Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
dem Thema „Wartezeitverkürzung für den Kunden“ ist hier auf Fleischer/Metzger-Blog schon des Öfteren Raum zur Verfügung gestellt worden. Allein zwei Beiträge sind in dem Zusammenhang dem Topic „Selfscann-System beim Bezahlen“ gewidmet worden. Hierbei wurde in den betreffenden Beiträgen neben Hinweisen auf entsprechend eingerichtete Supermarkt-Ketten auch das Einrichtungshaus IKEA erwähnt. In einer deutschen Niederlassung des Einrichtungshauses, so wurde in den Beiträgen vergleichend festgestellt, hatte sich das Verhältnis Standardkassen (= ein Band mit einer Kassiererin) zu den „Express-Kassen“ genannten Kassen-Systemen (eine IKEA-Angestellte ist erläuternd für jeweils insgesamt vier Selfscanner-Kassen zuständig) wie folgt entwickelt:
Am 07. März 2009
insgesamt zwölf Kassen-Systeme
davon neun Bänder, die zu Standard-Kassen mit Kassiererin führen
und drei Express-Kassen mit insgesamt jeweils vier Selfscanner-Kassen
Am 25. April 2009
Insgesamt zwölf Kassen-Systeme
davon jetzt sechs Bänder, die zu Standard-Kassen mit Kassiererin führen
und sechs Express-Kassen mit insgesamt jeweils vier Selfscanner-Kassen
Hier schien sich rapide eine eindeutige Tendenz zugunsten der Selfscanner-Kassen anzukündigen.
Gestern, am Morgen des 28. Juli 2009 konnte ich eine weitere Gelegenheit nutzen, die diesbezügliche Entwicklung zu beobachten, als ich derselben IKEA-Niederlassung einen weiteren Besuch abstattete:
Von derzeit dreizehn Kassen-Systemen sind dort acht Bänder für Standardkassen mit Kassiererin eingerichtet, während nur noch fünf „Express-Kassen“ mit jeweils vier Selfscanner-Kassen dem Kunden zur Verfügung stehen.
Das heißt. Offenbar ist man selbst bei einem Einrichtungshaus wie IKEA, bei dem ein recht hoher Prozentsatz der Kunden zur jüngeren Bevölkerung zählt, an Grenzen der Akzeptanz von Selfscanning gestoßen. Mehr noch: Von den dreizehn Kassen hatten drei Standardkassen und zwei „Express-Kassen“ geöffnet. – Während sich vor den Bändern mit den Standardkassen relativ lange Schlangen bildeten, wurden die „Express-Kassen“ vergleichsweise wenig genutzt. Offensichtlich werden hier bei einem Großteil der Bevölkerung doch Hemmschwellen beim Selfscanning sichtbar.
Das ist meines Erachtens eine Entwicklung, die umso bemerkenswerter ist, als das Einrichtungshaus IKEA ähnlich vielen Supermarkt-Ketten seine Kunden schon beim Einkauf auf Selbstbedienung „einstimmt“. Offenbar trifft diese moderne Art der bargeldlosen Zahlungsabwicklung selbst in einem Selbstbedienungs-Unternehmen nur in begrenztem Umfang den Kundenwunsch. Das ist das eine. – Das andere: In einer Fleischerei/Metzgerei wie der Ihren, in welcher Sie dem Kunden beim Einkauf bereits beratend oder empfehlend zur Seite stehen, würden Sie wahrscheinlich nur auf begrenztes Verständnis stoßen, wenn Sie den Kunden ausgerechnet beim Bezahlen allein ließen.
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)











