Fleischer/Metzgermeisters Bringdienst - Folge drei -
Folge drei: Das Wursttaxi der Fleischerei Haag
Die Ausgangs-Situation
Die Fleischerei Haag hat ihren Stammsitz in 54292 Trier-Ruwer und eine Niederlassung in 54338 Schweich. Durch konkret-realistische Zielsetzung für die Zukunft und eine an dieser Zielsetzung orientierten Strategie schaut Fleischermeister Marco Haag weiterhin mit Optimismus nach vorn:
In beiden Betrieben stehen Kundenwunsch-Erfüllung und größtmögliche Nutzenstiftung im Focus.
Ferner hat sich Fleischerei Haag u. a. durch besondere Pflege ihrer “regionalen Produkte” ein weithin sichtbares Alleinstellungsmerkmal erarbeitet.
Und genießt auf verschiedenen Sektoren die so wichtige Kompetenz.
Als vorsichtig kalkulierender und voraus schauender Unternehmer registriert Marco Haag jedoch Veränderungen in seiner Umgebung aufmerksam, über die er mich wie folgt informierte:
So registrierte er Änderungen im konkurrenzpolitischen Umfeld seiner Niederlassung in Schweich:
Ein Supermarkt in der näheren Umgebung hat anfang des Jahres seine (Fleisch- und Wurst-)Kapazität aufgestockt.
Derselbe Supermarkt hat vor einiger Zeit seine wochentäglichen Öffnungszeiten bis 22 Uhr verlängert.
Ferner hat dieser Supermarkt jetzt auch eine Fischtheke eingerichtet.
Die Auswertung der BWA der letzten Monate mit Differenzierung nach Produkten und den zugehörenden Zielgruppen machte deutlich:
Steigender Nachfrage erfreuten sich nach wie vor auch in der Niederlassung Schweich insbesondere solche regional-typischen Produkte wie sein „Ruwertaler Gewürzschinken“ oder sein „Ruwertaler Hanni“, für die Haag im Laufe der Jahre einen weithin bekannten Namen aufbauen konnte. Ein „Sparangebot“ von “Standard-Produkten” jedoch erzielte in letzter Zeit nur noch marginale Zuwächse.
Was war geschehen?
Die Preis fixierten Kunden hatten offenbar plötzlich insbesondere für die “Standard -Artikel“ eine Ausweich- oder zusätzliche Einkaufsmöglichkeit im Supermarkt.
Die verlängerte Öffnungszeit im Supermarkt ist ein „Bequemlichkeits“-Faktor, der solchen Kunden entgegen kommt, die auch die Fleischerei Haag in Schweich vornehmlich aus Gründen der bequemen Standortnähe aufgesucht hatten. Diese setzen jetzt offenbar die „Bequemlichkeit der Fußläufigkeit“ gegen die „Bequemlichkeit der verlängerten Öffnungszeiten“.
Ferner: Mit ihren Surrogat-Produkten schöpft auch eine Fischtheke Kaufkraft ab, die dem Fleischkonsum dann fehlt.
Konsequente Maßnahmen
Eine Antwort auf der Preis-Ebene wurde durch die Fleischerei Haag von Anfang an nicht ins Kalkül gezogen. Eine Verlängerung der Öffnungszeiten machte aus infrastrukturellen Gründen ebenfalls keinen Sinn – und eine Sortimentserweiterung stößt derzeit an räumliche Grenzen.
Zudem wollte man nicht schlicht nur „reagieren“, sondern initiativ „agieren“.
Den Lösungsansatz brachte sodann die Suche nach einer weiteren (Teil-)Zielgruppe, um Zusatz-Umsatz zu generieren.
Da die Fleischerei Haag in Schweich einen Standort hat, der per Auto nicht unmittelbar erreichbar ist (der nächste Parkplatz ist ca. 50 Meter entfernt), richtete man sein Augenmerk auf die Wohnbevölkerung, die nicht regelmäßig zum Einkaufen gehen will oder nicht immer gehen kann.
Motto: Kommt der Kunde nicht (regelmäßig) zur Fleischerei, dann kommt die Fleischerei eben auch zum Kunden.
Haag investiert folgerichtig in ein Mobil, das er „Wurst-Taxi“ nennt. Es ist schon in der Form -Dreirad- auffällig und lässt sich mit Führerschein Klasse S fahren. Abgesehen von seiner „Auslieferungs“-Funktion erfüllt das Gefährt auch eine wesentliche Aufgabe als Werbeträger. Und insbesondere auf diese letztere Funktion möchte ich bei der folgenden Präsentation Ihr Augenmerk lenken:
Die Werbe-Aussage ist plakativ und vorzugsweise für die ältere Wohnbevölkerung konzipiert (und zwar ohne andere Kundengruppen zu verprellen).
Dabei hat Fleischerei Haag meine generellen Empfehlungen zur Nutzenstiftung für den Endverbraucher konsequent umgesetzt:
Der Slogan „Haag bringts!“ signalisiert eine ganz besondere Dienstleistung. Das ist das eine.
Zum anderen wird „Haag bringts!“ vom Kunden auch als besonderes Leistungsmerkmal in dem Sinne interpretiert, als es Haag hervorragend gelingt, zum Beispiel regionale Spezialitäten anzubieten. „Haag bringts!“ vermittelt somit gleich eine doppelte Nutzenstiftung.
Die Konzentration auf die Telefonnummer ermöglicht jedermann, also auch der älteren Wohnbevölkerung, unmittelbar Kontakt zur Fleischerei aufzunehmen.
Die zusätzliche Präsenz des Schriftzugs „Haag bringts!“ auf der Frontseite des Wagens wird jeden Kunden erfreuen, der seine Bestellung heran rollen sieht.
Die Mobilität dieses Werbeträgers der besonderen Art wird zudem die Reichweite der Fleischerei Haag erhöhen.
Fazit: Es gibt immer einen Weg!
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Weitere Folgen aus dieser Beitrags-Reihe:
Folge zwei: Das Verkaufs-Mobil
Schlagworte: Reichweite, Wursttaxi, Metzgerblog, Kundenwunsch, Fleisch, Wurst, Schinken

Oktober 26, 2007 um 6:54 Uhr vormittags
Hallo,
wie weit liefern Sie denn aus?
Oktober 26, 2007 um 7:08 Uhr vormittags
Muss ich für die Anlieferung Fahrtkosten zahlen?
Rita Kirchhoff
Oktober 29, 2007 um 6:50 Uhr vormittags
Hallo Frau Hanke und Frau Kirchhoff,
wir liefern in die Orte: Ruwer,Kenn,Schweich,Issel,Fastrau,Riol,Fell,Bekond,
Kasel,Mertedorf,Waldrach.
Die anteiligen Fahrtkosten betragen 50 cent, es wird alles in Thermobehältern angeliefert.
In der Planung ist auch eine Lieferung von warmen Essen in der Zeit von 11.15 Uhr bis ca. 12.30 Uhr. Wir werden am Montag den 05.11.2007 hiermit starten, dann sind die neuen Thermobehälter für die Essenslieferung bei uns eingetroffen.
Gerne stehe ich Ihnen für weitere Fragen zur Verfügung.
Viele Grüsse
Marco Haag