Der Faktor ZEIT – oder die Chance der inhabergeführten mittelständischen Fleischerei in der derzeitigen Konjunkturlandschaft

Juli 5, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

eine ganz besondere Stärke Ihres Unternehmens ist der unmittelbare Kontakt zum Kunden und der Vertrauensvorschuss, den Sie als Mittelständler genießen. Und diese Stärken könnten Sie insbesondere in der derzeitigen Konjunkturlandschaft ausspielen, da Ihnen ein Faktor momentan in die Hände spielt, den der Endverbraucher in zunehmendem Maße besitzt: Es ist der Faktor ZEIT.

Denn sicherlich ist Ihnen auch schon aufgefallen: Viele Ihrer Kundinnen und Kunden verhalten sich seit geraumer Zeit deutlich anders als zuvor. Viele sind entspannter, heiterer, weniger hektisch. Kunden, die bisher als „kurz angebunden“ galten, sind plötzlich kommunikativ und (gesundheits-)interessiert. Während man noch vor einiger Zeit „zur Arbeit hetzte“ und sich kaum um Nährwerte und Kalorien von Lebensmitteln scherte, macht sich derzeit ein neues „Ernährungsbewusstsein“ bemerkbar. Das ist ein bedeutsamer Wertewandel. Man kümmert sich (wieder) verstärkt um seine Gesundheit, und entsprechend steigt der diesbezügliche Beratungsbedarf – auch oder insbesondere in Fleischereien/Metzgereien.

Warum in Fleischereien/Metzgereien:

Im Unterschied zu mittelständischen Betrieben sind Konzerne anonyme Unternehmen, deren Inhaberverhältnisse den meisten Endverbrauchern unbekannt sind. Im handwerklichen Mittelstand jedoch hat man in aller Regel mit dem Betriebsinhaber eine unmittelbare „Anlaufstelle“. Das schafft Vertrauen – insbesondere in Krisenzeiten.

Zum andern: In Konjunkturphasen, in denen viele Kunden mehr (Frei-)Zeit haben, ist Zeitersparnis beim Einkauf und/oder beim Verzehr kein Kauf entscheidendes Kriterium mehr. Vielmehr können diese Kunden die (Frei-)Zeit nutzen, sich in Ihrer Fleischerei/Metzgerei verstärkt beraten zu lassen.                         
Denn diesbezüglich können Discounter mit ihrer „One-Stop-Strategie“ und ihren seelenlosen Info-Terminals sowie beratungsarme Supermärkte nicht so ohne weiteres kontern.

Vorteil: Fleischerei! – Ihre Chance sollten Sie nutzen!

Ich grüße sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Ferienzeit

Juli 1, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister, auch dieses Jahr stehen vielleicht auch Sie wieder vor der Frage, wie Sie bei all den laufenden Ausgaben Ihre Fleischerei/Metzgerei denn durch die Ferienzeit bringen. Selbstverständlich liegen Ihnen hierzu Erfahrungen der letzten Jahre vor, die Sie zur Entscheidungsfindung auch sicherlich heranziehen werden. Diejenigen unter Ihnen, die ihren Betrieb aus betriebswirtschaftlichen und/oder Erwartungshaltungs-Gründen ihrer Stammkundschaft nicht schließen können, werden auch dieses Jahr wieder feststellen:

In der Ferienzeit ändert sich in aller Regel die Kundenstruktur deutlich wahrnehmbar. Die Zahl der Stammkunden geht deutlich zurück, das „Erscheinungs“-Bild der Kunden wird jetzt verstärkt geprägt durch bisher nicht groß aufgefallene Gelegenheitskäufer und Schnäppchenjäger, Laufkundschaft. Hierdurch konzentriert sich der Umsatz in Ihrem Ladengeschäft verstärkt auf andere, überwiegend niedrig-preisige Warengruppen

Das ist für Sie als regelmäßigen Leser der Fleischer/Metzgerblog-Beiträge und Kommentare zunächst nichts Überraschendes: Im Unterschied zum letzten Jahr jedoch sind dieses Jahr einige Änderungen oder Besonderheiten auffällig: Im Unterschied zum letzten Jahr ist Fakt:


Der Benzinpreis-Schock zu Beginn der Sommerferien des letzten Jahres lässt dieses Jahr auf sich warten.
Die Inflationsrate liegt für das laufende Jahr bei Null Prozent.
Die Arbeitslosenquote ist auf hohem Niveau stabil.
Die konjunkturellen Aussichten für das laufende Jahr sind trotz Konjunkturprogrammen der Bundesregierung nach wie vor gedämpft.
Der private Konsum stagniert.

Das alles sind neben der geschilderten Kundenstruktur der Ferienzeit Faktoren, die in Ihre künftigen Planungen einfließen sollten, denn: Insbesondere die diesjährige Ferienzeit wird besonders deutlich machen:
Bei Wahrung der Qualitäts- und Gewichtskonstanz Ihrer Standard-Artikel wird es kaum möglich sein, Steigerungen auf der Einkaufs- und Kostenseite auf den Endverbraucher zu überwälzen. Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Situation wird die Ferienzeit insbesondere dieses Jahr eventuelle Schwachstellen Ihres Betriebes besonders deutlich machen. UND. Ihre Innovationsbereitschaft und Kreativität werden verstärkt gefordert, denn: Die Ansprüche Ihrer wichtigsten Zielgruppe, die Wünsche und Erwartungen des „qualitätsbewussten Verbrauchers“ werden konjunkturbedingt steigen, da sie ihn jetzt verstärkt umwerben müssen.

Denken Sie deshalb beim Thema Innovation jedoch nicht ausschließlich an neue handwerkliche Produkte. Die sind sicherlich wichtig. Denken und handeln Sie jedoch auch in der Ebene der Nutzenstiftung für den Verbraucher, in der Ebene des Wünsche-Weckens und der Wünsche-Erfüllung. Überraschen Sie Ihren Kunden, machen Sie ihm den Einkauf zum Erlebnis, machen Sie Ihre Fleischerei/Metzgerei zum Ort der Kommunikation. Lassen Sie möglichst keinen sinnvollen Anlass ungenutzt, dem Kunden die besondere Wertigkeit eines Einkaufs in Ihrem Ladengeschäft zu vermitteln – und sei es insbesondere in der Ferienzeit.
In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Motivation

Juni 27, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

wohl kaum jemand wird ernsthaft behaupten wollen, das Arbeiten in der Fleischer/Metzger-Branche würde für Sie, den betreffenden Unternehmer in Zukunft leichter. Banken- und Wirtschaftskrise sind noch lange nicht ausgestanden, das Bruttosozialprodukt schrumpft, die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe nimmt bundesweit seit Jahren ab; ähnliches gilt für die Zahl inhabergeführter Fleischereien/Metzgereien. Zudem kämpft der unternehmerische Mittelstand der Branche mit staatlichen Auflagen.
Vor einem solchen Hintergrund ist es für jeden Verantwortlichen der Fleischer/Metzgerbranche schwierig, auch in Zukunft die richtige Motivation für unternehmerisches Handeln zu finden und zu kultivieren, denn im Augenblick scheint kaum jemand so recht zu wissen, wo denn die Reise wohl hingeht. Zudem wird zurzeit selbst das ganze marktwirtschaftliche System „Soziale Marktwirtschaft“ von Vielen in Deutschland verstärkt kritisch hinterfragt.

Umso mehr habe ich mich vor diesem Hintergrund gefreut, eine Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung zu einem Vortragsabend im Jugendgästehaus Bielefeld zu erhalten. Unter der bewährten Leitung von Dr. Marco Arndt, Leiter Bildungswerk Dortmund der KAS referierte dort am Donnerstag, den 25. Juni 2009 die Umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestags-Fraktion Marie-Luise Dött MdB zum Thema

Die Welt in der Krise
Welche Zukunft hat die Soziale Marktwirtschaft?

Ich habe auf der wie immer gut besuchten Veranstaltung aus dem Referat und der Fülle von Anregungen der Vorsitzenden im Bund katholischer Unternehmer (BkU) einige ganz wesentliche Aussagen nachstehend ausgewählt, die insbesondere auch für den unternehmerischen Mittelstand der Fleischer/Metzger-Branche von Bedeutung sind.

Die Überzeugung der Referentin:

Da Soziale Marktwirtschaft auf den drei wesentlichen Prinzipien Subsidiaritätsprinzip, Solidaritätsprinzip und Gemeinwohl basiere, erfordere sie einen moralischen Grundkonsens der Gesellschaft und somit ein Höchstmaß an Disziplin des Einzelnen. Unternehmerischer Sachverstand und Ethos seien die Grundlagen einer ethisch sauberen und erfolgreichen Unternehmensführung.

Die Auswirkungen von Exzessen seien insbesondere in Krisenzeiten dramatisch, da jeder neue Skandal die Zustimmung zu unserem Wirtschafts-System untergrübe.
(Anm. des Beitrags-Autors hierzu: Vor diesem Hintergrund sollten sich auch einmal die Groß-Verursacher von Fleisch-Skandalen vor Augen führen, welchen Schaden sie nicht nur der jeweils bundesweit direkt betroffenen Bevölkerung zufügen, sondern inwieweit sie  z u s ä t z l i c h  auch das Gemeinwohl generell schädigen. Ende Anm. des Beitrags-Autors)

Ferner, so die Referentin, sei das Deutsche Bildungssystem zum Problemfall geworden. Aus Unternehmersicht seien viele Hauptschüler kaum noch „ausbildungsfähig“.

Empfehlungen der Referentin:

Auf jeder Stufe des Gemeinwohls sollte ein ordnungspolitisches Kontroll-Organ vorhanden sein.
Nur die Verbindung von Eigentum und Haftung schaffe den verantwortungsbewussten Unternehmer.
Künftig sollten in Deutschland auch Manager zur Verantwortung gezogen werden können.
—–
Die anschließende Diskussionsrunde war ein wenig zu kurz angesetzt. (Dr. Arndt wird mir diese Offenheit bitte verzeihen!) Ich habe der Referentin anlässlich eines anschließenden persönlichen Gesprächs mitgeteilt, meine Fragen hier im Blog zu veröffentlichen und sie um ebenso öffentliche Beantwortung über „Kommentare“ gebeten. Sie hat mir ihre Karte überreicht und ist zwischenzeitlich auch per eMail auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht worden.

Nachstehend meine Fragen an die Referentin:

1) Welche Maßnahmen der „Mittelstandsförderung“ könnten oder sollten insbesondere in der Fleischer/Metzgerbranche greifen und Motivationsstütze werden?
2) Mit welchen Argumenten könnte ein junger Mensch bewegt oder überzeugt werden, die unternehmerische Selbständigkeit zu suchen?

Dankbar wäre Ihnen die Branche auch, wenn Sie folgende Fragen beantworten könnten, die mir Obermeister Ludger Freese aus dem niedersächsischen Visbek heute ergänzend formuliert hat:
3) Wie stehen Sie zur jüngsten Diskussion der Mehrwertsteuererhöhung für Lebensmittel auf 19 Prozent? – Soll das Fleischerhandwerk für die Fehler der Konzerne doppelt zahlen?
4) Was erzählt ein Obermeister seinen Kollegen, wenn sie die gleiche prozentuale Unterstützung vom Staate einfordern wollen wie die Autoindustrie oder die Banken?
5) Die Verbraucher sorgen sich um ihr Einkommen. Immer mehr Menschen haben zu wenig, um relativ sorgenfrei zu leben. Das Fleischerhandwerk verliert dadurch viele Kunden. Lebensmitteldiscounter gewinnen die Oberhand. Welche Argumente erkennen Sie, damit wir als Mittelständler nicht mutlos und konzeptlos gegen Windmühlen kämpfen?

Ich grüße sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

“Die Kinder sind raus!”

Juni 23, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
jüngst flatterte mir eine Postkarte in meinen realen Briefkasten. Auf der mir ins Auge fallenden Rückseite stand in großen Lettern geschrieben: „Die Kinder sind raus!“

Das ist Zielgruppen-Marketing vom Feinsten! Denn: Der verantwortliche Immobilienmakler hat es hier meisterhaft verstanden, die (Teil-)Zielgruppe 55+ deutlich (und zwar ohne Alters-Diskriminierung) anzusprechen und zugleich (auf der Vorderseite) auch andere Zielgruppen mit einzuschließen, indem er sinngemäß fortfährt: Aus welchen Gründen auch immer Sie Ihre Immobilie veräußern möchten …
Die Zielgruppen-Orientierung ist hier das eine.

Noch bedeutsamer ist das folgende. Denn:

Zugleich wird dem Adressaten durch den Titel „Die Kinder sind raus!“ vermittelt, im Grunde genommen ein (inzwischen) viel zu großes Haus zu bewohnen.

Durch diese Formulierung werden bei der Zielgruppe 55+ Handlung stimulierende Emotionen geschürt, da die Werbung durchaus auch provoziert.

Frage:
Haben Sie in Ihrer Fleischerei/Metzgerei eine ähnlich wirksame Methode, die so wichtigen, vielfach Kauf entscheidenden Emotionen beim Kunden zu erzeugen?

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Unter dem Titelthema „Medizin vom Tankwart“ berichtet Jürgen Langenkämper in der Print-Ausgabe vom 19. Juni 09 auf Seite 4 der Zeitung NEUE WESTFÄLISCHE über eine Versand-Apotheke aus dem niedersächsischen Uslar. Die betreffende Apotheke ermögliche derzeit an vier verschiedenen Standorten Deutschlands ihren Kunden, vorbestellte Arzneimittel jeweils an einer Tankstelle abzuholen.

Jetzt werden Sie fragen, was denn das Außergewöhnliche der Geschäftsidee sei, um hier auf Fleischer/Metzger-Blog erwähnt zu werden – schließlich könne man sich seine Arznei auch in einer traditionellen stationären Apotheke abholen oder von einer Versandapotheke schließlich auch nach Hause schicken lassen.

Meine Antwort:
Das Ungewöhnliche daran ist: Hier wird eine ganz spezielle –und wahrscheinlich bisher nicht so richtig erreichte- Zielgruppe angesprochen, nämlich die Gruppe der PKW- oder LKW-Reisenden mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und wechselnden Aufenthaltsorten. Diese Gruppe, so führt auch Jürgen Langenkämper des Weiteren aus, könnte sich ihr vorbestelltes Medikament an einer Tankstelle abholen, die möglicherweise direkt auf ihrem jeweiligen Weg liegt.

Das Besondere an diesem Geschäftsmodell:

Durch konsequente Orientierung an den Wünschen und Erwartungen einer –wahrscheinlich neuen- Teil-Zielgruppe könnte der Apotheker hierdurch eine berechtigte Chance haben, mitten in der Wirtschaftskrise Zusatzumsatz zu generieren.

Die Frage, die sich hier für Fleischereien/Metzgereien anschließt lautet:
Gibt es bei Ihnen eine bisher vernachlässigte Kundengruppe, die insbesondere in der Wirtschaftskrise Ihre besondere Aufmerksamkeit verdienen könnte, um hierdurch vielleicht den entscheidenden Mehrumsatz zu erzielen?

Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Die Mund-zu-Mund-Propaganda als hochwirksames und preisgünstiges Marketing-Instrument inhabergeführter Fleischereien

Juni 19, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
trotz des angeblich ersten Silberstreifens am Horizont, den uns einige Medien in den letzten Tagen zu vermitteln versuchen, zieht sich derzeit die Wirtschaftskrise hin. Viele mittelständische, inhabergeführte Betriebe – und die Fleischereien/Metzgereien bilden hier keine Ausnahme – liebäugeln deshalb mit dem Gedanken, ihre Werbung zwecks Kostenreduzierung zurück zu fahren.

Es braucht hier nicht erörtert zu werden, wie gefährlich eine solche Maßnahme insbesondere in Rezessionszeiten sein könnte, da der zurzeit ohnehin kritischen Käuferhaltung hierdurch zusätzlich Kaufmotivation entzogen würde.

Es ist jedoch nicht jedem Fleischermeister vergönnt, sich in schwierigen Zeiten werbepolitisch antizyklisch zu verhalten, da nicht jeder die hierfür nötige Kapitalkraft hat.

Des weiteren: Die Fähigkeit, sich für externe Printwerbung (Zeitungen, Zeitschriften etc. via Agenturen) zu begeistern, hat in letzter Zeit ohnehin einen Dämpfer bekommen. Denn:  Sicherlich sind auch unter Ihnen viele werbe-intensive Betriebe, die in jüngster Zeit an ihre Abgabepflicht nach dem „Künstlersozialversicherungsgesetz” (Näheres unter KSVG) erinnert wurden oder gar einen entsprechenden Bescheid von der Deutschen Rentenversicherung vorliegen haben.

Folge:

Es ist in diesen kritischen Zeiten für Sie als Fleischermeister wichtig, die ganz besondere Stärke einer inhabergeführten Fleischerei zu nutzen, die im persönlichen Kontakt mit Ihren Stammkunden besteht. Dieses unschätzbare Potenzial gilt es jetzt verstärkt zur Kundengewinnung zu nutzen.

Unter den Stammkunden sind es wiederum vornehmlich die Intensiv-Verwender (diese besuchen Ihre Fleischerei/Metzgerei mindestens zweimal pro Woche), auf die Sie Ihr Augenmerk zu richten hätten.

Denn: Es sind die kommunikativen Intensiv-Verwender, die aufgrund ihres besonders häufigen Einkaufens ganz deutlich zum Ausdruck bringen, wie sehr sie Ihr Geschäft schätzen.

Es gilt, dieser ganz besonderen Kundengruppe als „Überträgern“ Ihrer Botschaften geeignete Mittel zu Verfügung zu stellen. Wie z. B.

a) preisgünstige, eigen-hergestellte Flyer in Form von (Produkt-)Empfehlungen, die von dem „Überträger“ verbal oder schriftlich aus eigener, voller Überzeugung unterstützt bzw. bestätigt werden.

b) Dokumentationen aus Zeitungen/Zeitschriften, gedruckte Beiträge aus Blogs wie Fleischer/Metzger-Blog www.fleischerblog.wordpress.com, sowie Auszeichnungen etc.

Je größer die Zahl entsprechend geeigneter kommunikativer Fürsprecher ist UND je weiter diese räumlich gestreut liegen, umso wahrscheinlicher ist die Neukunden-Gewinnung auch in schwierigen Zeiten.

Denn: Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist nicht nur preisgünstig, sondern gilt unter den Marketingformen insofern als die überzeugendste, als sie von neutralen Verwendern/Nutzern Ihrer Produkte und Dienstleistungen stammt und deshalb vom Endverbraucher als besonders glaubwürdig eingestuft wird.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

P. S. Griffige Textvorschläge zur verkaufsfördernden Optimierung Ihrer Flyer sind vom Verfasser dieses Beitrags kundengerecht aufbereitet worden. Diese Textvorschläge können bis auf weiteres vornehmlich von Fleischer/Metzgermeistern angefordert werden, die ein oder mehrere Sachbücher aus der “Fleischerei-mit-Fadenkreuz!”-Reihe und/oder “BEST OF Fleischer/Metzgerblog”-Serie gekauft haben. Email an den Verfasser unter hjs@bitel.net (Stichwort: Textvorschläge) genügt.

Das alljährliche Großereignis im niedersächsischen Raume Uslar: Das traditionelle Hoffest der Fleischerei Otte

Juni 15, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

sicherlich sind auch Ihnen die verschiedensten Methoden zur Kundenbindung vertraut wie z. B. Kundenkarten, Wettbewerbe, Goodwill-Aktionen, Image-Aktionen, Sponsoring und Events wie „Haus der offenen Tür“ o. ä. Und vielleicht haben sich auch bei Ihnen einige wenige Aktivitäten als ganz besonders wirkungsvoll erwiesen.

Im Falle der Landfleischerei Otte in 37170 Uslar-Schönhagen im Solling hat sich die inzwischen vierte Ausgabe des Hoffestes am 5. Juli 2009 ab 10 Uhr mit „Open End“ gegen 19 bis 20Uhr zu einem überregional bedeutsamen Event gemausert. Laut Aussagen von Heinrich und Daniel Otte sollen „Großverpflegung“ und „Unterhaltung mit vielseitigen Rahmenprogramm“ auch dieses Jahr wieder viele tausend Besucher und auch etliche Berufskollegen locken.

Nachstehend sehen Sie eins der auf das Ereignis hinweisenden Plakate:

Otte plakat2009hoffest
Das obige Plakat wurde mit freundlicher Erlaubnis der Fleischerei Otte von deren Website www.fleischerei-otte.de übernommen

Fazit:
Da das diesjährige Ereignis mit viel Werbepower, Website-Aktualisierung und auf das Ereignis aufmerksam machenden regionalen Zeitungsberichten avisiert wird, werde ich mir dieses Mal die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die freundliche Einladung der Landfleischerei anzunehmen. Denn: Ich bin überzeugt, dort neben aufschlussreichen Gesprächen und neuen Kontakten auch Bestätigungen für meine nachfolgende These zu erhalten:

Zwar sind die meisten (Fleischerei-)Events dieser Art für den betreffenden Veranstalter zunächst allenfalls kostendeckend – die Nachhaltigkeit der entsprechenden Kundenbindung wird im Laufe der Folgewochen und –Monate jedoch für die Mühen und den Aufwand mehr als entschädigen.

Ich bin sehr gespannt und grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

“Kulinarischer Voyeurismus” – oder die Bedeutung von Trends

Juni 11, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

es ist ohne Frage vielfach kostengünstiger und bequemer, deutlich wahrgenommene Kundenwünsche mit dem geeigneten Angebot zu erfüllen, als seinerseits neue Kundenwünsche zu wecken und über eine geeignete Offerte ständig wach zu halten. Je nachhaltiger ein Trend ist, je mehr er sich gar zu einem Mega-Trend auswachsen könnte, umso stärker sollte er von Ihnen beachtet werden.

Warum:

a) Die Floprate von neuen trendkonform (also kundenwunschgerecht) hergestellten Erzeugnissen Ihrer Fleischerei/Metzgerei ist in aller Regel nämlich wesentlich geringer als bei neuen Kreationen Ihres Betriebes, die sich nach den persönlichen Vorlieben des Fleischermeisters richten.

b) Je eher Sie ferner eine Tendenz oder einen verlässlichen Trend ausmachen, umso eher könnten Sie Ihren Betrieb und Ihr Angebot entsprechend ausrichten. Und das Kunden-Feedback nutzen, um Ihren durch Früh-Erkennung gewonnenen Vorsprung kontinuierlich auszubauen.

Unter diesen Voraussetzungen sollten Sie einmal prüfen, inwieweit die nachstehenden Trends im Angebot Ihrer Fleischerei/Metzgerei bereits Berücksichtigung finden:

Convenience; die Bequemlichkeit des Kunden bei Einkauf, Zubereitung und Genießen mit dem Endnutzen „mehr zeitlicher Freiraum“.

Bewusste, gesunde Ernährung; eine positive Grundhaltung des Kunden mit dem Endnutzen „Längeres Leben“.

Simultan-Konsum; die Möglichkeit des Kunden, mehrere Handlungen gleichzeitig miteinander zu kombinieren wie z. B. „essen und fernsehen“.

Kulinarischer Voyeurismus; Kochsendungen und Kochshows im Fernsehen mit dem Endnutzen „Unterhaltung, Anregungen und Freude durch Passives Kochen“.

Klimaschutz; das politische Thema schlechthin. Aus Fleischereisicht werden hier u. a. Topics wie Regional-Einkauf zwecks Minderung des CO2-Ausstoßes thematisiert.

Fazit:

Vielleicht kommentieren auch Sie einmal hier unten anschließend, welche zusätzlichen Tendenzen und Trends Sie in Ihrer Region erkennen oder bereits mit Ihrem Angebot berücksichtigen.

Oder: Vielleicht erörtern Sie hier auch ganz einfach unter Kommentare -bestätigend oder hinterfragend- die obigen fünf Trend-Feststellungen. Wie könnten Sie sich in Ihrer Fleischerei beispielsweise den „kulinarischen Voyeurismus“ zunutze machen?

Ferner: Sicherlich werden Sie insbesondere in den ersten drei/vier Monaten dieses Jahres große Verschiebungen in Ihrer „Renner-Penner-Liste“ im Vergleich zu den betreffenden Vorjahresmonaten feststellen. Wahrscheinlich könnten Sie beurteilen, was dabei wirtschaftskrisen-bedingt ist – und vielleicht könnten Sie auch erkennen, ob bereits eine Tendenz oder gar ein neuer Trend durch den Wandel der Konsumgewohnheiten erkennbar wird.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Nicht nur heute ist “Wahl”-Tag – oder: der Bürger und sein “Wahl-O-Mat”

Juni 7, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
heute ist ein besonderer Tag; auch in Deutschland ist Wahltag, der Tag der Wahl zum Europa-Parlament. Medien und Parteien geben sich hierbei redlich Mühe, den Tag ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Im Netz steht ferner ein „Wahl-O-Mat“, der es jedem Besucher ermöglicht, seine eigene Position mit derjenigen einzelner Parteien zu vergleichen, indem er sein Urteil zu dortigen 38 Thesen abgibt und seine Antworten sodann auswerten lässt. Noch nie war es für den Bürger so einfach, seine eigenen Wünsche und Erwartungen mit dem jeweiligen „Angebot zur Wunscherfüllung“ durch die Parteien auf Übereinstimmung zu überprüfen.

Aber trotzdem: Auch dieses Jahr wird sich repräsentativen Umfragen zufolge die Wahlbeteiligung in bescheidenen Grenzen halten. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung – so die Prognosen – werden in Deutschland von ihrem Wahlrecht wohl auch dieses Jahr keinen Gebrauch machen.

Kurzum: Es fehlt dem Europa-Parlament die deutliche Vermittlung des HAUPT- oder KERN-Nutzens seiner so wichtigen Tätigkeit.

Im Unterschied zum Europa-Parlament ist in Ihrer Fleischerei/Metzgerei jedoch jeden Wochen-Tag für den Bürger oder Kunden „Wahl“-Tag. Haben Sie gar einen eigenen Webshop, hat der Kunde ein 24/7-Wahlrecht von 24 Stunden an 7 Tagen der Woche. Auch Sie müssen sich gegenüber der Konkurrenz abgrenzen und die Vorteilhaftigkeit eines Einkaufs bei Ihnen dem Kunden vermitteln.

Deshalb meine Frage:
Könnten Sie sich vorstellen, wie ein entsprechender „Wahl-O-Mat“ im Falle Ihrer Fleischerei/Metzgerei wohl gestaltet sein könnte? Könnten Sie sich vorstellen, mit welcher Erwartungshaltung die Kundschaft zum Einkaufen kommt? Könnten Sie sich vorstellen, inwieweit Ihr Angebot wohl den Wünschen Ihrer Kundschaft entspricht?

Oder
Welches ist der Haupt- oder Kern-Nutzen, den Sie der Kundschaft stiften bzw. stiften möchten?

Nachstehend eine Auswahl möglicher Stärken Ihres Unternehmens

In der Produkt-Ebene

Sortiments-Qualität
Sortiments-Umfang
Regionale Spezialitäten
Traditionelle Spezialitäten nach altem Hausrezept
Convenience-Artikel
Wechselndes Angebot

In der Ebene der Nutzen-Stiftung (inkl. Dienstleistung)

a) im Ladengeschäft

Fachmännische Beratung
Freundlichkeit
Übersichtlichkeit

b) bei der Verzehr-Situation Ihrer Erzeugnisse im Hause des Kunden

Zeitgewinn bei der Zubereitung
ernährungsbewusster Genuss
Stärkung des Regional-Bewusstseins

Frage:
Könnten Sie spontan sagen, was Ihrer Meinung nach Ihre größte Stärke, Ihre größte Nutzenstiftung ist?
Und dann beantworten Sie sich die entscheidende Frage:
Vermittle ich meine größte Stärke in angemessener und deutlicher Weise meiner Kundschaft?

Denn es gilt:
Ein Wähler wählt am Wahltag unter den Parteien „das kleinere Übel“. Ein Kunde jedoch wählt die „bestmögliche Erfüllung seiner KERN-Wünsche“. Und: In Ihrer Fleischerei ist täglich ein neuer „Wahl“-Tag.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Kundenbindung durch alljährliche Sonder-Veranstaltungen

Juni 3, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

sicherlich haben Sie sich auch dieses Jahr wieder Gedanken gemacht, wie Sie insbesondere die steigenden Temperaturen der Frühlings- und Sommerzeit nutzen könnten, Ihre Kunden durch angemessene Events zu erfreuen und die Bindung an Ihre Fleischerei/Metzgerei zu pflegen.

So hat zum Beispiel die Fleischfachgeschäft Flechsig GmbH aus dem westfälischen 59174 Kamen auch dieses Jahr wieder den 1. Mai zu ihrer alljährlichen „Motorrad-Ausfahrt unter Freunden“ mit jährlich wechselndem Ziel genutzt. Dieses Ereignis hat unter den Kundinnen und Kunden inzwischen einen regelrechten Kultstatus erlangt.

Viele Ihrer Kolleginnen und Kollegen wissen teilweise schon seit vielen Jahren, die Vorteilhaftigkeit alljährlicher Sommer-Veranstaltungen wie gesellige Grillpartys u. a. zur Kundenpflege und Kundenbindung zu nutzen. In ihrer Region bedeutsam ist diesbezüglich die Landfleischerei Otte aus dem niedersächsischen 37170 Uslar-Schönhagen. Sie lädt am 5. Juli dieses Jahres von 10 bis ca. 19 Uhr zum „Tag der offenen Tür und  4. Hoffest“.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)

Serien-Beitrag! Das Querdenk-Modell No. 3: Der Cospudener See bei Leipzig

Mai 30, 2009 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
da meine Tochter schon vor Jahren Leipzig als Domizil gewählt hat, konnte ich bei meinen alljährlichen Besuchen mit Freude die stetige Entwicklung der Stadt beobachten. Hierbei blieb mir natürlich auch die Rivalität zwischen Leipzig und Dresden nicht verborgen, die ähnlich groß zu sein scheint wie diejenige zwischen Düsseldorf und Köln. Während Dresden neben seinem einmaligen Stadtbild auch von der umliegenden Elblandschaft profitiert, hatte Leipzig neben seinem legendären Ruf als Handelsmetropole auch viele Jahre nach der Wende auf dem Freizeit-Sektor nur wenig zu bieten. Vielmehr wurden die umliegenden Regionen vielfach durch Braunkohlegruben und –Bagger dominiert.
Nach Auslaufen der „Braunkohle-Ära“ stand deshalb die Entscheidung an, wie es mit der brach liegenden Industrielandschaft weiter gehen sollte. Man entschied sich, in den Freizeit-, Erholungs- und Erlebnissektor zu investieren. Hierzu wurden im Laufe der letzten Jahre mehrere ehemalige Braunkohlegruben geflutet, und die ersten Bagger wurden demontiert. So entstanden unmittelbar vor den Toren der Stadt mehrere Badeseen von zig Kilometern Länge und Breite. Zum Schmuckstück hat sich inzwischen der Cospudener See entwickelt, den ich als begeisterter Segler jetzt besonders schätzen gelernt habe, da er nicht nur zum Baden (mit aufgeschüttetem Sandstrand) sondern auch zum Segeln frei gegeben ist. Er ist rundum durch Wander- und Radfahrwege erschlossen, und es haben sich auch Gastronomie-Betriebe angesiedelt. An einem der Nachbarseen, dem Markkleeberger See stehen die ersten Ferienhäuser. Dort ist auch Deutschlands „einzigartige Attraktion für Wildwassersport“, der Kanupark Markkleeberg. Weitere Braunkohlegruben werden derzeit geflutet. Hier entsteht offenbar ein Gebiet mit Zukunft, das neben seiner Erholungsqualität auch Arbeitsplätze schafft.

Fazit:
Es gibt immer einen Weg. Kein (vermeintlicher) Nachteil ist groß genug, um nicht irgendwie oder irgendwann auch einmal zum Vorteil zu gereichen. Der Großraum Leipzig hat die (Industrie-)Brache genutzt, durch Flutung von Braunkohlegruben die Attraktivität und Lebensqualität der Stadt und der Region auf ein weit überregional beachtetes Niveau hochzuziehen. Retrospektiv betrachtet hat man wohl fast alles richtig gemacht.

Entscheidend war jedoch, die Möglichkeiten, die eine (Industrie-)Brache bot, a) zu erkennen und b) auch zu nutzen.

Vielleicht haben auch Sie in Ihrer Fleischerei/Metzgerei ungenutzte Kapazitäten, die durch einen einzigen entscheidenden Schwenk in der Denkrichtung zu einer neuen Verwendung geführt werden könnten. Vieles ist nur eine Frage des Vorstellungsvermögens. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist der entscheidende. Alles bis zum Schluss durchdenken oder gar planen zu wollen, ist vielfach nicht nötig. Auch am Cospudener See konnte man die Attraktivität und Eigen-Dynamik, die die Seenlandschaft entwickelte, bestenfalls erahnen.

In diesem Sinne grüße ich Sie Herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)