Motivations-Bremse für die Fleischerbranche

Benzinpreis auf Rekordniveau

Ermäßigter Steuersatz für Lebensmittel (7%) vor dem Aus

Staatliche Auflagen für Mittelstand Besorgnis erregend

Folgt jetzt die Probe der Belastbarkeit der deutschen Wirtschaft?

Offensichtlich sind wir hier auf Fleischer/Metzgerblog mit dieser Sorge nicht allein. So habe ich auch erneut gern eine Einladung der Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu einem besonderen Event angenommen. Im Rahmen der III. Bielefelder Ideenwerkstatt referierte dort am 10. November 07 Dr. Jürgen Höpfner, Verkaufsleiter Höpfner Fashion Line GmbH, Langer Brink 33, D 33790 Halle zum Thema

Mittelstand und staatliche Rahmenbedingungen

Das Referat wurde zu einer beeindruckenden Analyse von Ursachen gebremsten Wachstums in Deutschland. Ich greife aus der Vielzahl ermittelter Gründe hier solche Faktoren heraus, die vornehmlich auch für die mittelständische Fleischerbranche von Bedeutung sind:

Der Mittelstand, so der Referent, erwirtschafte zwar 65% des deutschen Volkseinkommens, habe aber keine entsprechend große Lobby.

Die Interessen-Vertretung Deutschlands in Brüssel sei unterrepräsentiert. So finanziere Deutschland ca. 22% des EU-Haushalts, stelle in Brüssel aber nur etwa 12% der Abgordneten.

Der Abbau von Subventionen würde in Deutschland derzeit zu zögerlich voran getrieben.

Das Kündigungsrecht sei zu liberalisieren, um den Arbeitsmarkt zu entspannen. Deutschland habe zwar ca. 3.5 Millionen Arbeitslose. Wenn aber gleichzeitig etwa 1 (eine) Million Leute in Personal-Vermittlungsgesellschaften tätig wären, dann gälte es, hierfür nach Gründen zu suchen. So läge eine wesentliche Ursache für relativ hohe Arbeitslosigkeit der Arbeitskräfte über 55 Jahre im derzeitigen Kündigungsrecht. Denn ein 55 Jahre alt werdender Arbeitnehmer, der mindestens zehn Jahre im Betrieb tätig ist, würde unkündbar. (…)

Die anschließende Diskussion wurde ausgesprochen lebhaft, da auch viele „Alte Herren“ aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands angereist waren. Auch hier konnte ich wieder die besondere Gelegenheit nutzen, mich mit dem Referenten ausführlich zu unterhalten.

Fragen:
Halten Sie die Sichtweise des Referenten für zutreffend?

Sehen Sie in Ihrem Betrieb noch Spielraum, den (Eventual-)Steuersatz von demnächst 19% MWSt. auf Ihre Kunden zu überwälzen?

Ich sehe Ihren Kommentaren mit Interesse entgegen.
Herzliche Grüße sendet

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

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Eine Antwort zu “Motivations-Bremse für die Fleischerbranche”

  1. Ludger Freese sagt:

    Der Referent hat leider [leider] Recht! Es wird immer schwieriger. Von einer MwSt.-anpassung habe ich noch nichts gehört. Wenn aber alle Betriebe die Steuern anheben müssen, wird es passen. Die Frage bleibt nur, woher der Kunde das Geld noch nehmen soll. Die Kunden werden in die Hände der Discounter getrieben. Ein privater Haushalt zahlt jetzt schon 150.-Euro mehr Energiekosten, als noch vor einigen Jahren. (Auto, Mietnebenkosten etc.)

    Eine Kumpel von mir ist vor einigen Jahren nach Südafrika ausgewandert. So langsam fange ich an, ihn zu beneiden…

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