Sicherlich werden Sie mir sowohl als Endverbraucher von Lebensmitteln wie auch als Fleischer/Metzgermeister bestätigen: Der Trend zu „regionalen Produkten“ oder zu Produkten „regionaler Herkunft“ ist unverkennbar. Diesen Trend hatten und haben sich die allermeisten Fleischereien/Metzgereien Deutschlands insbesondere in solchen Gegenden zunutze gemacht, die in den so genannten (Tierbestands-)“Speckgürteln“ Deutschlands angesiedelt sind. Insbesondere solche Fleischereien können mit Argumenten wie „Umweltschutz durch kurze Tiertransportwege“, „Provenienz-Sicherheit durch Regional-Einkauf“ und Marketing-Slogans wie „Aus der Region für die Region“ beim lokalpatriotisch eingestimmten Endverbraucher punkten. D. h. die Produktion und der Verkauf regionaler oder regional-typischer Erzeugnisse sind von jeher eine Domäne einer handwerklich strukturierten, inhabergeführten Fleischerei/Metzgerei.
In letzter Zeit jedoch häufen sich die Versuche von Supermärkten bzw. Supermarkt-Betreibern, in diese Domäne einzubrechen. Da der Begriff „Region“ in Deutschland nicht exakt definiert ist, und Supermärkte eine „Region“ somit zwar nicht unbegrenzt weit aber doch relativ weit fassen können, gehen viele Supermarkt-Betreiber dazu über, Ihr Sortiment an überregional eingekauften Artikeln durch „regionale“ Produkte zu ergänzen. So erklärte mir jüngst ein Supermarkt-Betreiber aus dem Niedersächsischen im persönlichen Gespräch seine derzeitige Verkaufs-Philosophie, gemäß welcher bei ihm „Regionalität inzwischen ganz groß geschrieben würde“.
So gehen Supermärkte vielfach dazu über, regionale Betriebe über deren Produkte deutlich in ihren Regalen Ihnen, dem Endverbraucher „vorzustellen“.
Die WEZ-Märkte der Karl Preuß GmbH & Co in 32423 Minden haben ihren Standort-Schwerpunkt in Ostwestfalen/Lippe. Sie kennzeichnen ihre entsprechenden „Produktgruppen mit Hinweiselementen an und auf dem Preisetikett mit „aus unserer Region““. Ferner ist auf der WEZ-URL http://wez.wezette.de unter Sortiment „regional und exklusiv“ für den Endverbraucher auch deutlich gelistet, wo die Lebensmittel regionaler Erzeuger herkommen. Und so manch ein WEZ-Markt ist laut Medienberichten gar mit Motiven regionaler Vereine “dekoriert”.
Was also könnten Sie als Fleischer/Metzgermeister tun, bzw. wie könnte ein Fleischer/Metzgermeister Sie als Endverbraucher auch in Zukunft besonders erfreuen?
Die Eingrenzung = relativ enge Fassung Ihrer Region, ergänzt durch phantasievolle, lokale Namensgebungen von Fleischereiprodukten sind ein erster Ansatzpunkt, die Supermärkte-Angriffe zu unterlaufen. (Vgl. hierzu den Fleischer/Metzgerblog-Beitrag „Die Verwässerung des Regionalitäts-Begriffs“ inkl. Kommentare vom 20. November 2009.) Des Weiteren könnten Sie als Fleischermeister Ihre meisterliche Kreativität einbringen, Ihre regionalen/lokalen Produkte durch Hinweis auf handwerkliche (Tages-)Frische unverwechselbar zu machen. Auch könnte zusätzlich ein regionales Convenience-Produkt mit handwerklicher (Tages-)Frische eine profilierende Nutzen-Kombination bewirken, die an den Lokal-Patriotismus des Kunden appelliert und zudem Zeitgewinn und Geschmacksvorteil verspricht.
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)












