Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
jüngst flatterte mir eine Postkarte in meinen realen Briefkasten. Auf der mir ins Auge fallenden Rückseite stand in großen Lettern geschrieben: „Die Kinder sind raus!“
Das ist Zielgruppen-Marketing vom Feinsten! Denn: Der verantwortliche Immobilienmakler hat es hier meisterhaft verstanden, die (Teil-)Zielgruppe 55+ deutlich (und zwar ohne Alters-Diskriminierung) anzusprechen und zugleich (auf der Vorderseite) auch andere Zielgruppen mit einzuschließen, indem er sinngemäß fortfährt: Aus welchen Gründen auch immer Sie Ihre Immobilie veräußern möchten …
Die Zielgruppen-Orientierung ist hier das eine.
Noch bedeutsamer ist das folgende. Denn:
Zugleich wird dem Adressaten durch den Titel „Die Kinder sind raus!“ vermittelt, im Grunde genommen ein (inzwischen) viel zu großes Haus zu bewohnen.
Durch diese Formulierung werden bei der Zielgruppe 55+ Handlung stimulierende Emotionen geschürt, da die Werbung durchaus auch provoziert.
Frage:
Haben Sie in Ihrer Fleischerei/Metzgerei eine ähnlich wirksame Methode, die so wichtigen, vielfach Kauf entscheidenden Emotionen beim Kunden zu erzeugen?
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Unter dem Titelthema „Medizin vom Tankwart“ berichtet Jürgen Langenkämper in der Print-Ausgabe vom 19. Juni 09 auf Seite 4 der Zeitung NEUE WESTFÄLISCHE über eine Versand-Apotheke aus dem niedersächsischen Uslar. Die betreffende Apotheke ermögliche derzeit an vier verschiedenen Standorten Deutschlands ihren Kunden, vorbestellte Arzneimittel jeweils an einer Tankstelle abzuholen.
Jetzt werden Sie fragen, was denn das Außergewöhnliche der Geschäftsidee sei, um hier auf Fleischer/Metzger-Blog erwähnt zu werden – schließlich könne man sich seine Arznei auch in einer traditionellen stationären Apotheke abholen oder von einer Versandapotheke schließlich auch nach Hause schicken lassen.
Meine Antwort:
Das Ungewöhnliche daran ist: Hier wird eine ganz spezielle –und wahrscheinlich bisher nicht so richtig erreichte- Zielgruppe angesprochen, nämlich die Gruppe der PKW- oder LKW-Reisenden mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und wechselnden Aufenthaltsorten. Diese Gruppe, so führt auch Jürgen Langenkämper des Weiteren aus, könnte sich ihr vorbestelltes Medikament an einer Tankstelle abholen, die möglicherweise direkt auf ihrem jeweiligen Weg liegt.
Das Besondere an diesem Geschäftsmodell:
Durch konsequente Orientierung an den Wünschen und Erwartungen einer –wahrscheinlich neuen- Teil-Zielgruppe könnte der Apotheker hierdurch eine berechtigte Chance haben, mitten in der Wirtschaftskrise Zusatzumsatz zu generieren.
Die Frage, die sich hier für Fleischereien/Metzgereien anschließt lautet:
Gibt es bei Ihnen eine bisher vernachlässigte Kundengruppe, die insbesondere in der Wirtschaftskrise Ihre besondere Aufmerksamkeit verdienen könnte, um hierdurch vielleicht den entscheidenden Mehrumsatz zu erzielen?
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Schlagworte: Emotion, Fleischer Blog, Geschäftsmodell, Kundenwunsch, Metzger-Blog, ZIelgruppe, Zusatzumsatz
Juni 24, 2009 um 3:32 |
Wenn 80 bis 90% aller Kaufentscheidungen im Unterbewusstsein getroffen werden, dann erscheint es sinnvoll die Zielgruppen emotional, also unbewusst, anzusprechen. Wenn man sich auf dei Suche nach einer guten Agentur macht, wird mann hier sicherlich Profis finden können, die einem ganz tolle Kampagnen entwerfen. Als Metzgermeister muss jedoch hierfür bereit sein, eingefahrene Denk- und Gestaltungsmuster über Bord zu werfen und bereit sein, auf den Rat eines Werbeprofis zu hören. Auch ist hier die billigste nicht immer die Beste Lösung.
Juni 25, 2009 um 6:11 |
Eine gute Kampagne (eigenes subjektives Empfinden) aus dem Fleischebereich ist die Werbung der Firma Ponnath. Grundlage zu allem ist jedoch eine gut ausgearbeitete Positionierung das jeweiligen Unternehmens.
Juli 13, 2009 um 7:26 |
@Dirk Ludwig
Ihr zweiter Kommentar wurde vom Blog-Moderator aufgrund eingeschränkten Themenbezugs ein wenig gekürzt veröffentlicht.