Unser Stolz und unser Streben

By Ludger Freese

Das neue Leitbild für unseren Berufstand ist erstellt worden. Dieses moderne Gruppenleitbild beschreibt das Fleischerhandwerk im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld. Uns wird mit dem Leitbild bewusst gemacht, wie unser Verhältnis zu unseren Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten, der Umwelt oder der Wertigkeit von Lebensmitteln ist.
Das Leitbild wurde von der renommierten Schweisfurth-Stiftung erstellt und von Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald moderiert. Ich schätze seine Weitsicht sehr und mag seine besonnene und verständliche Wortwahl.

Die Schweisfurth-Stiftung hat nun gemeinsam mit dem Deutschen Fleischerverband eine Einladung nach München ausgesprochen, um das Leitbild in die Fleischer-Fachgeschäfte zu tragen. Zu diesem ersten Treffen waren 14 Betriebe eingeladen, die in einem Workshop die Arbeit aufgenommen haben. Ich habe die Einladung gerne angenommen und möchte mich an der Umsetzung beteiligen. In dem kreativen Treffen wurde uns das Leitbild vorgestellt. Ich habe nicht für möglich gehalten, welches Potenzial im Leitbild steckt.
Nach dem Kernsatz folgen vier Dimensionen, die unsere Branche sehr gut beschreiben.

Der Kernsatz lautet:

Unser Stolz:
Fleisch- und Wurstwaren,
Kostbarkeiten für das Leben,
natürlich, regional, edel,
mit meisterlicher Kunstfertigkeit und Sachverstand,
unverwechselbar vom Fleischhandwerk hergestellt.
Unser Streben:
in allen Handeln kooperativ und kommunikativ,
geleitet von Respekt und Verantwortung.

In dieser ersten Passage steckt unglaublich viel drin. (Bitte öfter und langsam lesen) Wir werden über zwölf Monate als Betrieb, gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, diesem Leitbild mit seinen vier Unterpunkten (Dimensionen) in kleinen Schritten ein reales, praktisches Berufsbild geben. Auf diese Arbeit bin ich stolz und ich freue mich darauf.
Ich werde versuchen, immer wieder hier im Fleischerblog über diese Arbeit zu berichten.

Kennen Sie Leitbilder in der Wirtschaft? Hat Ihr Betrieb ein eigenes Leitbild ? Wie sehen Sie unsere Branche leitbildgestützt?

Ihr Kollege Ludger Freese aus Visbek.

(Foto: Das neue F-Markenlogo des DFV vor unserem Geschäft.)

5 Antworten zu „Unser Stolz und unser Streben“

  1. Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt sagt:

    Hallo Herr Freese,
    ein äußerst wertvoller Beitrag! Und das umso mehr, als Sie auf dem Weg zur Umsetzung des Leitbildes immer wieder einmal inne halten werden. Es wird aufschlussreich für die ganze Branche werden, gelegentlich von Ihnen hier im Blog zu erfahren, inwieweit Leitbild-Vorgabe und -Umsetzung auf den einzelnen Stationen des Weges einander entsprechen. Je besser das Leitbild von einer Fleischerei „gelebt“ wird, umso deutlicher könnte sich die betreffende Fleischerei zum Nutzen des „anspruchsvollen Verbrauchers“ profilieren und sich gegenüber Supermärkten und Discountern abgrenzen.
    Mein besonderer Respekt gilt auch der Schweisfurth-Stiftung und der Weitsicht von Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, dem es gelungen ist, in strenger Orientierung an den Postulaten des Marktes nicht nur ein erstrebenswertes sondern offenbar auch umsetzbares Leitbild zu formulieren. Denn Sie, Herr Freese sind ja wohl schon jetzt mit großer Überzeugung von Anfang an dabei.
    Vielleicht hat die Initiative auch noch einen bedeutsamen Nebeneffekt: Es wäre zu begrüßen, wenn diejenigen Fleischereien/Metzgereien, die berechtigt sind, über das F-Logo Profil zu zeigen, dieses Zeichen auch tatsächlich deutlich sichtbar an ihrem Ladengeschäft aushingen.
    Je mehr Fleischereien diesbezüglich „Präsenz“ zeigen, umso mehr würde die besondere Wertigkeit des F-Logos und der betreffenden Fleischereien vom Endverbraucher wahrgenommen. Es könnte der ganzen Branche im Wettbewerb mit Supermärkten und Discountern nutzen.
    Man braucht sich zum Vergleich nur einmal zu verdeutlichen, wie das große „A“-Logo der Apotheken wirkt: Es vermittelt Kompetenz, Vertrauen und Sicherheit beim Kauf von Medikamenten. Eine ähnliche Wahrnehmung ermöglicht das F-Logo beim Kauf von Fleisch und Wurstwaren. Jeder Betrieb, der trotz Berechtigung das F-Zeichen nicht sichtbar platziert, schadet m. E. nicht nur sich selbst sondern der ganzen Branche. Aber wie gesagt – vielleicht motiviert die „Leitbild-Initiative“ jetzt auch die bisher Zögerlichen oder Unentschlossenen.
    Herzliche Grüße
    Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

  2. Ludger Freese sagt:

    Ich kann leider den ganzen Text des Leitbildes nicht finden. Er soll auf den Seiten des Fleischerhandwerks stehen.

  3. Essen kommen! » Blog Archiv » Ostern ist wie Weihnachten sagt:

    [...] kam ein „Bioland-Lunch-Paket“ von meinem Kollegen Andreas aus Remchingen. Wir haben uns auf der Leitbildtagung in München kennen gelernt. Er schickt mit einen schmackhaften Osterngruß! Danke Andreas! Ich genieße nun [...]

  4. inGO gütelhöfer sagt:

    Hallo,

    tja die o.g. Kernaussagen treffen es auf den Punkt, de Facto unser aller Präambel.

    Vom F-Zeichen haben wir uns schon vor X-Jahren verabschiedet, es hatte zu sehr an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Nach dem immer mehr Kleinindustrielle mit diesem Zeichen groß und breit werben durften, haben wir trotz Innungsmitgliedschaft dem Zeichen entsagt, zu unglaubwürdig, mangels Kontrollmechanismen. Gleiches gilt für den zur „Werbeveranstaltung“ verkommenen Fleischwurstpokal-Kontest NRW. Auch dort dürfen unter dem Deckmantel des Fleischer-Verbandes Fleischwaren-Industriebetriebe die im großen Stil flächendeckend Metro beliefern, mit der Teilnahme am Fleischwurstpokal werben. Anfangs eine gute Idee, nun eine Farce. Wir haben trotzdem teilgenommen …

    Durch solche Ignoranz seitens Verband, wird das einst gute Image des F-Zeichens MEINER MEINUNG nach aus der Sicht der Verbraucher beschädigt / entwertet.

    Grüsse aus dem Siegerland

    inGO gütelhöfer

    :-)

  5. Dirk Ludwig sagt:

    Hallo!

    Ich finde die Idee eines Leitbildes sehr gut. Gemeinsam mit meinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen haben wir vor zwei Jahren ein Leitbild entwickelt. Sie finden es auf unserer Homepage http://www.Metzgerei-Ludwig.de. Das Leitbild des Deutschen Fleischer Verbandes gefällt mir dagegen nicht sehr gut. Es wirkt auf mich viel zu gekünstelt und es kann sicherlich nicht alle Betriebe des Fleischerhandwerks abbilden. Ein Leitbild, das nicht von innen kommt, hat meines Erachtens keine besondere Strahlkraft, sondern wirkt nicht mehr als ein Werbespruch.

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