Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
in Teil eins dieser Serie wurden wesentliche Interessenschwerpunkte der Generation 50plus bereits benannt:
Kommunikation
Gesundheit
Lokal-Patriotismus
Es entsteht die Frage, welche Möglichkeiten sich Ihnen als Fleischer/Metzgermeister bieten, den entsprechenden Wünschen und Erwartungen dieser beständig wachsenden und somit wichtiger werdenden Teil-Zielgruppe mit Ihrem Produkt-Angebot und Ihren Dienstleistungen zu entsprechen. Wichtig hierbei ist zu wissen: Das Konsumverhalten älterer Menschen ändert sich mit zunehmendem Alter beträchtlich. Das Besondere daran: Es ist den meisten nicht bewusst. Je besser Sie jedoch die (unbewussten) altersbedingten Kernwünsche dieser Kundengruppe mit Ihrem Angebot zu erfüllen versprechen, umso erfolgreicher werden Sie sein.
Fakt ist:
Die Mobilität älterer Menschen nimmt ab.
Die Sehfähigkeit lässt nach.
Neue Informationen werden schwerer aufgenommen und langsamer verarbeitet.
Entsprechend schwerer wird es, bei dieser Kundengruppe Wünsche zu wecken und diese der Zielgruppe auch bewusst zu machen.
Der Wunsch nach Sicherheit und Verlässlichkeit ( = Vertrauen in Herkunft und Konsistenz ihrer Erzeugnisse) nimmt zu.
Ein (vermeintliches) Über-Angebot an Produkt-Kategorien und Produkt-Varietäten wirkt verwirrend.
Man wünscht eine gewisse Ordnung und Überschaubarkeit.
Und: In aller Regel steigt auch der (zeitliche) Beratungsbedarf
Die Frage entsteht:
Wie können Sie sich und Ihre Fleischerei/Metzgerei auf diese Fakten und die damit verbundenen Wünsche und Erwartungen einrichten?
Ein erster wesentlicher Ansatzpunkt liegt hier im Bereich der Kommunikation. Alle Bemühungen sind deshalb von Bedeutung, die der Steigerung der Wohlfühl-Atmospähre in Ihrem Ladengeschäft dienen.
Zum einen:
Dieses Ziel erreichen Sie am ehesten, indem Sie dieser Teil-Zielgruppe überdurchschnittlich viel Zeit widmen, nämlich viel Zeit für (Gesundheits-)Beratung in Kombination mit wechselseitigem „Informations“-Austausch. Je besser Sie beraten, umso eher treffen auch ältere Menschen eine Entscheidung.
Ferner:
Ein älterer Mensch liebt Vertrautes. Diese Aussage gilt nicht nur für Ihr Ladengeschäft und Ihr Waren-Angebot sondern auch für Ihr Verkaufs-Team. Je länger Ihr Personal bei Ihnen beschäftigt ist und je näher das Personal altersmäßig der Teil-Zielgruppe zumindest nahe kommt, umso besser ist das für Kommunikation, Vertrauen und letztlich Umsatz.
Des weiteren:
Schaffen oder vergrößern Sie die Möglichkeiten, die Verweildauer in Ihrer Fleischerei zu erhöhen – und zwar ohne den Eindruck zu erwecken, der (ältere) Kunde müsse Zeit mit Warten verbringen. Das wäre nämlich kontraproduktiv, denn insbesondere ältere Leute werden leicht ungeduldig, wenn man sie ihrer Meinung nach schlicht warten lässt. Kommen Sie vielmehr dem betreffenden Kundenwunsch nach einfachem, bequemem und stressfreiem Einkaufen entgegen, indem Sie Ihre SB-Convenience-Abteilung mit Wurstwaren und Fertiggerichten in Dosen oder Gläsern übersichtlich bestücken.
„Übersichtlich“ heißt hier: Begrenzen Sie die Wahlmöglichkeiten. Verwenden Sie ferner gut lesbare Schrift auf Produkten und Schildern. (Aber legen Sie auf keinen Fall Leselupen aus! Ein älterer Mensch jenseits der 60 fühlt sich heutzutage bis zu 15 Jahre jünger als seinem biologischen Alter entspricht.)
Diese Serie wird fortgesetzt. Ich würde mich freuen, von Ihren Erfahrungen und Empfehlungen zu lesen.
Herzliche Grüße
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