Archiv für Februar 2009

Wertschöpfung durch Vertrauen schaffende Maßnahmen

Februar 27, 2009

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

„Gläserne Produktion“ oder „Visualisierung einzelner Produktionsstufen via Monitor im Ladengeschäft“ sind ohne Frage Maßnahmen, die das Vertrauen des Kunden in die entsprechend aufgestellte Fleischerei/Metzgerei festigen können, – zeigen sie doch die Bereitschaft des betreffenden Meisters, den Kunden einzelne Etappen im Wertschöpfungsprozess seines Betriebes verfolgen zu lassen.

Je mehr Wertschöpfungsstufen auch Sie für den Endverbraucher sichtbar oder nachvollziehbar machen, umso größer ist in aller Regel der Vertrauensvorschuss, den Sie als Fleischermeister bei Ihrer Kundschaft genießen.

So kennzeichnet z.B. Carsten Neumeier aus der Landfleischerei Neumeier seine handwerklich hergestellte „Ahle Wurscht“ mit einem Bauern-Clip, über dessen jeweilige Farbe er den zuliefernden Bauern identifizieren kann.

Die Sostmann Fleischwaren GmbH & Co KG erläutert dem Besucher ihrer Website gar die Vieh-Herkunft inkl. Philosophie zu Aufzucht und Mastbedingungen. Ein Hinweis auf den überwachenden Tierarzt und den Kreis-Veterinär wird wöchentlich aktualisierend ergänzt durch Links zu den zuliefernden Höfen. Die jeweiligen Höfe werden durch Betriebsnummer, Inhaber, Adresse und Länge des Tiertransports (in km und Minuten) gekennzeichnet. Vielfach sind die Höfe inkl. Inhaberfamilie abgebildet, wie hier per Link am Beispiel der Familie Ebbeskotte dargestellt wird.

Je mehr Produktionstiefe auch Sie sichtbar machen können, je besser auch Sie in der Lage sind, dem Kunden die Kontrollmechanismen einzelner Stufen Ihres Produktions- oder Wertschöpfungsprozesses zu verdeutlichen, umso solider ist auch Ihr Betrieb in der Wahrnehmung der Kundschaft aufgestellt.

Ich grüße Sie Herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Serien-Beitrag! Das Querdenk-Modell No. 2: „Das Alleinstellungsmerkmal – noch nie war es so wichtig wie heute!“

Februar 23, 2009

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
unter den von mir aktiv betriebenen Sportarten ist es das 1.000-Meter-Rückenschwimmen, das ich das ganze Jahr über konstant einmal pro Woche praktiziere. Hierbei hatte es eine ganze Weile gedauert, bis ich das für meine Erwartungen oder ‘Ansprüche’ bestgeeignete (Hallen-)Bad gefunden hatte.

Das Erstaunliche daran:
Ich hatte mir nie sonderlich klar gemacht, nach welchen Kriterien ich dabei meine Entscheidung für das inzwischen von mir favorisierte Bad getroffen hatte: Es liegt in einigermaßen gut erreichbarer Nähe meines Domizils, wird zufriedenstellend gepflegt, ist an bestimmten Wochentagen nicht übermäßig voll, hat eine 25-Meter-Bahn, angenehme Wassertemperatur, und der Eintrittspreis ist in seiner Höhe nicht auffällig. Kurzum: Es gab für mich also keinen Grund, über einen Badwechsel auch nur nachzudenken.

Doch dann passierte Folgendes:
Bei einem meiner jüngsten Besuche war die Wassertemperatur plötzlich niedriger als gewöhnlich – sie lag bei gefühlten 4 bis 5° C unter dem dortigen Normalniveau. Und urplötzlich wurde mir klar, welches der meinen Besuch entscheidende KERN-Nutzen ist, den das Bad mir stiftet: Ich kann dort normalerweise meine 1.000 Meter in knapp einer halben Stunde abspulen, ohne auch nur den Hauch einer Unterkühlung zu spüren. Es war also die üblicherweise wohl etwas über Durchschnitt liegende Wassertemperatur der HAUPT-Grund für mich, das Bad zu besuchen. Alle anderen positiven Bad-Merkmale wie Wohnort-Nähe, Gepflegtheit, mäßige Fülle, Bahnlänge etc. waren urplötzlich von untergeordneter Bedeutung.

Bezeichnend:

Es war die -negative- Abweichung von der Norm, die mir verdeutlichte, welches Alleinstellungsmerkmal das Bad aus meiner Sicht besaß. Sollte also der Bad-Betreiber derzeit die Absicht haben, aus Kostengründen die Wassertemperatur zu senken, würde er sich -auch aus Sicht anderer Besucher- seines Alleinstellungsmerkmals berauben.

Auffällig ist dabei:

Während bei „normalen“ Verhältnissen die Zusatznutzen stiftenden Merkmale wie „gute Erreichbarkeit, ordentlicher Zustand, überschaubare Fülle“ das Alleinstellungsmerkmal unterstützend wirken, sind sie im Falle eines Alleinstellungsmerkmal-Schwundes nahezu ohne jede Bedeutung.

Fazit:

Auch Sie machen mit Ihrer Fleischerei/Metzgerei Ihren Kunden ein „einzigartiges Leistungsversprechen“. Dieses Leistungsversprechen setzt sich auch bei Ihnen aus einer ganzen Fülle von Merkmalen zusammen wie zum Beispiel Produkt-Qualität, Sortiments-Art und -Umfang, Vertrauen, Sicherheit, qualifizierte Beratung etc. Eines dieser Merkmale ist aus der Sicht Ihrer Kundschaft das bedeutendste; es ist insofern das entscheidende einzigartige Leistungsversprechen, als es -flankiert durch andere Leistungsmerkmale- dem Kunden den Impuls verleiht, sich bei seiner Einkaufstättenwahl für Ihr Unternehmen zu entscheiden.

Auch im Falle Ihrer Fleischerei/Metzgerei wirkt das Alleinstellungsmerkmal entsprechend:
In konjunkturell durchwachsenen Zeiten erfährt es Unterstützung durch andere Leistungsmerkmale,- in Rezessionszeiten jedoch könnte ein Abbau allein dieses „einzigartigen Leistungsversprechens“ fatale Umsatzfolgen haben, da eine Verwässerung zu Profilverlust führt, und dadurch auch die anderen Leistungsmerkmale kaum noch wahr genommen werden.

Sie sollten sich deshalb in diesen Zeiten die Fragen beantworten:

Welches ist mein einzigartiges Leistungsversprechen, mein Alleinstellungsmerkmal:

a) in der Produkt-Ebene:
zum Beispiel: Sortiments-Art und -Umfang, Qualität, handwerkliche Herstellung, Preis/Leistungsverhältnis usw.

b) in der Ebene der Nutzen-Stiftung:
zum Beispiel: Verzehr ohne Reue (Fleisch-Provenienz, Vertrauen, Sicherheit), Convenience (Zeitgewinn beim Zubereiten und/oder Kochen), kompetente (Ernährungs-)Beratung, Wohlfühl-Atmosphäre im Ladengeschäft usw.

Entscheidend dabei ist natürlich, wie Ihr Kunde Ihr Unternehmen derzeit wahr nimmt und nicht, wie Sie persönlich Ihren Betrieb gern gesehen hätten.
Je besser Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal in der Produkt-Ebene und der Ebene der Nutzenstiftung erkennen und abgrenzen können, umso mehr sollten Sie es in diesen schwierigen Zeiten pflegen. Sollten Sie derzeit Kosten reduzieren (müssen), sollten Sie so lange wie möglich alle Maßnahmen vermeiden, die Ihr „einzigartiges Leistungsversprechen“ verwässern könnten.
Ist in der Produkt-Ebene die Qualität Ihr einzigartiges Leistungsversprechen, gilt es, diese auf jeden Fall konstant zu halten. – Ist in der Ebene der Nutzenstiftung das Vertrauen Ihrer Kundschaft Ihr Alleinstellungsmerkmal, gilt es, alles zu tun, um das Kunden-Vertrauen auch weiterhin zu rechtfertigen.
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Link: Das Querdenk-Modell No. 1: „Zusatznutzen durch passives Sponsoring“

Der Vorteil zeitlich begrenzter Aktionen – oder warum Sie gerade jetzt externe Impulse nutzen sollten

Februar 19, 2009

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
den HACCP-Auflagen und der Rezessionsdiskussion zum Trotz gilt es auch für Sie, Ihr Unternehmen im derzeit schwierigen Fahrwasser auf Kurs zu halten. Und vornehmlich in schwierigen Zeiten ist Kreativität gefragt. Nun wird es Ihnen als handwerklichem Mittelständler sicherlich nicht so leicht gemacht wie derzeit vorzugsweise den Herstellern von Kleinwagen, die ohne eigenes Zutun – und folglich „vollständig überraschend“ einen Nachfrageboom durch die staatliche Abwrackprämie erleben dürfen. Vielmehr sind Sie gefordert, die drohende Kaufzurückhaltung der Konsumenten durch eigene Ideen zu unterlaufen. Das heißt, wieder einmal sind besondere Kreativität und Aktivität gefordert.
Zielgerichtete und zielgruppen-orientierte Ansatzpunkte bilden hierbei zurzeit

die Frühlingszeit,

Ostern inkl. der Karwoche

und die Grillzeit

Folglich sind von Ihnen jetzt vorausschauend die Impulse zu nutzen, die die betreffenden drei „Ereignisse“ extern setzen. Hierzu gilt es in diesem Jahr vornehmlich, auch die Besonderheiten und Folgen der Rezession bei Ihrer Angebotsgestaltung zu berücksichtigen und Ihre Offerten entsprechend zu gestalten. Diese Besonderheiten sind:

das weiterhin steigende Anspruchsdenken des Konsumenten (je umworbener er wird, umso wählerischer wird er)

und die sinkende Grenzneigung zum Konsum (das Angstsparen)

Zunächst einmal bieten Ihnen die drei erwähnten „Ereignisse“ (Frühling, Ostern, Grillzeit) willkommene Ansatzpunkte für Aktivitäten:

Erstens: Jedes dieser „Ereignisse“ ermöglicht Ihnen, durch saisonal-regionale Produkt-Kombination (z. B. Schinken und Spargel) und zugehörende Dienstleistung dem Kundenwunsch nach saisonal-typischem Angebot zu entsprechen. Das ist das eine.

Zweitens: Durch die zeitliche Begrenzung Ihres betreffenden Angebots (jeweils nur wenige Wochen) wird Ihre Offerte zur Aktion, zu einem Erlebnis. Ihr Angebot erfährt hierdurch in der Wahrnehmung des Kunden eine erhöhte Wertigkeit.

Gleichzeitig könnten Sie dabei dieses Jahr zusätzlich die Rezessionsfolgen etwa wie folgt abfedern

Drittens: Der aktuell (noch) anspruchsvoller werdende Konsument der Rezessionszeit erfährt durch die drei aufeinander folgenden ereignisrelevanten Aktionen eine willkommene und gewünschte (Produkt-)Abwechslung in Ihrem Sortiment.

Viertens: Sie könnten die gekennzeichnete sinkende Grenzneigung zum Konsum (das Angstsparen) aufbrechen, indem Sie (möglichst bei einem neuen oder saisonal bedingten Angebot) ein G r a t i s-Produkt bei Abnahme einer Mindestmenge pro Zeiteinheit (Woche, Monat) garantieren.

Fünftens: Sie können Produkt-Varietäten, die Sie zusätzlich zu einem Ihrer Grundprodukte entwickeln, relativ problemlos auf Abnahmebereitschaft testen, wenn Sie sie zunächst deutlich als Aktionsbestandteil kennzeichnen. Bei Bewährung während der Aktion können Sie die Varietät gegebenenfalls dauerhaft im Sortiment halten, andernfalls lassen Sie sie auslaufen, – es war dann eben nur eine Aktion.

Sechstens: Sie persönlich oder Ihr Verkaufs-Team könnten durch Hinweis auf die regional-saisonale Produkt-Kombination und die zeitliche Begrenzung der Aktionen die FAQs des Konsumenten auskontern, die da lauten könnten, wieso Ihre Sonder-Angebote nur für ausgewählte Artikel und nicht für das ganze Sortiment gälten und/oder warum Ihre Sonder-Angebote (z.B. Mengen-Rabatt) limitiert seien.

Ein Einwand: Natürlich lassen sich Ihre Kunden nicht alle gleichermaßen intensiv durch die erwähnten Argumente ansprechen – dafür sind die Konsumenten zu unterschiedlich.

Je besser Sie es jedoch verstehen, die aus obigen Argumenten heraus schauenden Endnutzen (Abwechslung, Erlebnis, Belohnung der Kundentreue etc.) zu verdeutlichen, umso eher werden Sie ein breites Spektrum der Kundenwünsche mit Ihrem Angebot abdecken und bei vielen Ihrer Kunden die Kauf entscheidenden Emotionen auslösen. Ein wenig vorausschauende Planung, Vorbereitung und Ankündigung Ihrer Aktivitäten würden natürlich die Effektivität der Aktionen unterstützen.
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Ein Musterbeispiel an Vertrauen schaffender Transparenz und vorbildlicher Kunden-Orientierung: 60 Jahre VAN HEES – der Geschäftsbericht 2007 liegt vor

Februar 15, 2009

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

bereits zum zweiten Mal veröffentlicht das mittelständische Familienunternehmen VAN HEES GmbH, D 65396 Walluf, einen Geschäftsbericht. Das Besondere daran: Die beeindruckenden Zahlen in der Bilanz zum 31. Dezember 2007 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2007 werden nicht nur erläutert, sondern es werden auch die Geschäfts-Philosophie und offensichtliche Ursachen für die Erfolge formuliert. Dabei waren die Wettbewerbs- und Marktbedingungen in 2007 für den Hersteller und Vermarkter von Gütezusätzen, Gewürzen/-mischungen, Kräutern, Marinaden, Emulsionen und Aromen durchaus als widrig einzustufen. Denn der Geschäftsbericht führt hierzu sinngemäß wie folgt aus:

Der Einsatz von Lebensmittelrohstoffen zur Energiegewinnung führte in 2007 zu einer dramatischen Erhöhung der Rohstoffpreise. Der Umsatz des Fleischerhandwerks in Deutschland verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 2,5% bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Betriebe um 377 auf 16.761.

Vor diesem Hintergrund ist zum einen die im Bericht ausgewiesene Umsatzsteigerung von € 50.976.814,85 in 2006 auf 54.214.739,23 in 2007 bemerkenswert; – VAN HEES erzielte nämlich allein in Deutschland in 2007 mit € 34.918.847,00 einen Anteil von 64,41 Prozent des gesamten Umsatzerlöses. Zum andern stieg das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von € 3.314.193,63 im Jahre 2006 um 13,6 Prozent auf € 3.767.061,62 im Jahre 2007. Die Eigenkapital-Quote liegt in 2007 nahezu unverändert hoch bei 82,7%.

Wie der Geschäftsbericht 2007 des Weiteren erläutert, sieht man bei VAN HEES die Ursachen des Erfolges in mehreren Ebenen.

Hierzu gehören:

Die Unternehmens-Philosophie und Transparenz

Die (Produkt-) Innovationen sind laut Bericht grundsätzlich kundenorientiert. Der Know-How-Transfer erfolge bilateral. Wörtlich führt Jürgen Georg Hüniken (Vorsitzender der Geschäftsführung) hierzu aus: „Durch mit Kunden abgestimmte Rezepturanpassungen unserer Fachberater konnten […] Optimierungen umgesetzt werden.“ Kundennähe werde auch international durch Niederlassungen und Service-Stützpunkte in wichtigen Märkten sowie durch Vertriebspartner in allen Erdteilen praktiziert.


Das Engagement der Mitarbeiter/-innen

Die erläuterte Firmen-Philosophie werde gelebt. So kann Jürgen Georg Hüniken den engagierten Einsatz einer gestiegenen Zahl motivierter Mitarbeiter/-innen würdigen. Anlässlich des 60jährigen Bestehens der Unternehmensgruppe hätten die VAN HEES-Gesellschafterinnen eine großzügige Spende an die Mitarbeiter ausgeschüttet, die sich an der Dauer der Betriebszugehörigkeit orientierte.


Investitionen und Umfeldbewusstsein

Hierzu führt der Geschäftsbericht aus: „Durch umfangreiche Investitionen und Prozessoptimierungen konnte eine deutliche Verbesserung der Energiebilanz und dadurch eine ca. 25%ige Reduzierung des CO2-Ausstoßes realisiert werden.“


IFFA

Hier habe VAN HEES auf einem respektablen Stand „interessante Innovationen aus verschiedenen Produktbereichen“ präsentiert. „Glasieren – die neue Art Fleisch zu veredeln – stand bei den Convenience-Produkten im Focus.“


Spenden

Auch in 2007 hatte man bei VAN HEES den Fleischer-Nachwuchs im Visier: Mit der Versteigerung der „Künstlerschweine“, so der Geschäftsbericht, kann eine Spende an die Stiftung des Deutschen Fleischerverbandes (DFV) gemacht werden, die sich für die Jugend, Bildungs- und Sozialarbeit für den Fleischernachwuchs einsetzt. Julia van Hees habe in Bochum anlässlich der Mitgliederversammlung den Scheck an den Präsidenten des DFV, Herrn Manfred Rycken überreicht.


IFS Zertifizierung / Bio

Wiederum seien die Produktionsstandorte Walluf und Wuppertal erfolgreich nach dem Internationalen Food Standard (IFS) auf „higher level“ zertifiziert worden. Ferner habe VAN HEES die „Bio“- und „Halal“-Rezertifizierung erhalten.


Ausblick

Wie in vergangenen Jahren sollen die Investitionen aus eigenen liquiden Mitteln erfolgen. Risiken, welche die künftige Entwicklung des Unternehmens wesentlich gefährden könnten, seien nicht erkennbar. Dem weiteren Rückgang der Anzahl der Fleischerei-Handwerksbetriebe werde man wie im Vorjahr durch neue Produkte, durch intensive Kundenbetreuung und durch Werbung von Neukunden begegnen. Darüber hinaus werde der Export und werde die Industrievertriebsorganisation steigende Erfolge aufweisen.

Der Geschäftsbericht schließt mit einem Abriss der Firmengeschichte unter dem Topic „Kontinuierliche Entwicklung zum technologischen Marktführer“.
Die Zielsetzung des Unternehmens ist laut Georg Jürgen Hüniken unverändert: „Unser Ziel ist es, technologischer Marktführer als Zulieferer für fleischverarbeitende Unternehmen zu werden.“

Soweit der Geschäftsbericht 2007.

Was bedeutet das für Sie als Fleischer/Metzgermeister?

1) Durch Veröffentlichung eines jährlichen Geschäftsberichts ermöglicht VAN HEES einen entscheidenden Einblick in Struktur, Bonität, strategische Zielsetzung, Umweltbewusstsein, Qualifikation und Motivation des Unternehmens.

2) Die durch diese Politik erzeugte Unternehmens-Transparenz ist eine Vertrauen steigernde Maßnahme mit nachhaltiger Wirkung.

3) Der enger werdende Markt in Deutschland wird eine Gewürzfirma mit einer strategischen Ausrichtung wie VAN HEES veranlassen, den bilateralen Know-How-Transfer der Firmen-Philosophie entsprechend zu Ihrem Vorteil weiterhin zu kultivieren.

4) Eine Betreuung durch VAN HEES-Außendienstler wird sich auch künftig an der Erfüllung IHRER Wünsche orientieren, um den Erwartungen IHRER Kunden durch Rezepturanpassungen bestmöglich zu entsprechen.

5) Ihre Wünsche sowie die Anregungen und Empfehlungen Ihrer Kollegen werden durch die Außendienstler der Firmengruppe VAN HEES deutschlandweit registriert. Die betreffenden Informationen fließen im Ideenpool konzentrisch bei VAN HEES zusammen und werden ausgewertet. Hierdurch entsteht eine Gruppen- oder gar Branchen-Kreativität mit großer Eigen-Dynamik, die ihrerseits entscheidende Anstöße für endverbrauchergerechte Kreationen im Hause VAN HEES zu IHREM Nutzen hervorruft.

6) Je offener und präziser auch Sie Ihre Wünsche und Erwartungen zu formulieren bereit sind, um so eher könnte ein Unternehmen wie VAN HEES dem steten Wandel der Endverbraucherwünsche entsprechend auch Ihnen in allen relevanten Anwendungssegmenten innovative Lösungen präsentieren.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Kollegenrat erbeten: Die Stellenausschreibung für Produktion und Küche

Februar 11, 2009

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

heute bittet Ihr Kollege Dirk Flechsig, geschäftsführender Gesellschafter der Fleischerei Flechsig GmbH in 59174 Kamen um Ihre freundliche Informationsbereitschaft.

Dirk Flechsig möchte für seine Fleischerei eine Stellenbeschreibung für die Anforderungen in handwerklicher Produktion und Küche erarbeiten.

Während ihm ein Winter-Seminar im Bereich Stellenbeschreibung für Fachverkäufer zufrieden stellende Unterstützung geliefert habe, sei im Bereich der Stellenbeschreibung für Produktion und Küche nur schwierig an geeignete Informationen zu gelangen.

Er möchte deshalb hier im Blog eine Diskussion zu diesem Thema anstoßen und bittet zunächst um Mitteilungen und Erfahrungen zu den Bereichen

Stellenprofil für Produktion und Küche

Was wird von dem betreffenden Bewerber erwartet (Anforderungsprofil)?


Hierarchische Struktur innerhalb von Produktion und Küche

Von besonderem Interesse wäre sodann zu erfahren, wie und welche „Sicherungsmechanismen“ einzubauen wären, damit im Falle von krankheits- oder unfallbedingten Arbeitskräfte-Ausfällen das „richtige“ Notprogramm möglichst unverzüglich greift (wer könnte wen am besten ersetzen?).


Lernwilligkeit, Fortbildungsbereitschaft der einzelnen Arbeitskraft

Hier wäre von Bedeutung zu erörtern, wie man die Unternehmens-Philosophie oder Unternehmens-Kultur „Im Dienste des Kunden“ dauerhaft vermittelt und aufrecht hält. Wie könnte z. B. eine Arbeitskraft motiviert werden, sich (gegebenenfalls auch in der Freizeit) durch bezahlte Seminarbesuche fortzubilden?


Klicken Sie zwecks Kommentierung bitte unterhalb dieses Beitrags auf Kommentare, setzen anschließend Ihre eMail-Adresse ein und schreiben Ihre Antwort in das Freifeld – und klicken anschließend auf senden. Gern können Sie auch nur einen einzigen der drei Punkte kommentieren.

Herzliche Grüße sendet

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

„Denke einfach und trotzdem korrekt!“ – HACCP aus der Sicht eines Fleischermeisters – Teil 2

Februar 7, 2009

Während ich im ersten Teil der Serie stark auf den schriftlichen Teil des HACCP-Systems eingegangen bin, möchte ich im zweiten die praktischen Maßnahmen unseres Betriebes vorstellen.

Praktische Anwendungen basieren auf einfacher, schneller Auszeichnung der Waren und einer unkomplizierten Lagerhaltung.
Zur Kennzeichnung der eingekauften Ware und Beschleunigung im Fall einer Kontrolle sind alle unsere Gewürze und Bedarfsstoffe in geräumigen Kisten gelagert.
Versehen mit einem laminierten Schild geben sie Auskunft auf Inhalt und zeigen mit Logo des entsprechenden Lieferanten auch die Herkunft an.
Durch die Ordnung in diesen Kisten (einfache Kisten von Gewürzfirmen) mit nicht mehr als zwei Waren Inhalt kann man auch ungelernte Kräfte Gewürze sortieren lassen und erhält einen schnelleren Überblick betreffs fehlender Produkte.
Auch unsere selbst hergestellten Waren finden in diesem Boxensystem Platz.

Zur Feststellung der Haltbarkeit unserer eigenen Produkte haben wir auf dem Thermodrucker neben der Auszeichnung von SB-Waren auch PLUs für 52 laufende Wochen des Jahres eingerichtet. Ein Ausdruck der Woche mit getesteter Mindesthaltbarkeit von 4 Wochen zeigt auf einen Blick an, welche Waren aus dem Programm genommen werden müssen.

Auf diese praktische Art können wir effizienter arbeiten, haben bedeutend weniger Ausschuß abgelaufener Ware und können somit frischere Produkte anbieten.
Die Etiketten benutzen wir in Verbindung mit Schlaufenetiketten zusätzlich für die chargenmäßige Auszeichnung bei EU-Kisten, ohne wie z.B. bei der Rindfleischetikettierung jedes einzelne Stück mit einem Schild zu versehen oder mit einem wasserunlöslichen Stift zu beschriften.
Die aus der eigenen Produktion stammenden Waren enthalten in ihrer Box zudem in laminierter Form die Rezeptur, damit auch jeder Angestellte ohne fremde Hilfe eine Anleitung zur Herstellung erhält.

Wie bauen Sie Ihr praktisches HACCP auf?

Welchen hygienischen und organisatorischen Problemen stehen Sie in Ihrem täglichen Alltag gegenüber?

Mit freundlichem Gruß aus dem Solling
Fleischermeister Daniel Otte

Reihe wird fortgesetzt…

Das richtige Gespür

Februar 5, 2009

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

Carsten Neumeier, Inhaber der Landfleischerei Neumeier im hessischen Walburg staunte nicht schlecht, als er von SlowFood Deutschland eine ganz besondere Einladung bekam. Man bat ihn, an einer Verkostung anlässlich der Internationalen Berliner Filmfestspiele 2009, der Berlinale aktiv teilzunehmen. Es galt, am 06. Februar im Anschluss an eine Film-Uraufführung seine handwerklich hergestellten Slow-Food-Erzeugnisse im nachstehend skizzierten Umfeld selber zu präsentieren.

Der Ort: Cinema Paris, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin-Charlottenburg
Der Film: Terra Madre, Uraufführung
Regisseur: Ermanno Olmi
Wie SlowFood Deutschland dazu mitteilt, zeigt „der weltberühmte Altmeister des italienischen Kinos […] seine eigene Sicht auf das große Thema der Ernährung und ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Zusammenhänge“. (Quelle:
SlowFood Deutschland, Website www.slowfood.de/intro_09/olmi, eingesehen am 05. 02. 2009)
Filmbeginn: 21Uhr 45
Anschließend:
Gäste-Empfang mit Kalt/Warm-Bufett
Koch/Chef: Cornelia Poletto
Fragen und Antworten mit Regisseur Ermanno Olmi und Carlo Petrini (Gründer und Präsident der Slow-Food-Bewegung)
Verkostung unter verantwortlicher Teilnahme von Carsten Neumeier

Carsten Neumeier hierzu wörtlich: „Ich habe mit meiner Zusage nicht lange gezögert.“

Erwartete Effekte aus der Sicht des Fleischermeisters:

Der Film wird die Gäste sensibilisieren.
Die von Carsten und Carina Neumeier vorgestellten
„Ahle Wurscht“ und „Hessisch-Walburger Fleischkäse“ treffen anschließend auf hochmotivierte Gäste.
Carsten Neumeier wird wertvolle Kontakte knüpfen.
Sein Image als handwerklicher Hersteller von „Slow-Food-Produkten“ wird verstärkt.
Die Bindung neu gewonnener Kunden durch seinen Webshop ist auch überregional wahrscheinlich.
Durch eventuelle Einpflege von Hinweisen und Bildmotiven der Veranstaltung auf seiner Website wird der künftige Besucher eingestimmt, mit den Neumeier-Erzeugnissen etwas Besonderes zu erwerben.

Zwar wird der (Teilnahme-)Aufwand anfänglich den erzielbaren Ertrag wahrscheinlich übersteigen. Entscheidend ist jedoch auch hier die Nachhaltigkeit der geknüpften Kontakte und der Werbewirkung des Events.

So war es sicherlich auch kein Zufall, wenn sich SlowFood Deutschland mit seiner Einladung auch an Carsten Neumeier wandte, da der Hersteller hochwertiger Wurstwaren als jahrelanger Passagier der SlowFood Arche des Geschmacks dort bestens bekannt war.

Fazit:
Vielleicht gibt Ihnen das Carsten-Neumeier-Beispiel Anregung, Ihrerseits nach Veranstaltungen und/oder Messen Ausschau zu halten, die Ihnen Gelegenheit geben, sich in der Wahrnehmung des Endverbrauchers weiter zu profilieren. Denn insbesondere dann, wenn auch Sie unverwechselbare Produkte herstellen und einen eigenen Webshop pflegen, könnte auch jeder überregional zusätzlich gewonnene Kunde entscheidenden Umsatzzuwachs bringen.

Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

„Juister Krabbensalat“

Februar 1, 2009

Am Sonnabend machte ich auf Wunsch und in Begleitung meiner Frau einen längeren Bummel in der Bielefelder Altstadt. Ich sollte ihr zuliebe ein bestimmtes Angebot eines Einzelhändlers beurteilen, das hier jedoch nicht Gegenstand der Untersuchung ist. Wir schlenderten an den verschiedensten Auslagen an mittelständischen Fachgeschäften mit gutem Branchenmix vorbei und sichteten sodann einen Passantenstopper vor dem Delikatessengeschäft Klötzer. Aus den dort mit Kreide gelisteten Tagesangeboten registrierte ich den Angebotshinweis „Juister Krabbensalat“. Da ich als ausgewiesener Sylt-Fan einem „Juister Krabbensalat“ zunächst keine große kulinarische Bedeutung beimessen konnte, fragte ich mich dennoch, warum man sich bei Klötzer ausgerechnet dieses Inselnamens (und natürlich der passenden Produkt-Ingredienzen) bediente, um einem Krabbensalat besondere Attraktivität zu verleihen.
Im anschließenden Gespräch mit meiner Frau dämmerte es mir dann: Juist war und ist offenbar seit Generationen die Lieblings-Nordseeinsel der Bielefelder Wohnbevölkerung. Ein großer Teil der Kundschaft hat somit einen besonderen Bezug zu dem Ferienort.

Fazit
Hier hat es die Geschäftsleitung geschickt verstanden, der Kundschaft neben dem Genussversprechen aus einer kulinarischen Delikatesse auch mehrere Kauf stimulierende ZUSATZNUTZEN über die Namensgebung zu vermitteln;- nämlich einerseits Vertrautheit mit dem Produkt und andererseits auch Ferienstimmung oder Ferien-Erinnerung.

Vielleicht beantworten Sie sich einmal die Frage:

Welches sind die Lieblingsferienorte Ihrer Kunden?
Mit welcher (Produkt- und Namens-)Komposition könnten auch Sie hier einen Kauf anregenden ZUSATZNUTZEN kreieren?

Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)