Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
sicherlich werden auch von Ihnen kontinuierlich die Umsatzzahlen Ihres Ladengeschäfts abgefragt, die BWAs monatlich vergleichend ausgewertet und die Ergebnisse der Renner/Pennerliste diskutiert. Sie erkennen, was in welchem Zeitraum nachgefragt wird. Die BWAs sagen Ihnen allerdings nichts darüber, warum und vor allem auch nicht, von wem die Produkte gekauft werden. Zwar können Sie auf den ersten Blick einen Stammkunden von einem Gelegenheitskäufer unterscheiden und wissen, wie Sie den einen bzw. den anderen argumentativ zu beraten haben. Zudem ist vielen unter Ihnen auch bewusst: Der überwiegende Teil Ihrer Kundschaft ist weiblich. (Nicht repräsentative) Schätzwerte beziffern den Anteil weiblicher Kundschaft in einer Fleischerei/Metzgerei auf 65 bis 75 Prozent. Das Verhältnis Kundin/Kunde liegt also etwa bei 70/30.
Die Frage ist nur: Wie Ist Ihr Ladengeschäft eigentlich auf diese Tatsache eingerichtet? – Denn: Männer und Frauen unterscheiden sich in Ihren Kaufpräferenzen (zum Teil beträchtlich) voneinander. Es gäbe also durchaus Sinn, die Struktur Ihres Ladengeschäfts inkl. Waren-Präsentation, Beratungs-Intensität, Kommunikation, Auswahl-Möglichkeit und Auswahl-Zeitraum primär auf die weibliche Kundin auszurichten.
Stellen Sie sich deshalb einmal gedanklich vor Ihre Theke und beantworten sich einmal gemeinsam mit Ihrer Frau die Fragen, wer unter Ihren Kunden – Mann oder Frau – zur Zeit bei Ihnen deutlicher angesprochen wird bei:
Wohlfühl-Atmosphäre
Kommunikationsmöglichkeit mit dem Kunden und unter den Kunden
Sortiments-Art, -Umfang und -Präsentation
Auswahl-Zeitraum (bis zum Kauf) und (gewünschte) Verweil-Dauer des Kunden
Sie werden erstaunt sein, wie unterschiedlich Sie beide aus Ihrem jeweiligen Blickwinkel Ihren Betrieb urplötzlich sehen.
Fazit:
Insbesondere dann, wenn Sie den Eindruck gewinnen, die von Frauen favorisierten (zum Kauf anregenden) Elemente seien in Ihrem Ladengeschäft massiv unterrepräsentiert, könnte eine Strategie-Änderung Umsatz-Schübe nach sich ziehen. Denn: Bei Ausrichtung Ihres Ladengeschäfts auf die Präferenzen Ihrer weiblichen Kundschaft würden Sie sich in Zukunft an den Vorlieben der zahlenmäßig größeren Zielgruppe Ihres Betriebes orientieren.
Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare und grüße Sie herzlich
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