Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
was läuft Ihrer Meinung nach bei Ihnen über die so wichtige Mundpropaganda? Worüber sollten sich Kunden gegenseitig bezüglich Ihrer Fleischerei/Metzgerei unterhalten oder informieren? Auf welchem Sektor sind Sie derzeit besonders innovativ? Liefern Sie Ihren Kunden irgendeinen Zusatz-Nutzen, der ihn besonders erfreut?
Aus den vielen persönlichen Gesprächen und E-Mail-Kontakten, die ich in jüngster Zeit mit mehreren Fleischermeistern Deutschlands hatte, verstärkt sich aus Fleischermeister-Sicht ein bedeutsamer Trend: „Der klassische „mittelständische“ Kunde bleibt vielfach fort.“ Auf meine Rückfrage hin wurde mir erläutert, wer gemeint ist: „Es ist der etwas überdurchschnittlich gut verdienende Kunde mit Eigentumswohnung oder einem kleinen Häuschen, einem Mittelklasse-Auto und einer Ferienreise im Jahr.“
In einer Zeit, in der ein solcher „Mittelstands-Kunde“ aus Sorge vor der Zukunft eher dazu neigt zu sparen als zu konsumieren, wird Kundenbetreuung um so wichtiger. Zwar können Sie als einzelner Fleischer/Metzgermeister nichts gegen steigende Benzin-, Gas- und Strompreise unternehmen. Und Preis-Senkungen fallen Ihnen vor dem geschilderten inflationären Hintergrund auch nicht leicht.
Aus der Reihe möglicher Maßnahmen oder Ansatzmöglichkeiten greife ich hier deshalb einmal Ihre Möglichkeit auf, Ihrem Kunden mit jedem Kauf in Ihrem Ladengeschäft einen Zusatz-Nutzen zu liefern, den er besonders günstig oder gar gratis erhält.
Hierzu sollten Sie sich einfach mal die nachstehenden drei Fragen durchlesen und für sich beurteilen, inwieweit Sie bereit sind, eine solche Art von Zusatz-Nutzen zu liefern:
a) Vermitteln Sie Ihrem Kunden das Gefühl, sich auch noch nach dem Verkauf um ihn zu kümmern?
b) Was gibt es bei Ihnen an Sinnvollem g r a t i s?
Zum Beispiel: „saisonale Rezept-Empfehlungen“
oder aktuelle Flyer zu „Sicherheit beim Grillen“?c) Wären Sie weitsichtig genug, ein von einem Kollegen verfasstes Kochbuch in Ihrem eigenen Laden-Geschäft anzubieten? – so wie das Ludger Freese in niedersächsischen Visbek derzeit mit dem neuen Kochbuch „Kochen ist Herzenssache“ Ihres Kollegen Dirk Ludwig aus dem hessischen Schlüchtern praktiziert?
Ich bin sicher, die Kunden wüssten diese „Zusatz-Leistungen“ durch Mundpropaganda zu Gunsten Ihrer Fleischerei/Metzgerei zu würdigen. Und Ludger Freese wird ganz sicher von dem „Feed-Back“ profitieren, das ihm die Kunden-Kommentare zum Kochbuch seines Kollegen liefern.
Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere unter Ihnen einen kleinen Kommentar zu diesem Thema beisteuern könnte. Er würde der ganzen Branche nutzen können.
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
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Schlagworte: Fleischer Blog, Kochbuch, Kochen ist Herzenssache, Metzger-Blog, Mundpropaganda, virales Marketing, Zusatz-Nutzen
Juni 19, 2008 um 4:27 |
Hallo liebe Kollegen!
Ich frage mich, ob es den klassischen mittelständischen Kunden gibt? nach der Lektüre des Buches Brain Script. Warum Kunden kaufen von Hans-Georg Häusel segmentiere ich meine Zielgruppen anderes. Nämlich nicht nach Alter, Geschlecht, Haushaltsgröße etc. sondern nach Ihren Bedürfniszielgruppen. Erst das konsequente Vertiefen in die Bedürfnisse der Zielgruppen ermöglichte mir, zielgenaue Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Man muß sich dabei immer vor Augen halten, dass 80% aller Kaufentscheidungen nicht rational, sondern im Unterbewußtsein getroffen werden. wen es auch interessiert, dem empfehle ich unbedingt das Schökern im Buch von Hans-Georg Häusel.
Herzliche Grüße
Dirk Ludwig
http://www.Metzgerei-Ludwig.de
Juni 20, 2008 um 9:08 |
@ Dirk Ludwig
Hallo Herr Ludwig,
vielen Dank für den interessanten Kommentar, ermöglicht er mir doch, auf einige Besonderheiten zusätzlich einzugehen.
a) Die allermeisten Betriebe (Fleischereien/Metzgereien, Bäckereien und Konditoreien u. a.) machen Branchen übergreifend mit ca. 20 Prozent ihrer intensivsten Kundschaft etwa 50 Prozent ihres Umsatzes oder mehr (Pareto-Gesetz). Insofern ist es auch kein Zufall, wenn international bekannte Marketing-Experten insbesondere auch bei Produkt-Streckung empfehlen, vornehmlich solche (Eigen)-Erzeugnisse zu dehnen, die von INTENSIV-Verwendern nachgefragt werden. Eine erste Zielgruppen-Differenzierung nach Besuchshäufigkeit in einer Fleischerei und eine vorrangige Orientierung an der Kundengruppe der Intensiv-Verwender wird deshalb empfohlen.
b) Gelingt es sodann, das Wünsche-Spektrum dieser so wichtigen Verwender-Gruppe in die wichtigsten KERN-Wünsche aufzugliedern (wie derzeit zum Beispiel in die Wünsche nach Genuss, Convenience, Gesundheit), ist der Boden bereitet, gruppen-individuelle Angebote auf dem Produkt- und Dienstleistungs-Sektor zu entwickeln, die von der jeweiligen Teil-Zielgruppe (z.B. von dem Genießer unter den Intensiv-Verwendern) besonders deutlich wahrgenommen werden.
c) Ferner wird eine Orientierung nicht so sehr an Bedürfnissen sondern vielmehr an Kunden-Wünschen als sinnvoll herausgestellt. Der Unterschied scheint auf den ersten Blick gering zu sein, – ist aber in seiner Wirkung beträchtlich. Denn Bedürfnisse sind als Nachfrage-Stimulans begrenzt, während Wünsche immer wieder – Nachfrage steigernd – aufs neue geweckt werden können, die dann ihrerseits wiederum neue Wünsche generieren können.
Nachhaltige Kunden-Orientierung und bewusste Kundengruppen-
Differenzierung werden von Ihnen in Ihrem Betrieb offenbar überzeugend umgesetzt. Die Fortschrittlichkeit Ihres Betriebes zeigt sich auch in der von Ihnen erwähnten Tatsache, Ihre Fleischerei als Dienstleister zu sehen.
Freundliche Grüße sendet
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)