Archiv für November 2007

Das Online-Blog-Interview mit Fleischermeister Andreas Duffe und Frau Helga aus der Fleischerei Gellert

November 30, 2007

Blog-Moderator Hans-Jürgen Schmidt

Am 01. 01. 2000 übernahmen Sie, Herr Andreas Duffe und Frau Helga Duffe die Fleischerei Gellert. Das Unternehmen besteht seit 1750 und davon nunmehr bereits über 50 Jahre in D 27232 Sulingen. Jetzt, in der achten! Generation umschließt das Unternehmen neben der Fleischerei auch die Geschäftsbereiche Party-Service, Party-Halle, Fleischergrill und Essen auf Rädern. Jüngst haben Sie zudem das Catering für das Museums-Café am Stadtsee, Kurze Heide 19, 27232 Sulingen übernommen. Sie beschäftigen durchschnittlich zehn MitarbeiterInnen.

Ihre „Gekochte Schinkenwurst im Ring“ wurde hier auf Fleischer/Metzger-Blog am 8. Mai dieses Jahres unter www.fleischerblog.de/blog in der Reihe „Fleischermeisters Spitzenprodukt“ besonders gewürdigt.

 

Wie Sie mir bei meinem jüngsten Besuch in Ihrem Hause mitteilten, haben Sie in den letzten Monaten strukturelle Veränderungen in Ihrem Unternehmen vorgenommen. Freundlicherweise haben Sie sich bereit erklärt, hier auf Fleischer/Metzger-Blog Ihren Kolleginnen und Kollegen mitzuteilen, welche Erfahrungen Sie mit diesen Maßnahmen zwischenzeitlich gemacht haben.

 

Sie sind einer der wenigen Fleischerei-Betriebe Deutschlands, die ihr Produkt-Angebot ganz offensichtlich nach Kundenwünschen ausrichten, indem Sie „gruppen-individuelle“ Angebote machen. Sie unterteilen hierzu vornehmlich nach Fertig-Gerichten, Wellness und regionalen Delikatessen. Die betreffenden Segmente kennzeichnen Sie für die jeweilige Kundengruppe deutlich auf einer Blende in Ihrem Ladengeschäft.

Frage:

Wie wird ein solch differenzierendes Angebot von der Kundschaft angenommen? Welche „Kommentare“ hören Sie hierzu?

 

Antwort Helga Duffe:

Meines Erachtens ergeben sich hier gleich mehrere Vorteile. Zum einen findet sich auch der Erstbesucher sofort zurecht. Er ordnet sich auch bei einem gut besuchten Ladengeschäft von Anfang an richtig ein. Hierdurch haben wir in der Bedienung den Vorteil, richtig einschätzen zu können, was der jeweilige Kunde vornehmlich von uns erwartet. Qualität, Sicherheit und ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis werden dabei natürlich generell als selbstverständlich vorausgesetzt.

 

So haben wir für den Liebhaber von Fertig-Gerichten ein entsprechendes Regal mit der Beschriftung „Gellerts Fertiggerichte“ frei zugänglich an einer Breitseite des Geschäftes eingerichtet. Diese Kundengruppe sucht sich ihre Gerichte gern selber aus. Eine deutliche Kennzeichnung der Produkt-Varianten auf den Dosen und Regal-Schildern erleichtert ihr die Orientierung. Da diese Kundschaft kaum Beratung erwartet, hat sich als Folge dieser zielgruppen-gerichteten Produkt-Differenzierung nahezu automatisch eine erste Selbstbedienungs-Abteilung innerhalb unseres Ladengeschäftes herausgebildet. Folge: Verkaufspersonal wird für umso intensivere Betreuung anderer Kundengruppen frei.

 

Genießer regionaler Delikatessen hingegen schätzen an der Bedientheke neben einer angemessenen Beratung vielfach auch ein kleines Gespräch über Schönheiten oder Besonderheiten unserer Region, um sich als „Regionalist“ einzuordnen.

Der Wellness-Liebhaber mit seinem Kernwunsch, gesund möglichst alt zu werden, erwartet qualifizierte Fachberatung. Unser Verkaufs-Personal kann sich somit von vornherein auf das entsprechende „Wünsche-Spektrum“ der betreffenden Kundengruppe einstellen.

 

Weitere Folge: Schon durch die Angebots-Ausrichtung auf diese drei wichtigen Kundengruppen werden die Kundenströme deutlich entzerrt. Es herrscht seitdem meines Erachtens in unserem Ladengeschäft eine ausgesprochen entspannte Atmosphäre, was mir vielfach auch von der Kundschaft und von unserem Verkaufspersonal bestätigt worden ist.

 

 

 

 

 

Blog-Moderator

Die soeben skizzierte Umstrukturierung Ihres Ladengeschäftes nach (Teil-)Zielgruppen ist ja nun schon vor einiger Zeit eingeleitet und vor wenigen Wochen vollendet worden.

 

Frage:

Haben Sie seither in irgendeinem Sektor eine besonders signifikante Zunahme der Umsätze feststellen können?

Helga Duffe

Überdurchschnittliche Zuwächse haben wir bei unseren Konserven und im Bereich regionaler Spezialitäten feststellen können.

Bei letzterem hat sich vornehmlich die Nachfrage nach regionalem Lammfleisch deutlich erhöht. Zudem haben sich saisonal-regionale „Produkt-Kombinationen“ durchgesetzt wie zum Beispiel zur Zeit Kohl und Pinkel oder Knipp und Beutelwurst.

 

 

 

 

 

Blog-Moderator

Ihr Kollege Marco Haag in Trier-Ruwer hat den Convenience-Bereich (Wurst in Gläsern, Fleisch in Dosen) exponiert im Angebot. Zudem hat er im Laufe der Zeit die Anzahl unterschiedlicher Sorten und Gerichte kontinuierlich aufgestockt. Mit dem Ergebnis: Je größer die Anzahl an Varietäten wurde, um so mehr seiner Kunden wurden zu „Intensiv-Verwendern“, die mindestens zweimal pro Woche bei ihm einkauften.

 

Frage:

Könnten Sie Ihren Kollegen erläutern, ob Sie derzeit eine ähnliche Erfahrung machen?

 

Helga Duffe

Ich kann die Feststellungen des Kollegen in vollem Umfang bestätigen. Sobald wir mit unseren Konserven eine gewisse Vielzahl an Varietäten überschritten hatten, vergrößerte sich unsere Reichweite durch Mund-zu-Mund-Propaganda schlagartig. So konnten wir wiederholt auch Kunden aus dem Raume Minden begrüßen, der immerhin etwa 80 Kilometer von uns entfernt liegt. Man kam fortan somit auch „der großen Auswahl“ wegen.

 

Blog-Moderator

Sie haben als eine der wenigen Fleischereien Deutschlands eine „Wohlfühl-Ecke“ für eine ganz besondere Zielgruppe eingerichtet, nämlich KINDER. Hierzu haben Sie einfach den durch die oben erwähnten Umstrukturierungsmaßnahmen frei werdenden Platz in Ihrem Ladengeschäft genutzt, eine „Kiddy-Ecke“ einzurichten.

 

Frage:

Was sollte Ihrer Meinung nach im „Angebot“ für die Vier- bis Achtjährigen auf keinen Fall fehlen?

 

Helga Duffe

Die „Kiddy-Ecke“ ist nicht mehr weg zu denken. Ganz oben steht in der Wunschliste der Kinder ein Angebot fürs Malen mit Papier und Buntstiften. Ferner ist insbesondere eine neuartige „Zaubertafel“ heiß begehrt.

 

 

 

Blog-Moderator

Sie leiten gemeinsam mit Ihrem Mann Andreas das Unternehmen erfolgreich in der achten Generation. Sie pflegen kulinarische Traditionen, lieben das Handwerk und Ihre Region. – Wie schon erwähnt, sind regionale Spezialitäten auch bei Ihnen ein bedeutendes Geschäftsfeld.

Frage:

Welche Ansprüche stellt die entsprechende Zielgruppe an „Regionales“?

Legt man Wert auf „Premium-Produkte“?

Bevorzugt man Produkte mit Provenienz-Nachweis wie zum Beispiel über g.g.A. (geographisch geschützte Angabe) oder gar Erzeugnisse, die durch eine g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) gekennzeichnet sind.?

 

Helga Duffe

Unser handwerkliches Know-How ermöglicht uns, regionale Spezialitäten in Top-Qualität mit gediegener Würzung und besonderem Geschmack herzustellen.

Bei Lammfleisch haben wir gar eine Sonder-Entwicklung ausmachen können. Als wir vor einiger Zeit die „Diepholzer Moorschnucke“ – ein „g. U.“-geschütztes Erzeugnis - in unser Programm aufgenommen haben, verdrängte dieses Fleisch trotz höheren Preises binnen kurzem das Standard-Lammfleisch. Die besondere Wertschätzung zeigt sich auch an folgendem: Wenn bei der Diepholzer Moorschnucke zum Beispiel der Rücken ausverkauft ist, brauchen wir den Kunden nicht lange zu überreden, statt dessen Nacken oder Schulter der Diepholzer Moorschnucke zu erwerben.

 

Blog-Moderator

Als Party-Service-Betrieb mit angeschlossenem Party-Saal haben Sie eine große Reichweite. Nicht nur Haushalte sondern vor allem auch viele Betriebe der Region nutzen Ihr entsprechendes Angebot.

 

Frage:

Welche neuen Ansprüche der Zielgruppe „Betriebe“ sind in letzter Zeit besonders deutlich geworden?

 

Helga Duffe

Grundvoraussetzungen sind natürlich auch im Party-Service-Bereich Qualität, Zuverlässigkeit und ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Und: Unabhängig davon, ob wir den Party-Service beim Kunden oder in unserem Party-Service-Saal durchführen, darf ein Angebot nicht fehlen: Der (Groß-)Kunde erwartet qualifiziertes Personal vor Ort, das für Dienstleistungen und Betreuung bzw. Beratung zur Verfügung steht.

 

Auch beim Catering konnten wir zulegen, da wir über unsere Party-Service-Zielgruppe weiter empfohlen werden.

 

 

 

 

 

Blog-Moderator

Stichwort: Saisonale Aktionen

Das Wünsche-Spektrum Ihrer Kundengruppen ist vielschichtig. Der Kunde erwartet von einer Fleischerei ein anderes Angebot als im Supermarkt oder beim Discounter. Ihr Kunde ist nämlich der „anspruchsvolle Verbraucher“. Ein Aspekt aus dessen Wünschespektrum ist die Forderung nach Frische und nach (Sonder-)Aktionen.

 

Frage:

Gibt es in Ihrem Ladengeschäft einen Sektor, der insbesondere auf die entsprechende Wunsch-Erfüllung abgestimmt ist?

 

Helga Duffe

Wir passen wir uns mit unserem Angebot gern den Jahreszeiten an. Besonders erfolgreich sind wir dabei mit saisonal-regionalen Produkt-Kombinationen wie zum Beispiel zur Zeit mit Kohl und Pinkel. Im Frühling kombinieren wir erfolgreich Schinken und Schnitzel mit regionalem Spargel. In allen diesen Fällen ist Frische unser oberstes Gebot.

 

Erstaunlich jedoch:

Wochentäglich wechselnde Angebote werden von unserer Kundschaft nur bedingt angenommen. Eine schlüssige Erklärung haben wir dafür nicht. Wir vermuten jedoch: Unsere Kundschaft ist es seit jeher gewohnt, stets das vollständige Sortiment an Produkten und Dienstleistungs-Angeboten vorzufinden. Die einzige Ausnahme bildet hier der Fleischkäse, den wir sehr erfolgreich immer montags und donnerstags vorhalten.

 

 

 

 

 

 

Blog-Moderator

Stichwort: Klimawandel, Klimaschutz

Sie liegen mit Ihrem Betrieb in Niedersachsen am Rande eines Gebietes, das auch als niedersächsischer Schweinegürtel bezeichnet wird. Zudem grenzen Sie unmittelbar an den Naturraum Diepholzer Moorniederung, in dem die von Ihnen vermarktete „Diepholzer Moorschnucke“ gezüchtet wird. Die Orte für Zucht und Vermarktung liegen somit jeweils nah beieinander. Folglich sind die Transportwege kurz und der CO2-Ausstoß ist entsprechend gering. Man kann deshalb wohl ruhigen Gewissens behaupten: Fleischerei Gellert und Ihre Kundschaft leisten einen bemerkenswerten Beitrag zum Klimaschutz.

 

Frage:

Haben Sie diesen besonderen Klimaschutz-Beitrag Ihrer Kundschaft schon vermitteln können?

Und – falls ja: Gibt es bereits Kunden/Kundinnen, die beim Einkauf auf entsprechend deklarierte Produkte achten?

Helga Duffe

Wir beziehen unser Schweinefleisch von der Fortius in Europe GmbH aus Wagenfeld. Die Diepholzer Moorschnucke kaufen wir bei Schäfermeister Matthias Dreyer vom Ulenhof, einer von drei lizenzierten Schäfereien, die die Arbeitsgemeinschaft Diepholzer Moorschnucke bilden. Beide Orte sind jeweils weniger als 30 Kilometer von Sulingen entfernt.

Wie die Leser von Fleischer/Metzgerblog sicherlich wissen, steht hier im Blog ein „Klima-Etikett“ zum kostenlosen Download bereit. Das „Etikett“ kann offensichtlich jeder verantwortungsbewusste Fleischermeister in eigener Verantwortung zur gesonderten Kennzeichnung solcher Produkte verwenden, deren Herkunftsradius überwiegend weniger als 50 Kilometer beträgt. Wie Sie schon richtig erläutert haben, erfüllen viele regionale Produkte bei uns diese Voraussetzungen und werden seit kurzem entsprechend gekennzeichnet. Die „Diepholzer Moorschnucken-Ecke“ in unserem Ladengeschäft erhält zudem durch ein großes Foto von „Schäfermeister Matthias Dreyer mit Moorschnucken-Herde“ regelrecht Kultstatus.

 

moorschnuckenherde-naturraum-diepholzer-moorniederung-0000161.jpg

Foto: „Moorschnucken-Herde Naturraum Diepholzer Moorniederung“

Bildquelle: Arbeitsgemeinschaft Diepholzer Moorschnucke, mit freundlicher Veröffentlichungsfreigabe durch Schäfermeister Mathias Dreyer

 

 

Alles das zusammen schafft Vertrauen. Kunden mit Regionalstolz, Kunden mit Umweltbewusstsein beachten das Etikett. Sie können sich durch Kauf entsprechend gekennzeichneter Produkte als „Regionalist“ oder „Umwelt-Schützer“ outen. Sie genießen unseren Respekt und spüren das.

 

 

 

 

 

 

Blog-Moderator

Ihr Unternehmen ist breit aufgestellt. Fleischerei, Party-Service mit anmietbarem Saal, Catering, Essen auf Rädern. Sie haben die Angebots-Ausrichtung auf Teil-Zielgruppen verinnerlicht und fahren konsequenterweise die entsprechenden Erfolge ein. Bestmögliche Kundenwunsch-Erfüllung hat bei Ihnen Priorität.

 

Frage:

Wohin geht die Tendenz? Wo werden Sie in Zukunft die Schwerpunkte setzen? Spüren Sie Preisdruck?

 

Helga Duffe

Wie Sie schon richtig darstellen, haben wir große Teile unseres Angebots auf bedeutende Kundengruppen ausgerichtet. Das erleichtert uns, neue Kundenwünsche aufzuspüren oder gar frühzeitig Trends zu erkennen. Vornehmlich die (Rück-)Besinnung der Kundschaft auf regionale oder gar lokale Spezialitäten ermöglicht, uns insbesondere von Supermärkten und Discountern zu unterscheiden, zumal wir als handwerklich strukturierter Betrieb Regionales auch als Convenience- oder Wellnessprodukt offerieren. Da unsere Produkte somit faktisch „unvergleichlich“ sind, weiß insbesondere der „anspruchsvolle Verbraucher“ unsere Anstrengungen zu würdigen. Wir schauen optimistisch in die Zukunft, denn Qualität ist wieder gefragt.

 

 

 

 

 

Blog-Moderator

Frau Duffe, ich danke Ihnen im Namen der Fleischerbranche für diese anschaulichen und nachvollziehbaren Erfolgs-Beispiele.

Herzliche Grüße nach Sulingen

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Auffällige Erfolgs-Faktoren:

Verkaufsfördernde Positionierung „gruppen-individueller“ Angebote in den Sektoren Fertiggerichte, Wellness und Regionale-Produkte für die jeweiligen Teil-Zielgruppen

Das konsequente Nutzen der offensichtlichen Stärke eines „g.U“-geschützten Erzeugnisses

Intensivierung der qualifizierten Fachberatung für Wellness-Kunden


Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Preisdifferenzierung: Ladengeschäft gegen Online-Shop

November 27, 2007

Viele Ihrer Kollegen registrieren seit geraumer Zeit eine steigende Nachfrage nach handwerklich hergestellten regional-typischen (Wurst-)Produkten. Und einige dieser Kollegen erzielen mit den Bestläufern unter diesen Regional-Produkten nicht nur im Ladengeschäft sondern auch im eigenen Online-Shop zufriedenstellende Umsätze.

Allerdings: Ein Online-Verkauf ist nicht nur mit Pflege der betreffenden Website sondern auch mit zusätzlichen kaufmännischen Arbeiten sowie mit Verpackungs- und Versandkosten verbunden. Insofern wäre schon rein kalkulatorisch ein Preisunterschied für das gleiche Produkt im Online-Shop und im Ladengeschäft vertretbar. Ferner: Immer dann, wenn es gelingt, die (regionale) Besonderheit oder Einzigartigkeit eines Erzeugnisses per Online-Shop zu vermitteln, lässt sich erfahrungsgemäß ein gewisser „Image“-Aufschlag durchsetzen. So kauft manch ein (Groß-)Städter von Zeit zu Zeit gern bei einer regional-typischen Landfleischerei online ein; – Regionalität (Produkt) und Bequemlichkeit (Einkauf) sind hier seine vorrangigen Entscheidungs-Parameter; der Preis -solange er angemessen erscheint- ist eher von untergeordneter Bedeutung.

Problematisch wird es jedoch dann, wenn ein solcher Online-Kunde plötzlich im Ladengeschäft erscheint und die Laden- und Onlinepreise vergleichen kann.

Die Fragen lauten folglich:

Haben Sie bereits Erfahrungen mit unterschiedlich hohen Preisen für ein und dasselbe Produkt im Online-Shop und im Ladengeschäft?

Wieviel Prozent Preisunterschied halten Sie für vertretbar?

Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare und grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Die drei Ebenen des Erfolges – eine Analyse in drei Folgen – Folge drei –

November 24, 2007

Folge drei: Die Nutzenstiftung für Ihre einzelnen Kundengruppen

Als cleverer Fleischermeister und regelmäßiger Leser der Beiträge und Kommentare auf Fleischer/Metzger-Blog werden Sie längst wissen: Deutschland wird auf dem „Food“-Sektor derzeit von mehreren Trends geprägt, von denen die nachstehenden drei besonders deutlich wahrnehmbar sind:

Convenience

Wellness/Gesundheit

Regional-Bewusstsein, gepaart mit Genuss und Emotion

Nehmen wir ferner einmal an, Sie haben bereits mindestens eine der den jeweiligen Trend prägenden Kundengruppen im Fadenkreuz Ihrer Bemühungen; – und haben Ihr Dienstleistungs- und Produktangebot entsprechend ausgerichtet. Folge: Ihr Betrieb hat bereits ein gewisses Profil und schwimmt wahrscheinlich auf einer Einzelkonjunktur-Welle. Ihre Aufgabe: Es gilt, Ihren Vorsprung nachhaltig zu machen. Hierzu möchte ich Ihr Augenmerk auf die NUTZEN-Stiftung Ihrer Fleischerei lenken.

Jeder Kunde erhofft sich bei jedem Kauf in Ihrer Fleischerei einen ganz konkreten höchstpersönlichen Nutzen, nämlich die bestmögliche Erfüllung seiner Wünsche. Dieser Wunscherfüllung kommen Sie am nächsten, wenn Sie den zentralen oder KERN-Nutzen treffen, den Sie dem Kunden stiften können. Denn der KERN-Nutzen, den der Kunde bei Abwägung Ihres Angebots zu erreichen erhofft, ist Kauf entscheidend.

Was heißt das nun für Ihre Fleischerei? Welches ist der Kauf entscheidende KERN-Nutzen, den Sie dem Kunden stiften können?

Der KERN-Nutzen ist der End-Nutzen, den der Kunde beim Verzehr Ihrer Fleisch- und Wurstsorten erzielt. Und dieser Kern- oder End-Nutzen ist bei den einzelnen oben erwähnten Trend setzenden Kundengruppen höchst unterschiedlich.

Nachstehend folgt eine entsprechend verdeutlichende Zuordnung des jeweiligen End-Nutzens zu den drei maßgeblich Trend setzenden Kundengruppen:

__________________________________________________________

Convenience-Liebhaber
End-Nutzen: Zeitgewinn

 

Wellness-/Gesundheits-Orientierte
möglichst gesund alt werden

 

Die „Regional-Patrioten“
regionale Identifikation

 

 

Saison-Trends

Grill-Fest
ungezwungene Geselligkeit

 

 

 

Aktionen

Koch-Club
unauffällig soziale Kontakte herstellen

 

Ihre Aufgabenstellung besteht folglich darin, sich im Laufe der Zeit eine möglichst unverwechselbare Art der (End-)Nutzenstiftung für die von Ihnen favorisierten Kundengruppen zu erarbeiten. Und es gilt, dieses individuelle Alleinstellungsmerkmal Ihrer Fleischerei Ihrer Kundschaft kontinuierlich optisch zu vermitteln.

Hierzu ist Kreativität im Marketing-Bereich gefragt. Den oben skizzierten KERNwunsch, möglichst gesund alt zu werden, könnten Sie durch Flyer, Zeitungswerbung oder Website-Aktualisierung optisch darstellen über „Vier Generationen an einem Tisch“. Die „ungezwungene Geselligkeit“ eines Grillfestes könnten Sie entsprechend durch „Fröhliche junge Leute beim Grillen“ visualisieren. Das heißt: Sie verdeutlichen den Haupt-Kundenwunsch – und versprechen die Wunscherfüllung durch Ihre Produkte. Weitere Beispiele zu diesem Themenbereich sind in meinem Sachbuch „Fleischerei mit Fadenkreuz!“ – Volltreffer! erläutert.

Sobald es Ihnen gelungen ist, in der Wahrnehmung durch den Verbraucher im Sektor der Nutzenstiftung Kompetenz aufzubauen, haben Sie einen ganz entscheidenden Wettbewerbsvorsprung erzielt.

Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare und grüße Sie herzlich.

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Weitere Beiträge aus dieser Serie:
Folge eins: Bedeutsame Zielgruppen einer Fleischerei
Folge zwei: Die Produkt-Ebene

VAN HEES Informationsveranstaltung vom 13. November 2007 – Folge zwei –

November 21, 2007

Die VAN HEES GmbH, Herstellerin von Gütezusätzen und Gewürzen hatte am 13. November zu einem Informationstag nach D 65396 Walluf geladen. (Fleischer/Metzgerblog berichtete hierzu in einer ersten Folge vom 19. November 2007). In der heutigen zweiten Folge sollen aus dem umfangreichen Programm zum obigen Thema einzelne Referate ein wenig näher vorgestellt werden.

Nach der „Presserunde“ und einem „Willkommens-Imbiß“ lagen die Gäste-Begrüßung und Firmen-Präsentation in den Händen von Jürgen Georg Hüniken, Geschäftsführer VAN HEES GmbH.

- – - – - – -

Entsprechend eingestimmt sah man dem ersten Thema „Der Trend WELLNESS in der Fleischbranche“ mit Interesse entgegen. Der Referent: Dr. Fred Siewek, Geschäftsführer VAN HEES GmbH. Der Referent vermittelt dem Auditorium hierzu wertvolle Erkenntnisse, deren Gehalt er u. a. durch Studien und Umfrage-Ergebnisse führender Marktforschungs-Institute unterstützt.

Die KERN-Aussagen

„Essen und Trinken“ stehen bei der überwiegenden Mehrzahl der Bevölkerung als Synonym für Genuss.
Convenience, Gesundheit/Wellness sowie Genuss/Emotion sind maßgebende Erfolgsfaktoren bei Nahrungsmitteln und Getränken.
Die Zielgruppe für Wellness-Lebensmittel sind kaufkräftige Konsumenten (Familie mit Kindern, junge Erwachsene und Senioren ab 50 Jahre)
„Wellmachende“ Ernährungs-Attribute sind u. a. „Genuss ohne Reue“, „dem Gesundheitstrend folgen“ und „ernährungsbedingten Krankheiten vorbeugen“.

Es folgt ferner eine Darstellung der deutschen „Wellness-Marktentwicklung“ im Bereich „Food“. Dort sei eine Volumen-Erhöhung von 6,2 Mrd. € ím Jahre 2004 auf 7,4 Mrd. € im Jahre 2006 zu verzeichnen(Quelle: Studie von Global Insight und „Lebensmittel-Zeitung“).

Der Trend „Gesund und Bequem“ würde im wesentlichen gespeist aus den Elementen „Bio-, Wellness-Trend“, „Stärkere Entwicklung zu Convenience-Produkten“ und „Produkte mit gesundheitsfördernden Zusatznutzen“. (Quelle: GfK-Studie Image im Handel 2006, Befragung Zeintraleinkäufer/Marktleiter im LEK).
Die Erkenntnisse und Aussagen werden abschließend auf die Fragestellung focussiert: „Wellness-Wurst: Top oder Flop?“. Aus einer Umfrage bei Herstellern durch das MARKANT HandelsMagazin kristallisieren sich hierzu nach Auffassung des Referenten als Meinung bildende Elemente u. a. heraus:
„Der Trend zu Functional Food-Produkten im Fleisch- und Wurstwarenbereich hält an.“
sowie
„Wichtig ist bei der Positionierung von Wurstwaren ein wirklicher Mehrnutzen.“

- – - – - – -

Arnulf Kneißler, Labor Kneißler GbR erläuterte zum Thema „Wellness Fleisch und Wursterzeugnisse“ insbesondere die lebensmittelrechtliche Situation.

- – - – - – -

Nach der Kaffeepause widmete sich Horst Brauer, Leiter Technologie-Service dem Thema „Dem Trend begegnen – VAN HEES Technologie für Wellness-Erzeugnisse“. Er konnte hierzu das „Zusatznutzen-Postulat“ aus dem Dr. Siewek-Referat unmittelbar aufnehmen. Denn die von ihm vorgestellten Produkte VAN HEES® IBS 30 und VAN HEES®CA 12 erfüllten in ihrer Wirkungsweise bereits den Kundenwunsch „fettarm und calciumangereichert“.

- – - – - – -

Als weiterer Referent wählte Rolf Häußler, Leiter Entwicklung das Thema „VAN HEES Forschungsprojekte – praxisorientierte Lösungsansätze“. Und erläuterte Die Kreation eines „Gute Laune“-Brotbelages. Hierzu suchte er zunächst die Antwort auf die Frage „Was verbindet der Verbraucher mit Wellness-Lebensmitteln?“. Und fasste wie folgt zusammen:

Der Verbraucher erwarte:
Zufuhr von lebensnotwendigen Stoffen wie Ballaststoffe, Mineralien, Vitamine
Hohen Genusswert
Und möglichst wenig oder keine Zusatzstoffe

Dieser Maxime entsprechend formulierte er eine Rezeptierung des entsprechenden Wellness-Brotbelages. Die zu erwartenden ernährungsphysiologischen Daten eines solchen Brotbelages stellte er auf Basis eines 100g Produktes den Werten einer Konventionellen Lyoner gegenüber. (Benutzte Quelle: Nährwerttabellen Fachmann/Souci/Kraut). Sein Fazit: Ein Wellness-Brotaufstrich, der den aufgeführten Anforderungen entspricht, ist unter Berücksichtigung der lebensmittelrechtlichen Vorschriften mit etwas Kreativität ohne weiteres machbar. Da ein entsprechender Brotbelag jedoch weniger als 50% Fleisch und Fremdwasser enthielte, fiele er nicht unter die Definition „Fleischerzeugnis“. Es müsste somit eine Phantasiebezeichnung wie z. B. „Leichte Scheibe“ gewählt werden mit den Claims „fettreduziert, kalorienreduziert, ballaststoffangereichert usw.“.

- – - – - – -

Als letzter Referent widmete sich Steffen Lutz, Produktentwickler dem Thema: „Die nächste Generation funktioneller Gütezusätze“. Hierbei stellte er die Wirkungsweise und Möglichkeiten von sekundären Pflanzenstoffen vor.

- – - – - – - -

Verkostung der „Leichten Scheibe“

van-hees-info-veranstaltung-13-nov-07-dscn5176.jpg
Foto: VAN HEES GmbH
„Die „leichte Scheibe“ in sechs Geschmacksrichtungen“ (aufgenommen am 13. November 2007)

Anschließend wurde eine „leichte Scheibe“ in mehreren Geschmacksrichtungen verkostet und mit Wurstprodukten wie z. B. einer leichten Lyoner verglichen. Hierbei wurde durchaus auch kritisch argumentiert. So könnten durch die „leichte Scheibe“ traditionelle Wurstsorten verunglimpft werden. Jedoch sei die überwiegende Auffassung bei Kunden und Presse: Die „Leichte Scheibe“ könnte vom Endverbraucher sehr gut angenommen werden.

Eine gemeinsame Fahrt zur Domäne Mechthildshausen rundete einen instruktiven und ereignisreichen Tag ab.

Auch am Beispiel eines solchen „Informationstages“ wird wieder einmal deutlich: Wer wie die VAN HEES GmbH die größtmögliche Nutzenstiftung für seine Zielgruppe zum Credo seines Handelns wählt, erhält das erforderliche „Feed-Back“, um die „Wertschöpfung durch Kreativität“ in die geeignete Richtung zu lenken. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn man sich im Hause VAN HEES nach diesem Erfolg überlegt, regelmäßig zu Ihrem Nutzen einen solchen Informationstag mit immer wieder neuen trendigen Themen stattfinden zu lassen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Weiterer Beitrag aus dieser Serie:
VAN HEES Informationsveranstaltung vom 13. November 2007 – Folge eins -

VAN HEES Informationsveranstaltung vom 13. November 2007 – Folge eins -

November 19, 2007

Ihr 60jähriges Firmenjubiläum hat die VAN HEES GmbH, Herstellerin von Gütezusätzen und Gewürzen zum Anlass genommen, am 13. November zu einem Informationstag nach D 65396 Walluf einzuladen. Im Rahmen dieser Informationsveranstaltung stellte VAN HEES die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Sektor „Wellness-Produkte“ vor. Die Veranstaltungsleitung lag in den Händen der Geschäftsführung, vertreten durch Jürgen Georg Hüniken (Vorsitzender) und Dr. Frank Siewek.

Der Wellness-Trend –so der Tenor der Veranstaltung- würde in Zukunft die Produktion von marktgerechten Fleischerzeugnissen entscheidend beeinflussen. Entsprechend waren es Schlagworte wie

leicht und bekömmlich
fettreduziert
ballaststoffangereichert
ohne Glutamat
allergenfrei
biologisch

die die einzelnen Referate und Diskussionen prägten.

Neben den neuesten Technologien wurde auch die lebensmittelrechtliche Situation beim Einsatz dieser Produkte ausführlich dargestellt. Die anschließende Verkostung – so die Veranstaltungsleitung – unterstriche deutlich: Durch die neue Generation funktioneller Gütezusätze sei man bei VAN HEES auf diese zukunfts-orientierte Marktentwicklung bestens vorbereitet.

VAN HEES, so wird wieder einmal deutlich, versteht sich als „Problem-Löser“ im Dienste seiner Kunden. Sein bestes Marketing-Instrument ist sein „Know-How-Transfer“ durch Seminare, Veranstaltungen und Beratungen. Wenn Sie sich als Fleischermeister über Ihr Sortiment profilieren möchten, könnten Sie nachhaltig von innovativen Lösungen aus dem Hause VAN HEES profitieren.
Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Weiterer Beitrag aus dieser Serie:
VAN HEES Informationsveranstaltung vom 13. November 2007 – Folge zwei -

Serie: Fleischermeisters Spitzenprodukt! Heute: Carsten Neumeiers „Ahle Wurscht“

November 16, 2007

In der Serie „Fleischermeisters Spitzenprodukt!“ werden handwerkliche Premiumprodukte vorgestellt, die in ihrer Summe und ungewöhnlichen Vielfalt die ganz besondere Kreativität der Fleischer/Metzgerbranche verdeutlichen.
Lesen Sie nachstehend, welche Informationen uns Fleischermeister Carsten Neumeier zu seinem Spitzenprodukt geliefert hat.

„Ich, Carsten Neumeier hier als Autor im Fleischer/Metzger-Blog! Normalerweise schlachte ich Schweine und mache Wurst! – Zum Beispiel mein Premium-Produkt „Ahle Wurscht“:

Die herstellende Fleischerei/Metzgerei

Landfleischerei Neumeier
Rommeröder Str. 7
37235 Hessisch-Lichtenau / Walburg
Geschäftsführer: Carsten Neumeier
verantwortlich seit: 01. 07. 1991

Die ganz besondere Kreation:

neumeier-ahle-wurscht-startseite.jpg

Die „Ahle Wurscht“

Bildquelle: Fleischerei Neumeier, 37235 Hessisch-Lichtenau / Walburg; www.ahle-wurscht.de

Die „Ahle Wurscht“

Unsere „Ahle Wurscht“ ist eine mürbe Rohwurst, die aus alten schweren Haus- oder Wildschweinen aus dem Naturpark Meißner hergestellt wird. Da wir als eine der wenigen Fleischereien Deutschlands noch selber schlachten, können wir unsere „Ahle Wurscht“ noch schlachtwarm herstellen.

Besonderheiten

Zur Würzung der „Ahle Wurscht“ wird Kochsalz ohne chemische Zusätze verwendet.

Reifung

Die Wurst reift anschließend bis zu neun Monate bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit in Lehmkammern eines 100 Jahre alten Bauernhofes der Region. Hierbei wird ganz bewusst auf Heizung, Kühlung und Be- oder Entfeuchtung verzichtet.. Durch die natürliche Reifung beträgt der Gewichtsverlust einer ausgereiften „Ahle Wurscht“ ca. 50%. Hierdurch erhält unsere „Ahle Wurscht“ ihr besonderes Aroma und ihren
unverwechselbaren Geschmack.

Sonderform

Eine Sonderform unsere„Ahle Wurscht“ ist unsere„Wildschwein-Ahle-Wurscht“, die nur in der Jagdsaison hergestellt wird. Sie wird ausschließlich aus frisch erlegten Wildschweinen unserer Region produziert.

Auszeichnungen

Im Jahre 2006 haben wir in unserer Region anläßlich des ersten Deutschen Wildwurstwettbewerbs der Innung BonnRhein-Sieg als Gesamtsieger den Clemens-August-Pokal überreicht bekommen.

Das schönste Kompliment der Kundschaft

Die allermeisten unserer Kundinnen und Kunden sind stolz auf unsere Region. Wir hören es immer wieder: „Ihre „Ahle-Wurscht“ verkörpert ein Stück Heimat.“

Weitere Beispiele für handwerkliche Kreativität und besondere Aktionen

Ein schmuckes, überschaubar großes Ladengeschäft, das liebevoll von meiner Frau Carina gestaltet wird, ist das geeignete Umfeld, „Regionalität“ zu leben. Alles, was bei uns im Laden verkauft wird, stammt zur Zeit zu 99% aus der hauseigenen Schlachtung und aus eigener Herstellung der Wurstwaren.

Wir sind Spezialist für regionale Produkte und saisonale Aktionen.

Herzliche Grüße sendet Fleischermeister Carsten Neumeier.“

Gemäß Fleischermeister-Information sind die Premium-Produkte „Ahle Wurscht“ und „Wildschwein Ahle Wurscht“ nicht nur im Ladengeschäft der Fleischerei erhältlich, sondern können auch im dortigen Online-Shop bezogen werden. Zusätzlich wird die „Ahle Wurscht“ auch über ausgesuchte Kollegenbetriebe und Feinkostfachgeschäfte vertrieben.

Gern können Sie das besondere Erzeugnis hier nachstehend unter Kommentare entsprechend würdigen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Links:

Landfleischerei Neumeier

Fleischer/Metzger-Tops

Gastbeitrag: Ihr persönlicher Website-Check in vier Folgen – Folge vier -

November 13, 2007

Folge vier: Inhalt – Das erwarten Ihre Kunden

Ihr Internetauftritt dient nicht der Selbstdarstellung, sondern ist für Ihre Kunden gemacht. Bieten Sie Informationen und Dienste an, die Ihre Kunden interessieren und suchen. Achten Sie darauf, dass die Informationen aktuell und korrekt sind.

Stellen Sie den Inhalt internetgerecht dar

Bringen Sie Ihre Inhalte in eine internetfreundliche Form. In Folge zwei unserer Serie sind wir schon darauf eingegangen, wie Sie Texte auf Ihrem Internetauftritt gestalten sollten: Übersichtlich kurz und prägnant. Versuchen Sie den Inhalt auf maximal sieben Oberpunkte in Ihrem Hauptmenü zu unterteilen. Zum Beispiel:

  • Home
  • Partyservice
  • Angebote
  • Mittagsmenüs
  • Herkunft und Herstellung
  • Kontakt
  • Über uns

Welchen Inhalt Sie bieten sollten

Mit Hilfe Ihrer Website-Statistik können Sie herausfinden welche Seiten auf Ihrem Internetauftritt am häufigsten besucht werden. Sie wissen dadurch wofür sich Ihre Besucher am meisten interessieren.

Partyservice

Besonders der Partyservice wird über das Internet gesucht. Von Firmen wird er häufig unter der Woche nachgefragt und kommt Ihren Arbeitszeiten somit entgegen.
Aufgrund der zahlreichen einzelnen Speisen und Kombinationsmöglichkeiten sollten Sie besonders auf eine einfache Darstellung achten. Packen Sie nicht Ihren gesamten Katalog auf eine Seite und in endlose trockenen Listen. Unterteilen Sie Ihr Angebot in kleine Häppchen. Gestalten Sie sinnvolle Rubriken in denen sich bebilderte Produkte finden, die sich der Besucher leicht in seine Auswahlliste übernehmen kann.
Wenn Sie Ihren Kunden lieber telefonisch beraten und auf einen Onlinekatalog verzichten wollen, dann bieten Sie ein einfaches Kontaktformular an. Der Interessent kann Ihnen darüber die Rahmendaten der Party und seine Telefonnummer mitteilen. Für Sie uninteressante Anfragen können Sie verhindern, indem Sie Informationen über Preis, Liefergebiet und Mindestmengen angeben.
Präsentieren Sie auf Ihren Partyservice-Seiten Lob und Erfahrungsberichte und Bilder Ihrer bisherigen erfolgreichen Veranstaltungen. Das schafft Vertrauen.

Angebote und Aktionen

Interessant für Kunden sind Ihre aktuellen Angebote und Aktionen. Auf Ihrem Internetauftritt können Sie diese kostengünstig bewerben. Da sich diese Bereich häufig ändern bringen sie Leben und Aktualität auf Ihren Internetauftritt. Nur so erreichen Sie das Besucher wiederkehren.

Mittagsmenüs

Wenn Sie wechselnde Mittagsmenüs anbieten, sollten Sie diese ebenfalls auf Ihrem Internetauftritt präsentieren. Stammkunden in umliegenden Büros werden den Service zu schätzen wissen.

Newsletter

Mittagsmenüs, Angebote und Aktionen bieten interessante Inhalte für einen Newsletter. Für Sie bietet der Newsletter eine optimalen Kundenkontakt mit gezielter Werbung. Die Newsletterkunden entscheiden sich bewusst dafür und wollen Ihre Informationen erhalten.

Kontaktdaten

Das Internet ist für viele Nutzer zum Ersatz für Telefonbücher und Gelben Seiten geworden. Zeigen Sie also an einer leicht zu finden Stelle Ihre Adresse, Kontaktdaten und Öffnungszeiten. Mit einer Wegbeschreibung oder Karte erleichtern Sie es dem Kunden Sie zu finden. Über ein Kontaktformular kann er Sie einfach erreichen. Wenn Sie Filialen haben machen Sie Angaben zu jeder Filiale. Wenn Sie mobilen Verkauf betreiben sollten Ihre Touren, die Standorte oder Märkte auf der Internetseite zu finden sein.

Persönliches

Präsentieren Sie sich mit einem Foto auf Ihrer Seite. Stehen Sie zu Ihrem Geschäft und Ihren Produkten, dadurch schaffen Sie Vertrauen. Supermärkte können das nicht.

Herkunft und Herstellung

Das Vertrauen Ihrer Kunden erlangen Sie auch durch Offenheit. Geben Sie Auskunft über die Herkunft Ihres Fleisches. Warum beziehen Sie es von Ihrem Zulieferer? Menschen, die sich bewusst ernähren und Allergiker interessieren sich für Herstellungsmethoden und Zusatzstoffe.

Bewerber

Nicht nur für Kunden, sondern auch für Arbeitssuchende kann Ihr Internetauftritt Informationen bieten. Geben Sie Stellenausschreibungen für Bewerber auf einer eigenen Seite bekannt.

Worauf Sie verzichten sollten

Internetseiten werden meist nur überflogen. Reduzieren Sie Ihren Inhalt auf das Notwendige. Häufig zu finden, aber unnötig, sind Willkommensfloskeln. Ihr Besucher möchte nicht begrüßt werden, sonder so schnell wie möglich die gesuchten Informationen finden. Platzieren Sie auf der Startseite aktuelle Angebote und Links zu den häufig besuchten Bereichen.

Veraltete Informationen

Vermeiden Sie es in jedem Fall veraltete Informationen auf Ihrem Internetauftritt zu präsentieren. Sie schaden dadurch Ihrem Frischeimage und Ihr gesamter Internetauftritt verliert an Glaubwürdigkeit. Besonders schädlich sind veraltete Angebote und Aktionen.

Unfertige Bereiche

Wenn Sie auf Ihrem Internetauftritt Bereiche haben, die noch nicht fertiggestellt sind, sollten Sie für den Besucher nicht erreichbar sein. Entfernen Sie Links und Menüpunkte die zu Baustellen führen.

Counter und Gästebuch

Ein typisches Merkmal für eine private Homepage sind Counter und Gästebücher. Auf einer professionellen Seite sollten Sie nicht eingesetzt werden.

Multimedia

Klang- und Multimediaelemente sollten Sie nur sparsam und sehr gezielt einsetzen. Grunzlaute und Kuhgemuhe sind höchstens einmal lustig. Ein Informationsvideo über Ihre Herstellung jedoch kann einen Besucher sehr interessieren. Auf keinen Fall sollten solche Inhalte automatisch beim Laden der Seite gestartet werden.

Wir hoffen unsere Serie hat Ihnen gefallen und Sie konnten die Informationen nutzen. Weitere Informationen erhalten Sie auf unserem Internetauftritt und über unseren Newsletter. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Schreiben Sie uns.

Viele Grüße aus München,
Fabian Krumbholz und Christian Ruffer

Weitere Beiträge aus dieser Serie:
Folge 1: Ist Ihr Impressum korrekt?
Folge 2: Design – So sieht ein professioneller Internetauftritt aus
Folge 3: Saubere Programmierung erhöht die Benutzerfreundlichkeit

Motivations-Bremse für die Fleischerbranche

November 11, 2007

Benzinpreis auf Rekordniveau

Ermäßigter Steuersatz für Lebensmittel (7%) vor dem Aus

Staatliche Auflagen für Mittelstand Besorgnis erregend

Folgt jetzt die Probe der Belastbarkeit der deutschen Wirtschaft?

Offensichtlich sind wir hier auf Fleischer/Metzgerblog mit dieser Sorge nicht allein. So habe ich auch erneut gern eine Einladung der Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu einem besonderen Event angenommen. Im Rahmen der III. Bielefelder Ideenwerkstatt referierte dort am 10. November 07 Dr. Jürgen Höpfner, Verkaufsleiter Höpfner Fashion Line GmbH, Langer Brink 33, D 33790 Halle zum Thema

Mittelstand und staatliche Rahmenbedingungen

Das Referat wurde zu einer beeindruckenden Analyse von Ursachen gebremsten Wachstums in Deutschland. Ich greife aus der Vielzahl ermittelter Gründe hier solche Faktoren heraus, die vornehmlich auch für die mittelständische Fleischerbranche von Bedeutung sind:

Der Mittelstand, so der Referent, erwirtschafte zwar 65% des deutschen Volkseinkommens, habe aber keine entsprechend große Lobby.

Die Interessen-Vertretung Deutschlands in Brüssel sei unterrepräsentiert. So finanziere Deutschland ca. 22% des EU-Haushalts, stelle in Brüssel aber nur etwa 12% der Abgordneten.

Der Abbau von Subventionen würde in Deutschland derzeit zu zögerlich voran getrieben.

Das Kündigungsrecht sei zu liberalisieren, um den Arbeitsmarkt zu entspannen. Deutschland habe zwar ca. 3.5 Millionen Arbeitslose. Wenn aber gleichzeitig etwa 1 (eine) Million Leute in Personal-Vermittlungsgesellschaften tätig wären, dann gälte es, hierfür nach Gründen zu suchen. So läge eine wesentliche Ursache für relativ hohe Arbeitslosigkeit der Arbeitskräfte über 55 Jahre im derzeitigen Kündigungsrecht. Denn ein 55 Jahre alt werdender Arbeitnehmer, der mindestens zehn Jahre im Betrieb tätig ist, würde unkündbar. (…)

Die anschließende Diskussion wurde ausgesprochen lebhaft, da auch viele „Alte Herren“ aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands angereist waren. Auch hier konnte ich wieder die besondere Gelegenheit nutzen, mich mit dem Referenten ausführlich zu unterhalten.

Fragen:
Halten Sie die Sichtweise des Referenten für zutreffend?

Sehen Sie in Ihrem Betrieb noch Spielraum, den (Eventual-)Steuersatz von demnächst 19% MWSt. auf Ihre Kunden zu überwälzen?

Ich sehe Ihren Kommentaren mit Interesse entgegen.
Herzliche Grüße sendet

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Alle Jahre wieder…

November 9, 2007

Foto: Ludger Freese – Präsentkoffer mit Leckereien

Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit der Vorbereitungen für das Hauptgeschäft zum Jahresende. Die Firmen suchen Präsente für Ihre Kunden und erwarten kreative Präsentideen von uns. Die Anfragen kommen immer später, so es für unsere Produktion oft schwierig ist, die Wünsche zu erfüllen. Diese Woche rief eine Firma an, die „sofort“ [14 Tage] 450 Stück Salami in einem speziellen Leinendarm wünschen… Eine andere Firma hat für 1.900.-Euro Präsente bestellt mit den Worten: „Bitte genauso, wie im lezten Jahr!“

Erste Weihnachtsfeiern finden schon im November statt. Das bedeutet: es müssen spezielle Angebote für Weihnachtsfeiern erstellt werden. Wir bieten hierzu immer ein festes Büffet an. Dieses Büffet wird von unseren Firmenkunden sehr gerne bestellt. Schon jetzt sind wir an einigen Tagen im Dezember ausgebucht.
Etwas Spielraum gibt es noch für die Angebote zum Weihnachtsfest. Wir versuchen immer etwas Besonderes zu bieten. So waren frische Perlhuhnbrüstchen der Renner im vergangenen Jahr. Tendenz im Fleischer-Fachgeschäft: Das Besondere…ich gönne mit etwas…es muss gelingen…ich möchte nicht den ganzen Sonntag am Herd stehen.
Sehr stark gewachsen ist das Menügeschäft zu Weihnachten. Wir bieten fertige Gerichte an, die von unseren Kunden dann nur noch erwärmt werden müssen. Für unsere Kunden bedeutet das, dass sie Weihnachten noch entspannter genießen können. Sie sparen Zeit, das Essen gelingt und ein harmonisches Fest ist garantiert.

Welche Besonderheiten bieten Sie Ihren Kunden?

Ich bin gespannt auf Ihre Ideen und grüße ganz herzlich: Ludger Freese

Autoren-Status für Carsten Neumeier, D 37235 Hessisch-Lichtenau

November 7, 2007

Heute freut es mich ganz besonders, einen weiteren Fleischermeister als Autor im Fleischer/Metzger-Blog zu begrüßen. Mein herzlicher Glückwunsch geht an Carsten Neumeier, Geschäftsführer der Landfleischerei Neumeier, Rommeröder Str. 7, 37235 Hessisch-Lichtenau.

Besondere Merkmale:
Er konzentriert sich auf das Wesentliche,
(Laden-)Credo: klein und überschaubar,
er ist überzeugter „Regionalist“.

Carsten Neumeier kommuniziert mit mir seit mehreren Jahren. Er hat Spaß am Fleischerhandwerk und arbeitet hinsichtlich der ‘Ahle Wurscht’ mit seiner Frau Carina auf traditionelle Weise. Er gilt in Fachkreisen als ausgesprochen kreativ. Carsten Neumeier hat ein ausgeprägtes Qualitätsbewußtsein. Er pflegt eine eigene Verwurstungsphilosophie, die Tradition und Moderne miteinander verbindet.

Mit großem Interesse lese ich seine regelmäßig erscheinenden Newsletter.
Wir dürfen hier alle gespannt sein auf seinen ersten Beitrag.
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)