschen des Kunden
Die deutlich sichtbare Präsentation besonderer Qualifikation (Meisterbrief, Auszeichnungen und Pokale) untermauern die herausragende Kompetenz der Fleischerfamilie.
Gedankliche „Begleitung“ des Kunden bis in sein Wohn/Esszimmer. Analyse der Verzehr-Situation beim Kunden, Beeinflussung der Tischkultur des Kunden durch Andienen von Kaffee-Bechern mit dezentem Werbe-Hinweis sowie durch Zubereitungs-Empfehlungen für Außer-Haus-Gerichte
In der OWL-Region Lippe, wo man auf seine Geschichte als Fürstentum Lippe besonders stolz ist, dort genießt ein Fleischerfachgeschäft, das sich in seinen Bemühungen der Region und Traditionspflege widmet, besonderes Ansehen.
Im übrigen ist man auch in der Fleischerei E. Grämmel von der Vorteilhaftigkeit einer Vorstellung hier auf Fleischer/Metzger-Blog im Interesse der verehrten Kundschaft überzeugt. So könne man Ihnen, dem Kunden durch einen Einblick in Entwicklung und derzeitige Struktur des Betriebes auch die Zielsetzung für die nächsten Jahre erläutern. Denn schließlich wolle man auch in Zukunft insbesondere von Ihnen, „dem qualitäts- und preisbewussten Kunden mit Regionalbewusstsein“ als eine der führenden Fleischereien mit Ladengeschäft und Wochenmarkt-Angeboten in OWL wahrgenommen werden.
Man sieht deshalb weiteren Beiträgen in der Reihe „Kunden-orientierte Erfolgs-Modelle in OWL“ mit Interesse entgegen, da sie die Vorteilhaftigkeit eines Einkaufs in einem handwerklich strukturierten Fleischerfachgeschäft deutlich machten und folglich zur deutlichen Abgrenzung gegenüber Supermärkten und Discountern beitrügen.
Nachstehend sehen Sie die Kontaktdaten der Fleischerei E. Grämmel
Fleischerei E. Grämmel
Lagesche Straße 28
32756 Detmold
Telefon: 05231-25772
www.graemmel.de
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Link zu Beitrag No. 1 der Serie: „Kunden-orientierte Erfolgsmodelle aus OWL“ (Landfleischerei A. und B. Goldbecker, Borgholzhausen )
Link zu Beitrag No. 2 der Serie: „Kunden-orientierte Erfolgsmodelle aus OWL“ (Fleischerei Wolfgang Müller, Paderborn)
Link zu Beitrag No. 3 der Serie: „Kunden-orientierte Erfolgsmodelle aus OWL“ (Landfleischerei Rau, Gütersloh-Isselhorst)