Archiv für die Kategorie ‘Erfolgs-Modelle (19) plus’

Das alljährliche Großereignis im niedersächsischen Raume Uslar: Das traditionelle Hoffest der Fleischerei Otte

Juni 15, 2009

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

sicherlich sind auch Ihnen die verschiedensten Methoden zur Kundenbindung vertraut wie z. B. Kundenkarten, Wettbewerbe, Goodwill-Aktionen, Image-Aktionen, Sponsoring und Events wie „Haus der offenen Tür“ o. ä. Und vielleicht haben sich auch bei Ihnen einige wenige Aktivitäten als ganz besonders wirkungsvoll erwiesen.

Im Falle der Landfleischerei Otte in 37170 Uslar-Schönhagen im Solling hat sich die inzwischen vierte Ausgabe des Hoffestes am 5. Juli 2009 ab 10 Uhr mit „Open End“ gegen 19 bis 20Uhr zu einem überregional bedeutsamen Event gemausert. Laut Aussagen von Heinrich und Daniel Otte sollen „Großverpflegung“ und „Unterhaltung mit vielseitigen Rahmenprogramm“ auch dieses Jahr wieder viele tausend Besucher und auch etliche Berufskollegen locken.

Nachstehend sehen Sie eins der auf das Ereignis hinweisenden Plakate:

Otte plakat2009hoffest
Das obige Plakat wurde mit freundlicher Erlaubnis der Fleischerei Otte von deren Website www.fleischerei-otte.de übernommen

Fazit:
Da das diesjährige Ereignis mit viel Werbepower, Website-Aktualisierung und auf das Ereignis aufmerksam machenden regionalen Zeitungsberichten avisiert wird, werde ich mir dieses Mal die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die freundliche Einladung der Landfleischerei anzunehmen. Denn: Ich bin überzeugt, dort neben aufschlussreichen Gesprächen und neuen Kontakten auch Bestätigungen für meine nachfolgende These zu erhalten:

Zwar sind die meisten (Fleischerei-)Events dieser Art für den betreffenden Veranstalter zunächst allenfalls kostendeckend – die Nachhaltigkeit der entsprechenden Kundenbindung wird im Laufe der Folgewochen und –Monate jedoch für die Mühen und den Aufwand mehr als entschädigen.

Ich bin sehr gespannt und grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Serien-Beitrag! Das Querdenk-Modell No. 3: Der Cospudener See bei Leipzig

Mai 30, 2009

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
da meine Tochter schon vor Jahren Leipzig als Domizil gewählt hat, konnte ich bei meinen alljährlichen Besuchen mit Freude die stetige Entwicklung der Stadt beobachten. Hierbei blieb mir natürlich auch die Rivalität zwischen Leipzig und Dresden nicht verborgen, die ähnlich groß zu sein scheint wie diejenige zwischen Düsseldorf und Köln. Während Dresden neben seinem einmaligen Stadtbild auch von der umliegenden Elblandschaft profitiert, hatte Leipzig neben seinem legendären Ruf als Handelsmetropole auch viele Jahre nach der Wende auf dem Freizeit-Sektor nur wenig zu bieten. Vielmehr wurden die umliegenden Regionen vielfach durch Braunkohlegruben und –Bagger dominiert.
Nach Auslaufen der „Braunkohle-Ära“ stand deshalb die Entscheidung an, wie es mit der brach liegenden Industrielandschaft weiter gehen sollte. Man entschied sich, in den Freizeit-, Erholungs- und Erlebnissektor zu investieren. Hierzu wurden im Laufe der letzten Jahre mehrere ehemalige Braunkohlegruben geflutet, und die ersten Bagger wurden demontiert. So entstanden unmittelbar vor den Toren der Stadt mehrere Badeseen von zig Kilometern Länge und Breite. Zum Schmuckstück hat sich inzwischen der Cospudener See entwickelt, den ich als begeisterter Segler jetzt besonders schätzen gelernt habe, da er nicht nur zum Baden (mit aufgeschüttetem Sandstrand) sondern auch zum Segeln frei gegeben ist. Er ist rundum durch Wander- und Radfahrwege erschlossen, und es haben sich auch Gastronomie-Betriebe angesiedelt. An einem der Nachbarseen, dem Markkleeberger See stehen die ersten Ferienhäuser. Dort ist auch Deutschlands „einzigartige Attraktion für Wildwassersport“, der Kanupark Markkleeberg. Weitere Braunkohlegruben werden derzeit geflutet. Hier entsteht offenbar ein Gebiet mit Zukunft, das neben seiner Erholungsqualität auch Arbeitsplätze schafft.

Fazit:
Es gibt immer einen Weg. Kein (vermeintlicher) Nachteil ist groß genug, um nicht irgendwie oder irgendwann auch einmal zum Vorteil zu gereichen. Der Großraum Leipzig hat die (Industrie-)Brache genutzt, durch Flutung von Braunkohlegruben die Attraktivität und Lebensqualität der Stadt und der Region auf ein weit überregional beachtetes Niveau hochzuziehen. Retrospektiv betrachtet hat man wohl fast alles richtig gemacht.

Entscheidend war jedoch, die Möglichkeiten, die eine (Industrie-)Brache bot, a) zu erkennen und b) auch zu nutzen.

Vielleicht haben auch Sie in Ihrer Fleischerei/Metzgerei ungenutzte Kapazitäten, die durch einen einzigen entscheidenden Schwenk in der Denkrichtung zu einer neuen Verwendung geführt werden könnten. Vieles ist nur eine Frage des Vorstellungsvermögens. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist der entscheidende. Alles bis zum Schluss durchdenken oder gar planen zu wollen, ist vielfach nicht nötig. Auch am Cospudener See konnte man die Attraktivität und Eigen-Dynamik, die die Seenlandschaft entwickelte, bestenfalls erahnen.

In diesem Sinne grüße ich Sie Herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Die Änderung der Konsumgewohnheiten: VAN HEES antizipiert den Wunschwandel mit der neuen Flüssigproduktion!

Mai 19, 2009

Die Änderung der Konsumgewohnheiten: Die VAN HEES GmbH antizipiert den Wunschwandel mit der neuen Flüssigproduktion!

Walluf, 15. Mai 2009 Pünktlich um 10 Uhr liegt die Begrüßung der zur Informationsrunde geladenen Gäste in den bewährten Händen von Robert Becht (Leiter Marketing VAN HEES). Es herrscht gespannte Aufmerksamkeit, als er Jürgen Georg Hüniken bittet, bei Präsenz der geschäftsführenden Gesellschafterin Julia van Hees die Pressekonferenz zu eröffnen. Unterstützt durch ein Power-Point-System erläutert der Vorsitzende der Geschäftsführung die Strategie, die zu einer Investition in eine neue Flüssigproduktion geführt hat.

van-hees-jurgen-georg-huniken Jürgen Georg Hüniken

Foto: VAN HEES GmbH

Man habe, so der Referent, aufgrund der VAN-HEES-typischen Art des Know-How-Transfers zwischen Hersteller und Zielgruppe schon frühzeitig einen

Wandel der Konsumgewohnheiten

festgestellt.

Durch die besondere Art der Kundenpflege sei zwischen VAN HEES einerseits und den Hauptzielgruppen Fleischerhandwerk und Fleischwarenindustrie andererseits ein gegenseitiges Vertrauen entstanden. Denn die VAN HEES Außendienstler seien in erster Linie Berater und nicht Verkäufer. Und dieses Vertrauensverhältnis sei ein wesentlicher Faktor, frühzeitig Konsum-Tendenzen und –Trends des Endverbrauchers aufzuspüren.

So sähe man derzeit im Bereich der Convenience-Produkte eine große Zukunft.

Folgerichtig habe man sich im Hause VAN HEES die Frage gestellt, wie man auch für die Hauptzielgruppen Fleischerhandwerk und Fleischwarenindustrie noch „convenienter“ arbeiten und anbieten könne als bisher.

Zwar habe man aus den Bereichen „Wässrige Produkte“, „Emulsionen“ sowie „Würzöle und Öl-Marinaden“ schon bisher Erzeugnisse hergestellt. Im bisherigen Produktionsgebäude hätten jedoch vor allem Trockenprodukte die Majorität. Auch um die Trockenprodukte weiter optimieren zu können, habe man entschieden, die Flüssigproduktion herauszunehmen und hierfür ein eigenes Werk zu errichten.

Die Fünf-Millionen-Investition (Gebäude und Anlage mit je 50%) fiele derzeit zwar in eine konjunkturell schwierige Landschaft; man habe jedoch trotz der sich andeutenden Konjunkturdelle Ende letzten Jahres beschlossen, die Kapazität der Anlage auf derzeit 8.000 Tonnen pro Jahr aufzustocken, um den Flüssiganteil am Absatz signifikant zu erhöhen.

Getreu der Philosophie des Firmengründers Kurt Van Hees „Man kann nur ausgeben, was man zuvor verdient hat“ sei auch diese Investition zu 100 Prozent aus Eigenmitteln finanziert.

Mit der Anlage wolle man auch industriell wieder neue Maßstäbe setzen, um sich technologisch an die Spitze setzen.

Eine Umsatz-Grafik visualisiert sodann die besondere Entwicklung des letzten Jahrzehnts. Extrapoliere man die Entwicklung seit dem Jahre 2000 bis ins Jahr 2010, sei eine Verdoppelung des Umsatzes innerhalb des laufenden Jahrzehnts realistisch. Den Flüssigen Marinaden werde dabei ein entscheidender Anteil zukommen

Sorge bereite die jährlich um derzeit ca. 300 Betriebe schrumpfende Anzahl deutscher Fleischereien/Metzgereien. Zudem sieht Jürgen Georg Hüniken einen Trend „Weg von der Bedienware – hin zur SB-Ware“.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres hätten insbesondere einige inhabergeführte, handwerklich strukturierte Fleischereien/Metzgereien durchaus Einbußen gehabt, da viele Endverbraucher die Discounter favorisiert hätten. Allerdings ebbe diese Tendenz derzeit wieder ab.

In Deutschland mache man zurzeit etwa zwei Drittel des Umsatzes mit dem Handwerk und ein Drittel mit der Industrie. Die Berater im Hause VAN HEES würden nach diesen Zielgruppen differenziert. Man achte darauf, Überschneidungen möglichst zu vermeiden, da jede Zielgruppe Ihre eigene Philosophie und Mentalität habe.

Die stärksten Absatzmärkte nach Deutschland seien Frankreich, die Benelux-Länder und Russland.

Soweit Jürgen Georg Hüniken

Der zweite Referent des Tages ist Dr. Fred Siewek. Er ist seit neun Jahren Mitglied der fünfköpfigen Geschäftsführung, die sich außerdem aus den Gesellschafterinnen Brigitte, Ilonka und Julia van Hees sowie Jürgen Georg Hüniken (Vorsitzender) rekrutiert.

Der Lebensmittelchemiker hat den Bau des Produktionsgebäudes von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Flüssigproduktion verantwortlich geleitet.

005 Dr. Fred Siewek

Foto: VAN HEES GmbH

Mit berechtigtem Stolz auf das Erreichte erläutert er wie folgt:

Die produzierten Flüssiglinien seien

  1. für wässrige Produkte  wie Lakezusätze und Kutterhilfsmittel
  2. für Emulsionen wie Saucen, Schlemmermarinaden und Mayonnaise
  3. für Würzöle, Öl-Marinaden

Technologisch gesehen sehr anspruchsvoll sei die dritte Linie mit den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen und Farben. Für die letztere nähme man heutzutage bei allen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen den roten Farbstoff der Paprika, „weil der Verbraucher es so wolle“. Durch die neue Anlage könne man bei VAN HEES diesem Wunsch in einem größeren Ausmaß und variantenreicher entsprechen.

Die Produktionskapazität von derzeit 8.000 Tonnen pro Jahr könne in der geplanten zweiten Ausbaustufe auf 16.000 Tonnen pro Jahr erhöht werden.

Zu dem Topic „Produktsicherheit“ im Zusammenhang mit der so wichtigen „Chargen-Rückverfolgung bei Flüssigprodukten“ führt er aus:

Ein Höchstmaß an Sicherheit sei insofern geleistet, als man bei VAN HEES unter „Reinraumbedingungen“ arbeite. Die ganze Produktion werde mit leichtem Überdruck gefahren. Folglich könnten von außen durch die Luft keine Mikro-Organismen in die Produktion gelangen. Zudem hätten ausschließlich die Mitarbeiter Zugang, die nur über eine Hygiene-Schleuse das Werk betreten und verlassen könnten. Die Chargen-Rückverfolgung bei Flüssigprodukten vollziehe sich analog zu der Trockenverarbeitung. Das Endprodukt sei daher vom Anbauer eines Rohstoffes bis zum Verbraucher zu verfolgen – schließlich sei das auch eine gesetzliche Vorgabe.

Die Palette an Flüssigprodukten, die derzeit etwa 150 bis 170 Artikel wie Lakezusätze, Schinken-Spritzmittel, Emulsionen und Marinaden umschließe, würde sich durch die Kapazitäten der neuen Anlage in den nächsten Monaten und Jahren signifikant erhöhen.

Das beträfe nicht nur den Absatz in Deutschland sondern auch in Exportländern des Unternehmens wie in Frankreich und den Benelux-Staaten, in denen VAN HEES mit eigenen Werken vertreten ist. Die Produktion fände ausschließlich in Walluf statt.

Ganz besonderen Nachdruck legte der Referent auf die Feststellung, wie ungewöhnlich flexibel die Anlage in der Verwendbarkeit sei. Alle möglichen Produkte könnten ohne große Material-Verluste nach Produktwechseln hergestellt werden.  Die Prozessbehälter variierten zwischen 1.000 und 3.000 Liter und böten damit eine ideale Größe für die sehr unterschiedlichen Auftragsgrößen des Geschäfts. Zudem seien die Reinigungsverluste durch technische Maßnahmen gering.

Die Erläuterungen werden durch einen Sieben-Minuten-Film ergänzt.

Auch Fred Siewek sieht die Hauptabsatzgebiete der Flüssigproduktion im Fleischerhandwerk, in der Fleischwarenindustrie und in der Versorgung der eigenen europäischen Tochterfirmen, die „sich schon darauf freuten, mit wohlschmeckenden Marinaden aus Walluf versorgt zu werden“.

Soweit Dr. Fred Siewek

Als Fleischer/Metzgerblog-Moderator konnte ich sodann die Gelegenheit nutzen, um im persönlichen Gespräch mit beiden Referenten meine Vermutung bestätigt zu finden, eine wie große Wertschätzung die Beiträge verschiedener Autoren auf Fleischer/Metzger-Blog auch im Hause VAN HEES genießen.

Es liegt sodann in den Händen von Caroline Scat (Geschäftsleitungs-Sekretariat VAN HEES), die Gäste in einem Bus zum Mittagessen in das Restaurant „Burg Crass“ in Eltville am Rhein zu begleiten. Dort werden wir köstlich bewirtet.

Der Nachmittag steht im Zeichen der Eröffnungsfeier. Ich bekomme die Gelegenheit, die Damen Brigitte, Ilonka und Julia van Hees persönlich zu begrüßen. Jetzt feiert das Unternehmen mit Gästen, Freunden, Mitarbeitern und deren Familien, um gemeinsam mit leckeren Speisen und Getränken, sowie mit viel Musik und Unterhaltung ein paar schöne Stunden zu erleben.

Da die Flüssigproduktion wie erwähnt unter „Reinraum-Bedingungen“ mit leichtem Überdruck gefahren wird, ist eine „Besichtigung“ der Betriebsstätte natürlich tabu.

Es ist wiederum an Dr. Fred Siewek, das nun wesentlich größere Auditorium auf das Ereignis „Eröffnung der neu erbauten Flüssigproduktion“ einzustimmen.

Vor der neuen Produktionshalle ist ein breites rotes Band gespannt. Hier soll symbolisch die Produktion freigegeben werden. Unter dem Beifall der Anwesenden gelingt es den Damen Brigitte, Ilonka und Julia van Hees sowie Jürgen Georg Hüniken, das rote Band durchzuschneiden. Die Produktion ist frei gegeben.

Soweit die Pressekonferenz zur Eröffnung der neuen Flüssigproduktion

Was bedeutet das nun für Sie als Fleischer/Metzgermeister:

1)      Mit Investition in ein Fünf-Millionen-Objekt zur Flüssigproduktion setzt VAN HEES eindeutig Zeichen, wie man auch künftig dem „Wandel der Konsumgewohnheiten“ entsprechen möchte.

2)      Eine derart weit tragende Unternehmer-Entscheidung eines bedeutenden Familienbetriebes könnte eine wertvolle Anregung für Sie sein, Ihre eigene Marktstellung auf dem Sektor Convenience-Produkte zu überprüfen.

3)      Entsprechend dem bei VAN HEES gepflegten „bilateralen Know-How-Transfer“ sind sicherlich auch Ihre Vorschläge und Empfehlungen stets willkommen, um auch im Bereich der Flüssigprodukte weiterhin innovative Lösungen zu erarbeiten.

4)      Gemäß Angabe VAN HEES wird sich die ohnehin schon umfangreiche Palette von derzeit 150 bis 170 Artikeln signifikant erhöhen.

5)      Auch kleine und kleinste Chargen könnten günstig hergestellt werden, da die Anlage eine große Flexibilität aufweise und man deshalb die Erzeugnisse ohne große Materialverluste produzieren könne.

6)      Die Abfüll-Linien umschlössen eine große Bandbreite, die in den niedrigen Bereichen mit Eimern ab 2,5 Liter Inhalt und Flaschen ab 1,0 Liter Inhalt auch den Wünschen kleinerer Abnehmer im Fleischerhandwerk entgegenkäme

7)      Insbesondere die technologisch anspruchsvolle Linie, die Herstellung von Würzölen und Ölmarinaden, könnte künftig aufgrund der großen Anlageflexibilität zur Freude auch Ihrer Kundschaft noch variantenreicher realisiert werden.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)


“Der Wünsche- und Wertewandel erfordert kreatives Handeln!” – Neue Anregungen auf dem 21. Handelsforum OWL in Bielefeld – Teil drei

Mai 5, 2009

„Tempel, Malls und Galerien – Wo findet der Handel der Zukunft statt?“ lautet am 29. April 09 die Fragestellung auf dem 21. Handelsforum OWL (Ostwestfalen-Lippe) in der Bielefelder Stadthalle. Der hier folgende Beitrag ist der dritte und letzte Teil meiner Beitrags-Serie  zum gleichen Thema.

Am Nachmittag des 29. April 2009 haben auf dem 21. Handelsforum OWL in Bielefeld vier Referenten das Wort. Auf Einladung vom Einzelhandelsverband Ostwestfalen-Lippe e.V. referiert als nächster:

Dr. Tobias Just, Leiter Branchen- und Immobilienanalyse, Deutsche Bank Research, Frankfurt

Sein Thema lautet:

„Deutsche Einzelhandelsimmobilien – Noch immer attraktiv für Investoren?”

Er bringt seine Auffassung gleich auf den Punkt:

Unter Berücksichtigung des demografischen Wandels (Deutschland werde älter) würden „energie-effiziente Gebäude“ und „demografiefeste Immobilien“ profitieren.

Die Einkaufszentren erlebten seit 1990 einen Siegeszug und würden diesen auch künftig insbesondere als Innenstadt-Einkaufszentren fortsetzen. Es gäbe also kaum noch Projekte auf der grünen Wiese. Riesen-Malls würde es aber wohl in den meisten Innenstädten nicht geben. Eine Ko-Existenz zwischen klassischer Innenstadt mit ihren stationären Fachgeschäften auf der einen Seite und Malls auf der anderen Seite werde als wahrscheinlich angesehen.

Zwar stünden uns in Deutschland zwei schwierige Jahre bevor, da Deutschland exportlastig sei;- der private Konsum werde aber relativ stabil bleiben. Die Sparquote könne in der Krise sogar noch zunehmen, da man in Deutschland nicht annähernd so verschuldet sei wie in den USA oder Großbritannien. Allerdings drohten Belastungen, falls die Arbeitslosenquote sich weiterhin so entwickle wie derzeit.

Das Immobilienklima sei derzeit frostig. Die Top-Lagen kämen jedoch gut davon.

Soweit der Referent

Auf die anschließende Frage der Moderatorin, ob es nicht bereits zu viele Filialisten in den Innenstädten gäbe, antwortete der Referent sinngemäß:

Wenn man diesbezüglich die derzeitige Struktur ändern wolle, könnte man aus der Sicht einer Stadt darüber nachdenken, die Mieten für inhabergeführte Betriebe zu subventionieren. Im Übrigen müsse man sich in Deutschland entscheiden, was für ein Stadtbild man letztlich wolle; – in den USA könne man derzeit im Zentrum vieler Großstädte nämlich nur noch Kaffee trinken.

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Strategien für „Handelsstandorte der Zukunft“ werden anschließend in drei Referaten aus der Sicht der Stadt, des Fiskus und des Handels erörtert.

Hierbei konzentriert sich als nächster Referent der emeritierte Professor Thomas Sieverts, Bonner Architekt und Stadtplaner auf das Thema

„Was erwartet die Stadt vom Handel? Die Sicht des Stadtplaners: Aufgabe für die Zukunft“

Der Referent sieht insofern eine „Renaissance der Städte oder Stadtzentren“, als eine Rückentwicklung zum Wohnen in der Innenstadt feststellbar sei. Seiner Meinung nach seien allerdings derzeit die Fußgängerzonen vielfach zu groß und die 1A-Lagen würden von Filialisten dominiert. Die Innenstädte würden „vertextilen“, da die Ladenmieten vielfach nur noch von renditestarken Betrieben erwirtschaftet werden könnten.

Zu kleine Geschäfte könnten in der Innenstadt kaum mehr rentabel geführt werden. Der ursprünglich „offene Markt“ in der Mitte einer Stadt sei zum geschlossenen Warenhaus bzw. Shopping-Center geworden. Zwar führe die Konzentration von Einzelhandelsgeschäften in den Einkaufszentren dort zu einer erhöhten Fußgängerfrequenz, jedoch sieht der Referent die Shopping-Center als „isolierende Black-Boxes“. Ferner beobachte er mit Sorge, wie Plakat-Werbung begänne, das Stadtbild zu dominieren. In Berlin habe man zum Beispiel eine komplette U-Bahn-Station einer einzigen (Schuh-)Firma für Werbung überlassen.

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Eine ganz andere Perspektive präsentiert Heinz Wirz, Vorstandsmitglied Bund der Steuerzahler NRW, Düsseldorf in seinem Referat

„Die Sicht des Steuerzahlers: Standorte steuern, aber richtig“

Nach Meinung des Referenten habe der Bund der Steuerzahler insofern einen Berührungspunkt mit dem Veranstaltungs-Thema, als durch kommunale Standortsteuerung öffentliche Mittel verwendet würden, bei deren Einsatz die Grundsätze von Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit beachtet werden müssten.

Pannen bei der Planung – zum Beispiel bei der Attraktivitätssteigerung eines innerstädtischen Platzes- würden immer dann deutlich, wenn die fundamentale Gestaltungsregel „design follows function“  missachtet würde: „Gut aussehen“ reiche nicht aus, wenn die Funktionalität auf der Strecke bliebe. Der Referent untermauert seine Thesen mit krassen Beispielen von zwei Marktplätzen in verschiedenen Städten. Im einen Fall führte die neue Pflasterung eines Marktplatzes aufgrund falscher Steinewahl zu „Rutschpartien“ bei Regen – im anderen Fall seien Steine gepflastert worden, die sich nicht gut reinigen lassen.

Auch kommunales Management habe sich den Grundsätzen von Effizienz und Effektivität unterzuordnen.

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Den Schlusspunkt unter die Referats-Reihe setzt Christian Dohnt, Verkaufsleiter Nord von GALERIA Kaufhof, Köln

Sein Thema lautet

„Die Sicht eines Warenhauses: Klares Bekenntnis zum Standort City“

Der Referent erkennt eine „neue Urbanität“. Seit Mitte der Achtziger Jahre, so Christian Dohnt, seien die „Revitalisierungsbemühungen“ der Innenstädte unverkennbar. Handelskonzerne mit Lebensmittelgeschäften oder Einkaufszentren kehrten zurück. Ferner erfreue sich die Innenstadt auch als Wohnstandort wieder großer Beliebtheit. In vielen Städten vermittle die (Innen-)Stadt wieder Effektivität und Lebendigkeit, Historie, Kultur und  Emotionalität sowie Heimat und Identifikationsmöglichkeit, Multifunktionalität und Innovation.

Zum Stichtag 31. Dez. 08 leisteten diesbezüglich 414 Shopping-Center hierzu ihren Beitrag, – bis zum Jahre 2010 sollen bundesweit 435 Center ihre entsprechende Funktion erfüllen.

Nach Auffassung des Referenten ist der „Vertriebstyp Warenhaus“ vielfach zum Agglomerationspunkt in der Stadt geworden und hat somit die Funktion übernommen, die ursprünglich dem Marktplatz zukam. Ein Warenhaus belebe eine Innenstadt ungemein und sei somit gleichzeitig ein Zugpferd für den innerstädtischen Handel. (Entsprechend führe es sehr schnell zur Verödung, wenn ein Warenhaus einen innerstädtischen Standort aufgäbe.)

Handel und Stadt brauchten einander. Durch Handel gäbe es „soziale Lebendigkeit, multikulturelle Vielfalt, Entertainment, angenehme Aufenthaltsqualität“. So sei es nicht überraschend, wenn man bei GALERIA Kaufhof an solchen Standorten die besten Umsätze mache, wo in der Stadt Erlebnisse vermittelt würden.

Während man die Sortimente lokal ausrichte und die Öffnungszeiten vom jeweiligen Käufer-Potenzial abhängig gemacht würden –also nach Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten entschieden würden-, stimme man seine Aktivitäten auch auf besondere städtische Ereignisse ab. So würde in Krefeld zum Beispiel die größte Straßenmodenschau der Welt beachtet. 

Als zukünftige (Gegen-)Trends sieht der Referent einerseits die virtuellen Shoppingwelten mit ihren künstlichen Einkaufsstätten. Andererseits erkennt er ferner einen wachsenden Wettbewerb zum umliegenden Einzelhandel durch Airport-Shopping, da letzteres von einer 365tägigen Öffnungszeit profitiere.

Die TOP-Ziele sinnvoller Stadtentwicklung sind nach Auffassung des Referenten

Guter Branchenmix

Begrenzung des (Verkaufs-)Flächenzuwachses

Ausgewogenes Verhältnis von Einkaufsmöglichkeiten Innenstadt zu peripheren Standorten

Kontinuierliche Verbesserung der Erreichbarkeit

Verbesserung der Sauberkeit/Sicherheit

Stärkung der Wohnfunktion

Sicherung der Kundenfrequenz (auch durch Vernetzung)

Kundenfreundliche Öffnungszeiten

Zur Attraktivitätssteigerung brauchten die Städte Visionen und Träume. Ein Gradmesser für den Identifikationsgrad der (jüngeren) Bevölkerung mit ihrer Stadt sei die Zahl von „T-Shirts mit Stadt-Aufdruck“. Es gälte in Zukunft, die Kreativität der Bürgerinnen und Bürger stärker einzubinden. Ein „City-Manager“ könnte hier Außergewöhnliches leisten.

Wie Christian Dohnt auf Befragung der Moderatorin Corinna Lampadius des Weiteren  erläutert, habe GALERIA Kaufhof ein Konzept zur Segmentierung seiner Kundschaft in Kundengruppen. Hierdurch sei es möglich, gruppen-individuelle Angebote zu machen. Unabhängig davon richte man sein Angebot auch auf die Zielgruppe der 55+ (Empty-Nesters) aus und berücksichtige die demografische Entwicklung. Als Beispiele der entsprechenden Orientierung nennt der Referent u. a.:  a) Vergrößerte und folglich besser lesbare Schrift auf den Kassenbons, b) Trolleys sowie c) extra breite Garderoben.

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Nach einer zusammenfassenden Gruppen-Diskussion der Moderatorin  mit den Referenten hat der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Ostwestfalen-Lippe Ferdinand Klingenthal das Schlusswort. Er dankt der Referentin und den Referenten für ihre verantwortungsbewussten Beiträge sowie der Moderatorin für ihre sinnvollen Fragestellungen und lädt zum 22. Handelsforum OWL im April des nächsten Jahres.

Mein Fazit:

Das 21. Handelsforum OWL in Bielefeld war noch nie so wichtig wie in diesem Jahr. Es ist dem Vorsitzenden Ferdinand Klingenthal und dem Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Ostwestfalen-Lippe Thomas Kunz gelungen, mit der Fragestellung „Tempel, Malls und Galerien – Wo findet der Handel der Zukunft statt?“ eine vorausschauende und wegweisende Thematik zu wählen. Unter diesem Motto war es der Referentin und den Referenten bei unterschiedlicher Perspektive möglich, Tendenzen deutlich zu machen, Trends herauszuarbeiten und strategische Empfehlungen zu geben. Die erörterte „Renaissance der (Innen-)Stadt“ könnte somit auch stationären Fleischereien/Metzgereien nutzen. Und sollte eine zusätzliche Motivation zur Standort-Pflege sein. Generell wird die geschilderte „neue Urbanität“ als Grundpfeiler einer Entwicklung gesehen, die auch vor dem Hintergrund einer konjunkturellen Eintrübung Positives bewirken könnte: eine gesunde Ko-Existenz zwischen dem klassischen Einzelhandel, Malls und Warenhaus zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Beitrags-Link zu Teil eins der Würdigung

Beitrags-Link zu Teil zwei der Würdigung

“Der Wünsche- und Wertewandel erfordert kreatives Handeln!” – Neue Anregungen auf dem 21. Handelsforum OWL in Bielefeld – Teil zwei

Mai 4, 2009

„Tempel, Malls und Galerien – Wo findet der Handel der Zukunft statt?“ lautet am 29. April 09 die Fragestellung auf dem 21. Handelsforum OWL in der Bielefelder Stadthalle. Der folgende Beitrag ist die Fortsetzung meines Beitrags vom 30. April 2009  zum gleichen Thema.

Auf Einladung vom Einzelhandelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V. bringt als zweiter Referent des Vormittags Prof. Dr. Claudius Schmitz, Hochschullehrer und Unternehmensberater, Gelsenkirchen eine weitere Perspektive in die Referatslandschaft.

Prof. Dr. Claudius Schmitz widmet sich dem Thema:

„Standort als Marke – geht das überhaupt?“

Er stellt sogleich unmittelbaren Kontakt zum Auditorium her. Hierzu projiziert er zunächst einige provokante Alltags-Fragen auf die riesige Podiums-Leinwand und holt, das Podium mit seinem Mikrofon verlassend einzelne Antworten von den Hörern im Saal ein. Jeder könnte der nächste Gesprächspartner sein – das Auditorium ist entsprechend elektrisiert und fortan besonders gespannt auf das Referat.

Der Referent stellt hierbei mehrere Thesen auf, die ich nachstehend wie folgt zusammenfasse:

Die erste These:

„Die Frequenz in deutschen Städten ist in letzter Zeit rückläufig.“

Die Attraktivität vieler deutscher Städte sei unzureichend. Leerstände, einfallslose Schaufenster-Dekorationen, Ladenhüter im Außenbereich u. a. verschreckten viele Kunden. – Diese These wird vom Referenten eindrucksvoll untermauert durch eine Visualisierung per Fotostrecke -. Die (nachlassende) Frequenz der Kunden, so der Referent, könne man mit dem „Footfall-Index“ messen. Dieser mache Aussagen über die Besucherfrequenz von Einkaufszentren und Einzelhändlern in Deutschland. Und die entsprechenden Messungen hätten ergeben: Die Frequenz nähme ab. Folge: Die Krise sei im Anmarsch. Entsprechend sei über Methoden zur Frequenzerhöhung nachzudenken. Hierzu zählten z. B. besondere Events wie gemeinschaftliche Aktionen und Stadtfeste.

Die zweite These:

„Kunden gehen gerne fremd.“

Viele (Einzelhandels-)Geschäfte und Städte täten wenig, um den Kunden zum Wiederkommen zu inspirieren. Das sei gefährlich, denn anders als beispielsweise in Frankreich sei in Deutschland eine abnehmende (Ladengeschäfts)-Loyalität festzustellen. In Deutschland orientierten sich inzwischen die Kunden durchschnittlich an mindestens drei (vergleichbaren) Standorten bzw. Geschäften, bevor sie dann im vierten kauften. Folglich gälte es, die Attraktivität einer Stadt und/oder eines Geschäftes zu steigern, indem man eine „Marken-Identität“ herstelle: Der Kunde müsse deutlich erkennen können, wofür, für welche Nutzenstiftung oder Wunscherfüllung das jeweilige Angebot stünde. Es gälte, den Bekanntheitsgrad zu steigern, Sympathie zu wecken, Vertrauen zu vermitteln

Die dritte These:

„Kunden lieben starke Typen.“

Je mehr Profil ein Unternehmen (oder auch eine Stadt) besitze, umso deutlicher würde es wahrgenommen. Das könne zwar zu einer Polarisierung (und folglich auch zur Ablehnung) führen. Nur ein deutlich wahrnehmbares Profil jedoch würde die nötige Attraktivität auf die letztlich angesteuerte Zielgruppe vermitteln. Hierzu müsse im Unternehmen (bzw. in einer Stadt) natürlich zunächst erst einmal geklärt werden, wofür man stehe oder in Zukunft stehen wolle. Wichtig sei Kommunikation; bedeutend sei hierbei, seine Botschaften (z. B. über Visual Merchandising und Logos) so einfach wie nur irgend möglich zu vermitteln.

Die vierte These:

„Die Stimmung in einer Volkswirtschaft ist abhängig von der Arbeitslosenquote.“

Je stärker eine Region von Arbeitslosigkeit betroffen oder bedroht sei, umso gedrückter seien die Stimmung und die Kaufhaltung. Zudem würden massive Ladenlokal-Leerstände, wie sie zum Beispiel derzeit in einigen Städten des Ruhrgebiets anzutreffen seien, auf die Stimmung drücken. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Erhöhung der Arbeitslosigkeit bis 2010 würde sich in Deutschland die Stimmung somit vorerst nicht aufhellen.

Die fünfte These:

„Kunden wollen verführt werden.“

Nicht nur Städte und Gemeinden, sondern auch viele Einzelhändler täten sich schwer damit, diesen Anspruch zu erfüllen. Es genüge schon lange nicht mehr, nur über Produkte und/oder Preise zu argumentieren. Vielmehr gälte es, die Kaufanreize der geänderten Erwartungshaltung des Kunden entsprechend zu setzen. Zu den betreffenden „Verführern“ zählten Vertrauen, Fachkompetenz, Problemlösungen, Sauberkeit, Sicherheit und – für eine spezielle Zielgruppe- auch Barrierefreiheit. So fühlten sich in manchen Innenstädten Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren nicht annährend so willkommen wie in Shopping-Malls. Soweit der Referent

Auch hier gelingt es der Moderatorin Corinna Lampadius wieder, dem Referenten durch gezielte Befragung zusätzliche Informationen zu entlocken:

Zum Thema „Umsetzbarkeit der erläuterten Ideen“ ergänzt Claudius Schmitz: In kleineren inhabergeführten Geschäften sei es grundsätzlich einfacher als in „großen Häusern“, neue Ideen umzusetzen.

Zum Thema „Demografischer Wandel“ äußert der Referent: Zwar käme die Barrierefreiheit in Malls schon heute den Senioren entgegen, der Branchenmix in Galerien entspräche aber derzeit (noch) nicht so recht der Erwartungshaltung der älteren Kundschaft.

Zum Thema: „Standort als Marke“:  Eine Stadt, die ihre Vergangenheit vergäße, könne nicht harmonisch wachsen.

Zum Thema: „Innenstadt und Malls“: Die Einzelhändler in der Innenstadt sollten in einer Mall nicht grundsätzlich ein Feindbild sehen. So habe man zum Beispiel in Heilbronn in der City eine Mall gebaut, von deren Attraktivität heute auch die Einzelhändler außerhalb der Mall profitierten. Fecit

Die übrigen Referate werden in einem abschließenden, separaten Beitrag gewürdigt.

Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Beitrags-Link zu Teil eins der Würdigung

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“Der Wünsche- und Wertewandel erfordert kreatives Handeln!” – Neue Anregungen auf dem 21. Handelsforum OWL in Bielefeld – Teil eins

April 30, 2009

Am 29. April hatte der Einzelhandelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V., vertreten durch den Vorsitzenden Ferdinand Klingenthal und den neuen Hauptgeschäftsführer Thomas Kunz zum 21. Handelsforum OWL in die Bielefelder Stadthalle geladen.
Das diesjährige Motto lautet: „Tempel, Malls und Galerien – wo findet der Handel der Zukunft statt?“
Interessanterweise werden hierbei Shopping-Szenarien der Zukunft aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Die Referentin und Referenten des 21. Handelsforums OWL in Bielefeld sind:

Jeanette Huber, Mitglied der Geschäftsleitung Zukunftsinstitut GmbH, Kelkheim
Prof. Dr. Claudius Schmitz, Hochschullehrer und Unternehmensberater, Gelsenkirchen

Dr. Tobias Just, Leiter Branchen- und Immobilienanalyse, Deutsche Bank Research, Frankfurt
Prof. em. Thomas Sieverts, skt umbaukultur, Architekten und Stadtplaner, Bonn

Heinz Wirz, Vorstandsmitglied Bund der Steuerzahler NRW, Düsseldorf
Christian Dohnt, Verkaufsleiter Nord, GALERIA Kaufhof GmbH, Köln

Die Moderation liegt auch dieses Jahr wieder in den Händen von Corinna Lampadius, TV-Moderatorin und Journalistin, Hamburg

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Gruppen-Foto (von links): (Zur Vergrößerung bitte Doppelklick aufs Foto)

Thomas Kunz, Christian Döhnt, Corinna Lampadius, Prof. Dr. Claudius Schmitz, Jeanette Huber, Ferdinand Klingenthal, Heinz Wirz

Foto: Hr. Holzkamp

Pünktlich um 10 Uhr vormittags begrüßt Ferdinand Klingenthal die ca. 140 Teilnehmer, dankt dem Sponsoren-Team und sensibilisiert die Hörer sogleich durch einen ganz entscheidenden Satz:

„Diese Krise wird uns wirklich herausfordern.“

Ergänzend fügt er hinzu:
„Größe allein genommen wird nicht zur Krisenbewältigung ausreichen; – vielmehr gilt es, eine Form von Stärke zu entwickeln, die in besonderer Hinwendung zum Kunden besteht.“ Es gälte in Zukunft, „Kundenorientierung täglich neu zu erarbeiten“.

Es liegt dann in den Händen von Corinna Lampadius, Jeanette Huber als erste Referentin des Tages kurz vorzustellen.

Jeanette Huber widmet sich sodann dem Thema:


Shopping-Szenarien 2020 –
Wo kauft der Kunde und warum?


Ich fasse die entscheidenden Aussagen der Referentin, so wie ich sie verstanden habe, nachstehend zusammen.

Die erste Kernaussage: „Der Kunde kauft in Zukunft „cheap-chic“ statt Discount oder Premium.“

Der Kunde, so die Referentin, erwarte in Zukunft „mehr Leistung für weniger Geld“. Es würden solche Betriebe Trendwinner sein, die es verstünden, Innovation und Discount miteinander zu verbinden. Innovative Unternehmen der Systemgastronomie wie Vapiano oder Mosch Mosch hätten eine neue Positionierung zwischen Premium und Discount gefunden, indem sie zusätzliche Attraktionen mit der Kunst des Weglassens verbänden.

Die zweite Kernaussage: „Der Einkauf beginnt mit dem Blick ins Internet. Die Informationssuche wird mobil.“

Der Einkauf begänne für viele Konsumenten zunächst virtuell. Man ginge ins Netz, um Produkte zu vergleichen. 70 Prozent der (Website-)Besucher schauten hierbei zunächst auf den Preis. Die Zahl weiblicher Online-Käufer steige. Deutschland habe darüber hinaus bereits 6,2 Millionen „Silver-Surfer“, die gleichzeitig die derzeit am schnellsten wachsende Gruppe stellten.

Die dritte Kernaussage: „Es gibt eine Shoppingapathie.“

Früher, so die Referentin des weiteren, hätten die Produkte der materiellen Bedarfsbefriedigung gedient; – heute hingegen hätten wir gesättigte Märkte. Das führe zu einer Umkehr der bekannten Maslowschen Pyramide, die eine Hierarchie menschlicher Bedürfnisse darstellt. Während früher das Ranking körperliche Grundbedürfnisse, Sicherheit, Soziale Beziehungen, Anerkennung und letztlich Selbstverwirklichung lautete, sei die Reihenfolge heute umgekehrt:

Selbstverwirklichung, Anerkennung, Soziale Beziehungen, Sicherheit, körperliche Grundbedürfnisse

Diese -geänderte- Grundhaltung führe zu einer gewissen Shoppingapathie, die es zu durchbrechen gälte.

Die vierte Kernaussage: „Die „neuen Alten“ (biologisch immer älter und mental immer jünger) werden zur wichtigsten Konsumgruppe der Zukunft.“

Wir erlebten einen demographischen Wandel. Deutschland werde älter. Die Zahl der Ein- und Zweipersonen-Haushalte nähme zu. Dieser „Trend zur Individualisierung“ hätte Folgen: Die Suche nach Gemeinschaft wachse.

Daraus abgeleitet folgt die fünfte Kernaussage: „Der Kunde kauft dort, wo er Anlässe und Orte der Gemeinschaft findet.“

International gäbe es die ersten Unternehmen, die sich diesen Trend zunutze machten. So biete die belgische Kette „Le pain quotidien“ in ihren „Lokalen“ einen „runden Tisch“ an, an welchem sich –im Unterschied zu dem in Deutschland bekannten Stammtisch- Leute zusammensetzten, die sich vorher nicht kannten, aber gern mit anderen ins Gespräch kommen wollten. Auch würden Einzelhandelsgeschäfte mit einer kleinen Bar oder einem angeschlossenen Restaurant (Beispiel IKEA), bzw. Friseurgeschäfte mit einer Kaffeebar die Wohlfühl-Atmosphäre und Verweildauer des Kunden erhöhen.

Die sechste Kernaussage: „Der Kunde kauft dort, wo er Anerkennung und Raum zur Selbstverwirklichung findet.“

In Anlehnung in die erwähnte Maslowsche Pyramide werde in gesättigten Märkten die Möglichkeit zur „Selbstverwirklichung“ des Kunden zum entscheidenden Attraktivitäts-Merkmal eines Unternehmens. Deshalb lautet die Empfehlung der Referentin:
„Machen Sie den Kunden zum Mittelpunkt Ihres Interesses und Ihres Unternehmens; heben Sie ihn „auf die Bühne“.“

Die siebte Kernaussage: „Wünsche und Werte werden wichtiger als Produkte.“

Die ökologische Frage werde zum Treiber der Gesellschaft. Die Kundengruppe der Lohas (Lifestyle of health and sustainibility), die nachhaltig nach der eigenen Gesundheit und der Gesundheit unseres Planeten strebten, werde an Einfluss gewinnen. Die Befriedung nicht-materieller Wünsche und Sehnsüchte wie Gemeinschaft, Anerkennung und Selbstverwirklichung werde an Bedeutung zunehmen.

Das soeben hier oben Dargestellte ist ein Komprimat aus den mit Überzeugung und fachlicher Kompetenz vermittelten Aussagen der hochkonzentrierten Referentin, die es verstanden hatte, das Auditorium zu fesseln.

Durch die anschließende Moderation gelingt es Corinna Lampadius, u. a. beim Thema „Event“ noch ein wenig nachzuhaken, und die Referentin erläutert sinngemäß ferner:

Es wird in Zukunft entscheidend (für Ihren Verkauf) sein, den „Kunden partizipieren zu lassen“. „Lassen Sie den Kunden etwas machen!“ Man solle Marketing mit sozialen Aktionen verbinden, indem man sich frage, was man fördern könne. Der Handel solle Garantien geben (Umtauschrecht, Rückgaberecht etc.). Jeder Event müsse dem Kunden nicht nur ein Erlebnis bringen, sondern es müsse vor allem etwas Sinnvolles für ihn persönlich dabei herausschauen.
Soweit die Referentin

Natürlich habe ich auch dieses Mal wieder die Gelegenheit genutzt, mich mit der Referentin zu unterhalten. Im Laufe unseres Gesprächs äußerte sie die Überzeugung, die skizzierte Grundhaltung des Konsumenten führe zu einer „Renaissance der europäischen Stadt“, sie würde wieder zum Identifikationskern und zur Heimat des Konsumenten.

Was bedeutet das alles für die Fleischer/Metzgerbranche:
Offensichtlich gibt es insbesondere auch in Zukunft lohnenswerte Ziele, die Sie als Fleischer/Metzgermeister ansteuern sollten. Hierbei bietet nahezu jede der erläuterten Kernthesen Ansatzpunkte, sich rechtzeitig trendgerecht und kundenorientiert zu profilieren.

Die anderen Referate vom 21. Handelsforum OWL sind einer separaten Würdigung vorbehalten. Ich danke für Ihr Interesse und grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Beitrags-Link zum 20. Handelsforum OWL in Bielefeld – Teil eins

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Der Erfa-Kreis Gedanke

März 17, 2009

Wenn sich Kollegen und Kolleginnen bereit erklären über Ihre Erfolge im Betrieb zu sprechen, dann ist das schon etwas ganz Besonderes. Der „ERFA-Kreis 17“ des FNB trifft sich zu einem fachlichen Gedankenaustausch zweimal im Jahr. Im März waren wir Gastgeber des Kreises in Visbek. An einem Sonntag und Montag war für das kreative Meeting Zeit eingeplant. Für das Programm ist der Gastgeber immer verantwortlich – es fließen also im Vorfeld viele Gedanken in die Ausrichtung eines solchen Tages.

Durch meine Blogaktivitäten besteht zu vielen Betrieben in Deutschland ein intensiver Kontakt. Besonders angenehm ist mir dabei Doris Siegle von der Metzgerei Siegle GmbH aus Bietigheim-Bissingen aufgefallen. Was lag näher, als Kontakt mit der kreativen Kollegin aufzunehmen, die im Jahr 2008 den „Rudolf-Kunze-PR-Preis“ gewonnen hat. (Sonderpreis der AFZ)  Doris Siegle erklärte sich spontan bereit, die Reise nach Visbek auf sich zu nehmen.

Am Sonntag stand nun nach der Kaffeetafel ein erster kleiner Austausch an. Der Kreis besteht schon seit den frühen 90er Jahren und ist ständig mit neuen innovativen Kollegen erweitert worden. Der zeitliche Rahmen war sehr eng gesteckt. Ein Betriebsrundgang durch die „heiligen Räume“ von Freese stand an. Einige Inhaber hatten den Betrieb noch nie gesehen – es gab viele Fragen und noch mehr Antworten. Die EU-Zulassung und die unterschiedliche „Willkür“ der Behörden ist bei einem Kollegengespräch immer ein Thema. Wir präsentierten einen realen Onlineauftrag aus dem Internet – vom Auftrag bis zum Versand.

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Foto: Echte fachliche Themen in unserer Küche.

Um 17 Uhr referierte Doris Siegle im Konferenzraum des Hotels über den Erfolgsfaktor der Marke „Siegle“. Sie stellte ihren Betrieb in einer beeindruckenden Präsentation vor. Im 1. Teil des zweistündigen Vortrags ging sie auf verschiedene Aktionen in Ihrem Betrieb ein. Sie erklärte dem Kreis, wie man durch „ungewöhnliche Aktionen“ Aufmerksamkeit erreichen kann. Dabei ist die hauseigene Mitarbeiterschulung das Herzstück der Firma Siegle. Die gelernte Europa/ Fremdsprachensekretärin und Fleischerei-Fachverkäuferin Doris Siegle schult ihr Verkaufspersonal schwerpunktmäßig in Ernährungsfragen. Die Kompetenz des Siegle-Teams ist in der Region sehr bekannt. Kunden nehmen weite Anfahrtswege in Kauf, um das Einkaufserlebnis in der Metzgerei Siegle zu erleben. In unzähligen Beispielen wurden Aktionen und Erfahrungen vorgestellt.

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Foto: Doris Siegle, Carola Freese und Ludger Freese

Röllchen

Am Abend wurde auf der Hotelterrasse die Grillsaison 2009  eröffnet. Jeder Betrieb hatte dazu seinen „Grill-Top-Hit“ mitgebracht. Die Produkte wurden vorgestellt und diskutiert. Anschließend wurden sie kritisch verkostet und beurteilt. Durch diese Erfahrung konnten viele neue Produkte für den jeweiligen Betrieb gewonnen werden. Der Abend stand ganz im Sinne von: „Eat and Talk“.

Nach dem gemeinsamen Frühstück am Montag, wurde der fachliche Teil fortgesetzt.  Doris Siegle stellte im 2. Teil des Vortrags Ihre Ernährungskompetenz vor. Sie erklärte uns, wie leidenschaftlich man als Chefin etwas vorleben muss um zu einem motivierten Verkaufsteam zu kommen. Dieses wurde an vielen interessanten Beispielen erklärt und verdeutlicht. Gesunde Ernährung ist das Megathema im Betrieb Siegle. Das Ehepaar Frank und Doris Siegle arbeitet ständig an neuen Produkten. Dabei entstehen z.B. glutamatfreie Wurstwaren, eine SSL-Line, fettreduzierter Wurst und viele weitere besondere Produkte, womit die Siegles ein echtes Alleinstellungsmerkmal besitzen. Die innovative Kollegin stellte ihre Flyer vor, mit der sie ihre Kunden in Ernährungsfragen begleitet. Begriffe wie Vitamine, Laktose-Intoleranz, Diabetiker und Diäten können von jedem Mitarbeiter in der Siegle-Mannschaft beantwortet werden. Die zweifache Mutter legt Wert auf echte Persönlichkeiten hinter der Verkaufstheke.

Im Anschluss sprachen Vertreter der Fa. Aichinger-Ladenbau zum Thema: „Die Fleischerei der Zukunft“ zum „ERFA-Kreis 17“ Ingolf Weiershaus und Michael Eßlage waren die Referenten des Vormittags. Der Vortrag passte wie eine rote Linie zum Gesamtthema: „Beraten  – besser verkaufen!“ Die Ladenbauer stellten verschiedene Fleischereien vor, Konzepte und erklärten die Planung. Aichinger kümmert sich vorbildhaft um die Interessen der Betriebsinhaber. Die Diskussionen zeigten, dass die Zukunft „täglich“ beginnt.

Der Austausch und die offenen Worte waren für alle Beteiligten eine echte Bereicherung. „Lernen von den Besten…!“ Nur das bringt uns im Wettbewerb weiter.

Anschließend stand die Besichtigung der Fleischerei Freese im „Live-Modus“ an. Viele Fragen und Themen wurden besprochen und erklärt. ERFA – das bedeutet für uns: Ehrlichkeit, Offenheit, Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber den Kollegenbetrieb. Das wurde von allen Teilnehmern in Visbek gelebt. 

Herzliche Grüße von Carola und Ludger Freese.

P.S. Unser Kreis sucht noch zwei aktive neue Erfa-Betriebe, möglichst aus Niedersachsen.

(Fotos: mit Personen von Doris Siegle, Röllchen: Ludger Freese)

“Juister Krabbensalat”

Februar 1, 2009

Am Sonnabend machte ich auf Wunsch und in Begleitung meiner Frau einen längeren Bummel in der Bielefelder Altstadt. Ich sollte ihr zuliebe ein bestimmtes Angebot eines Einzelhändlers beurteilen, das hier jedoch nicht Gegenstand der Untersuchung ist. Wir schlenderten an den verschiedensten Auslagen an mittelständischen Fachgeschäften mit gutem Branchenmix vorbei und sichteten sodann einen Passantenstopper vor dem Delikatessengeschäft Klötzer. Aus den dort mit Kreide gelisteten Tagesangeboten registrierte ich den Angebotshinweis „Juister Krabbensalat“. Da ich als ausgewiesener Sylt-Fan einem „Juister Krabbensalat“ zunächst keine große kulinarische Bedeutung beimessen konnte, fragte ich mich dennoch, warum man sich bei Klötzer ausgerechnet dieses Inselnamens (und natürlich der passenden Produkt-Ingredienzen) bediente, um einem Krabbensalat besondere Attraktivität zu verleihen.
Im anschließenden Gespräch mit meiner Frau dämmerte es mir dann: Juist war und ist offenbar seit Generationen die Lieblings-Nordseeinsel der Bielefelder Wohnbevölkerung. Ein großer Teil der Kundschaft hat somit einen besonderen Bezug zu dem Ferienort.

Fazit
Hier hat es die Geschäftsleitung geschickt verstanden, der Kundschaft neben dem Genussversprechen aus einer kulinarischen Delikatesse auch mehrere Kauf stimulierende ZUSATZNUTZEN über die Namensgebung zu vermitteln;- nämlich einerseits Vertrautheit mit dem Produkt und andererseits auch Ferienstimmung oder Ferien-Erinnerung.

Vielleicht beantworten Sie sich einmal die Frage:

Welches sind die Lieblingsferienorte Ihrer Kunden?
Mit welcher (Produkt- und Namens-)Komposition könnten auch Sie hier einen Kauf anregenden ZUSATZNUTZEN kreieren?

Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

2009 wird trotzdem gut

Januar 1, 2009

Waage

Foto: 2008 und 2009 im Display der Waage (Ludger Freese)

Die Welt steckt in der tiefsten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren, selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von einem schwierigen Jahr 2009. Aber es gibt auch genügend Gründe, sich auf das neue Jahr zu freuen. Ich habe Ihnen zehn zusammengetragen, warum das Fleischerhandwerk ein gutes Jahr vor sich hat:

Qualität
Die Qualität unserer Waren ist unbestritten sehr gut. Die Kunden schätzen uns als Fachmänner und Fachfrauen, die Ihr Handwerk verstehen. Wir sollten dieses dem Verbraucher noch deutlicher sagen. Yes we can.

Frische
Die meisten Betriebe werden mehrmals in der Woche beliefert oder schlachten im eigenen Betrieb. Die Ware bleibt im Gebäude der Fleischerei, sie wird nicht tausende von Kilometern gefahren, sondern wir produzieren täglich frische Wurstwaren und stellen täglich neue Spezialitäten her. Frische hat auch etwas mit Verantwortung zu tun. Wir wissen das. Yes we can.

Kunden
Unserer Kunden sind die besten der Welt. Wir kennen sie, ihre Nöte, ihre Sorgen, ihre Vorlieben, ihren Geschmack, ihre Familien, ihre soziale Stellung, ihre Gäste und ihre Gewohnheiten. Bei uns ist niemand anonym. Sie werden erkannt und das persönliche Gespräch ist uns wichtig. Darauf sind wir stolz.

Mitarbeiter
Unser Goldschatz, der immer wertvoller wird. Unsere Mitarbeiter bilden sich ständig weiter, sie setzen sich für den Betrieb ein, sie arbeiten, und sie ziehen an dem gleichen Strang wie wir. Dazu kommen unzählige Auszubildende, die bei uns den Beruf erlernen. Wir mögen euch.

Kollegen
Viele Fleischer haben echte Freunde unter den Kollegen. Es wird sich geholfen, es werden Rezepte ausgetauscht, gemeinsamer Urlaub oder gemeinsame Produktionsstätten. Wir Fleischer sind eine starke Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl ist unbestritten. Auf vielen Verbandssitzungen, Innungsversammlungen und ERFA-Treffen wird das gelebt. Yes we can.

Preise
Die Verkaufspreise in unseren Geschäften passen sich immer dem Markt an. Die Einkaufspreise bewegen sich auf einem stabilen Niveau und die Verkaufspreise sind nicht teuerer als in einigen Supermärkten. Wir können uns messen und halten den Vergleich stand. Lasst uns selbstbewusster sein. Yes we can.

Krise
Ob BSE, Schweinepest, Gammelfleisch oder sonst etwas. Wir Fleisch haben unzählige Krisen ohne Hilfen vom Staat überstanden. Vor einer möglichen Krise brauchen wir uns nicht verstecken, denn wir wissen, wie wir agieren müssen, um Krisen zu überstehen. Vertrauen kann muss man sich verdienen. Yes we can.

 
Das Fleischerblog
Dieses Fleischerblog bietet eine ideale Plattform, um sich mit anderen Kollegen auszutauschen. Nur, wenn möglichst viel daran mitwirken, können wir dem Discountern, Supermärkten und Billiganbietern die Stirn bieten. Wir sind auf einen guten Weg und das neue Jahr steckt noch voller Planungsfreiheiten. Das Blog – unser Blog – ist eine klasse Einrichtung, die uns gemeinsam weiter bringt. Yes we can.

Handwerk
Wir Fleischer sind echte Handwerker. Wir üben einen traditionellen Beruf aus, der sich immer gewandelt hat. Zusammen mit anderen Berufen sind wir eine starke Gemeinschaft, die auch 2009 seine Berechtigung hat. Handwerker bilden aus, beschäftigen tausende von Mitarbeitern, und dienen vielen Menschen.

Service
Ob Party-Service, Präsentservice, Catering, Bringdienst oder Versandservice, wir dienen gerne. Durch den ausgeprägten Servicegedanken haben wir viele Möglichkeiten den Markt zu bedienen. Fleischer kennen diese „Lücken“ und können schnell und unkompliziert auf Anforderungen reagieren. Service ist für uns eine klare Aufgabe, die wir schon immer gut erfüllt haben. Yes we can.

2009                                                                                                                                        Mein Satz des Jahres war der vom neuen US-Präsidenten Barak Obama: „Yes we can!“ Dieser Satz wird uns Fleischer im neuen Jahr sicherlich auch begleiten: „Yes we can!“ Wir können mehr wie wir jetzt schon machen, und wir werden gemeinsam dieses Jahr gut meistern. Ich wünsche uns ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr. Wir sind eine starke Gemeinschaft. Ich freue mich auf das neue Jahr, denn: „Ja, wir können es!“

Das wünscht Ihnen: Ludger Freese aus Visbek

Ab sofort bestellbar: Das neue Sachbuch “Best of Fleischer/Metzger-Blog 2008!”

Dezember 27, 2008

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

sind auch Sie durch die prognostizierten „Horror-Szenarien des Jahres 2009“ verunsichert? Sind auch Sie skeptisch, wie es weitergeht? –

Lassen Sie sich nicht beirren! 2009 darf nicht zum Jahr der Discounter werden!

Verdeutlichen und verstärken Sie die Vorteile, die nur eine handwerklich strukturierte, inhabergeführte Fleischerei/Metzgerei wie die Ihre ihren Kundinnen und Kunden bieten kann!

Sie möchten wissen, wie? – Hier ist die Antwort:

Profitieren Sie von der diesbezüglichen, immensen Kreativität Ihrer ganzen Branche! Nutzen Sie ab sofort die komprimiert-übersichtliche Aufstellung erfolgreicher Fleischerei/Metzgerei-Aktionen und Strategien des Jahres 2008!

Denn ab heute können Sie die geballte Jahres-Kreativität Ihrer Branche in BUCHform nutzen:

Ausgesuchte Beiträge und Kommentare aus Fleischer/Metzgerblog-Veröffentlichungen des Jahres 2008 -

verantwortungsbewusst und übersichtlich geordnet, -

zusammenfassend ergänzt vom Blog-Moderator und Sachbuch-Autor der „Fleischerei mit Fadenkreuz!“-Reihe in der Strategie-Verlag Schmidt KG

praktisch erprobte und vielfach „sofort umsetzbare Empfehlungen“

Methoden der „kreativen Nachahmung“ – was Sie sofort von anderen (auch von anderen Branchen) übernehmen können

„Besonders erfolgreiche Aktionen“ – Hintergründe und Erfolgsfaktoren

die neuesten Methoden zur „Umsatzsteigerung mit einfachen Mitteln“ – es ist viel einfacher als Sie glauben

die ungeheure Bedeutung von „Emotionen bei der Kaufentscheidung des Kunden“ – Sie vermitteln Ihrem Kunden ein besonderes Erlebnis und steigern so die Wertigkeit und Attraktivität Ihres Angebots ganz beträchtlich

Neu:


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Best of


Fleischer/

Metzger-Blog


2008!


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Sichern Sie sich umgehend auf kostengünstige Weise den entscheidenden Wettbewerbs-Vorteil

durch Erfolgsberichte Ihrer Kollegen aus verschiedenen Bundesländern,
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durch aktuelle Kundenwunsch-Orientierung
und durch eine der jüngsten Entwicklung angemessene Strategie

Der Buchpreis: einmalig € 33,30 verpackt frei Haus (Deutschland, übrige EU-Länder und die Schweiz)

Auslieferung: ab 02. Januar 2009

Bestellmöglichkeit, Rückgaberecht und weitere Infos: Klicken Sie bitte hier!

Ich bin gespannt auf Ihre Reaktionen und grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

P. S. Sie können den Buchpreis in voller Höhe von der Steuer absetzen!

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