Juli 24, 2008 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt
Sehr geehrter Herr Metzger/Fleischermeister,
immer dann, wenn ich Metzger/Fleischermeister in anderen Städten aufsuche, nutze ich die Gelegenheit, die jeweilige innerstädtische Einzelhandels-Struktur zu beurteilen. Besonders aufschlussreich ist es dabei für mich immer dann, wenn ich aufgrund früherer Besuche die Möglichkeit habe, die strukturelle Entwicklung in der Fußgängerzone zu verfolgen.
Auffällig ist für mich dabei zumeist, wie sich die Außen-Gastronomie kontinuierlich vergrößert. So gibt es Städte, in deren Fußgängerzone Tische und Stühle von Cafés, Eisdielen und Coffee-Shops von Jahr zu Jahr immer ein wenig weiter in die Laufzone der Fußgänger geschoben werden. Auch wird so manch ein innerstädtischer Marktplatz in ähnlicher Weise von Gastronomie-Betrieben „erobert“. Die Folge: Für Fußgänger bleiben nur noch schmale Gehwege. So gibt es in Leipzig bereits eine Straße, die durchlaufend von einer zur anderen Straßenseite mit (Gastronomie-)Tischen und –Stühlen „bestückt“ ist. Von den Fußgängern ist höchste Konzentration gefordert, wenn sie diese Gastrozone von Anfang bis Ende durchlaufen. – So manch ein Flaneur mag das nun genießen, da das Ganze auch ohne jede Frage einen gewissen Charme hat.
Ich jedoch versetze mich gern in die Situation eines in einer derartigen Infrastruktur niedergelassenen Einzelhandelsgeschäfts oder insbesondere eines dort ansässigen Fleisch-Fachgeschäfts. Und überlege, wie dem betreffenden Betriebsinhaber wohl zumute sein würde, wenn er früher oder später eine der folgenden Konstellationen vorfände, die ich jüngst in NRW und Hessen beobachten konnte:
Da gibt es zum Beispiel in einer Fußgängerzone ein Geschäft für DOB, das bei einer Schaufensterlänge von etwa sechs laufenden Metern genau zwischen zwei Eisdielen angesiedelt ist. So weit, so schön; - schließlich bringen die Eisdielen vielleicht sogar diesen oder jenen zusätzlichen Kunden. Jedoch: Die Eisdielen ziehen ihre Tische und Stühle bis zu vier Meter tief in die Fußgängerzone und drängen dadurch die Passanten eben diese vier Meter auch von den Schaufenstern des dazwischen liegenden DOB-Geschäfts weg, da der Mensch nun mal gern geradeaus geht.
Extremfall: Ein Café hat seine Außenbestuhlung bei vier Metern Tiefe nicht nur vor seinem eigenen Geschäft platziert sondern - unter Beibehaltung der Tiefe - auch in voller Länge vor den Schaufenstern eines daneben liegenden Einzelhändlers. Will man diesen Einzelhändler aufsuchen, muss man von der Laufzone kommend durch die Tisch- und Stuhlreihen des Cafés gehen. Ich halte das für eine recht ungewöhnliche Situation.
Fragen:
Haben Sie schon mal über eine entsprechende Ausdehnung Ihres Verzehrbereichs nachgedacht?
Oder gibt es aus Ihrer Sicht Sinn, dieses Feld Eisdielen, Coffeeshops und Cafés zu überlassen?
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischerblog-Moderator)
P.S. Gern können Sie auch diesen Beitrag sachbezogen kommentieren. Hierzu klicken Sie zunächst unterhalb dieses Beitrags auf “… Kommentare”. Sie setzen sodann im aufgerufenen Bereich “Eine Antwort hinterlassen” Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse und gegebenenfalls auch Ihre URL ein. Im großen Leerfeld schreiben Sie Ihren Kommentar und klicken auf “Kommentar senden”. - Fertig -
Schlagworte: Infrastruktur, Metzger-Blog, Fleischerblog, Fleischer Blog, Fleischermeister, Metzgermeister, Gastronomie, Coffeeshop, Struktur, Außen-Gastronomie, Einzelhandels-Struktur
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus, Infrastruktur | Keine Kommentare »
Juli 20, 2008 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt
Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
Konsum- und Einkaufsgewohnheiten ändern sich. Deutschland wird älter, die Wohnbevölkerung schrumpft. Das durchschnittlich verfügbare Einkommen des Einzelnen verringert sich. Zudem schränken auch derzeit hohe Benzin- und Gaspreise die Mobilität des Einzelnen stark ein.
Jedoch: Ungewöhnliche (Markt-)Situationen haben schon immer die Kreativität innovativer Unternehmer angeregt. So stellte sich auch Daniel Otte aus der Landfleischerei Otte GbR im niedersächsischen Uslar-Schönhagen die aktuelle Frage: ‘Durch welchen zusätzlichen Service kann ich insbesondere die nur noch eingeschränkt mobilen Verbraucher unter meiner treuen Kundschaft erfreuen?’
Es stellte sich in den ersten diesbezüglichen Kundengesprächen schon bald heraus:
Ein
Lieferservice bis vor die Haustür
wird insbesondere von einer bedeutenden Zielgruppe geschätzt, die durch folgende Merkmale bzw. Wünsche gekennzeichnet ist.
Diese Kundengruppe erwartet:
Einfache Bestellmöglichkeit
Überschaubarkeit in der Sortiments-Auswahl
Besondere Produkt-Frische
Termin-Sicherheit bei der Belieferung
Stressfreiheit in der Abwicklung
Als erstes kommunizierte man diesen Wurst-Lieferservice, indem man zunächst einen farbigen DIN A4-Zweiseiter entwickelte, auf dessen Vorderseite diese Dienstleistung herausgestellt wurde. Auf der Rückseite wurde das Grund-Sortiment mit Preisen gelistet. Der Auslieferungsbereich war schnell über Angabe von Postleitzahlen abgesteckt – und die Fahrtroute festgelegt. Dieser Flyer liegt inzwischen im Ladengeschäft aus. Blieb die Beantwortung der Frage:
Wer liefert aus? – Landfleischerei Otte oder ein Kurierdienst?
Nach kritischer Abwägung der Vor- und Nachteile entschied man sich für einen regionalen Kurierdienst, der die frische und gekühlte Ware direkt ins Haus des Kunden bringt. Die Lieferungen erfolgen zur Zeit immer donnerstags in eng abgegrenzten und auf bestimmte Postleitzahlen abgestimmten Zeiträumen. Durch Einschaltung des Kurierdienstes – so Daniel Otte – sei es möglich, pro Wurstpaket bis 30 Kg die Kostenpauschale konstant und relativ niedrig zu halten. Neben herzhaften hausgemachten Würsten und erlesenen Fleischwaren erfreue sich inzwischen auch der deftige Donnerstags-Eintopf reger Nachfrage.
Die Bestellungen können per Telefon, Fax oder eMail aufgegeben werden. Soweit Daniel Otte.
Erfolgsgründe
a) Sonder-Service bis vor die Haustür:
Der Kunde fühlt sich respektiert.
b) Zusätzliche Abgrenzung gegenüber Supermärkten und Discountern:
Denn ein solcher Lieferservice zählt überwiegend nicht zum Dienstleistungsprogramm dieser beiden Geschäftsmodelle.
c) Garantierte Frische:
Es werden nur tagesaktuelle Produkte ausgeliefert.
d) Risiko-Minimierung:
Hier handelt es sich um einen Sonder-Service mit relativ niedriger Einstiegshürde, da die entscheidende (Lieferwagen-)Investition einem Kurierdienst überlassen worden ist.
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Schlagworte: Benzinpreise, Eintopf, Fleischerblog, innovativ, Kundengruppe, Kurierdienst, Lieferservice, Metzgerblog, Metzgerfrische, ZIelgruppe
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus, Erfolgs-Modelle (19) plus, Profilierung, Wertschöpfung | 4 Kommentare »
Juli 16, 2008 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

“Gekochte Mettwurst”
Foto: mit freundlicher Freigabe durch
Hagesüd Interspice Gewürzwerke GmbH & Co. KG
Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
sicherlich stehen auch Sie als Betreiber eines eigenen Webshops immer wieder aus Neue vor der Herausforderung, insbesondere Ihre aktuellen Produkt-Kreationen optimal Ihrer Kundschaft im Netz zu präsentieren. Hierbei stehen viele Ihrer Kollegen und vielleicht auch Sie zumeist vor der Überlegung, die betreffenden Produkt-Fotos mit eigener Digi-Cam selber zu machen oder von einem Fachmann gegen Entgelt machen zu lassen.
In diesem Zusammenhang erreicht die Blog-Administration jetzt eine Nachricht von Fleischermeister Daniel Otte aus der Landfleischerei Otte in 37170 Uslar-Schönhagen, über die ich mich sehr gefreut habe. Bestätigt die unaufgeforderte Kontaktaufnahme doch einerseits die ständig steigende Bedeutung des Blogs, während zugleich der Hinweis auf eine – unter bestimmten Konditionen – freie Bilddatenbank für Sie als Fleischer/Metzgermeister beachtenswert ist und deshalb hier sogleich aufgegriffen wird:
Unter der URL www.promedien.de/hagesued/index.php steht Ihnen als Fleischer/Metzgermeister unter bestimmten Voraussetzungen eine Bilddatenbank zur Verfügung, die zur Zeit 339 Bilder in 29 Kategorien aufweist. Diese Kategorien umschließen u. a. verschiedene Sorten Wurst wie Bratwurst, Brühwurst und Rohwurst bis hin zu Pökelwaren, Sülzen und Convenience-Gerichten wie z. B. Hackfleischgerichte, Pfannengerichte und Snacks.
Gemäß Mitteilung des Daniel Otte hat man als Fleischerei/Metzgerei und Kunde der Gewürzwerke Hagesüd wohl die Möglichkeit, in gewissem Umfang einzelne (Produkt-)Bilder kostenlos herunter zu laden und in seinem eigenen Webshop und/oder in einem Regional-Portal zu veröffentlichen.
Wie Helmut Müller, Marketing-Leitung Gewürzwerke Hagesüd hierzu mitteilt, legt man hierbei allerdings Wert auf „partnerschaftliche Zusammenarbeit“. Das heißt, es sollte für beide Seiten eine Win-Win-Situation dabei herausschauen.
Der Interessent startet hierzu bei Hagesüd eine Anfrage zum Download der von ihm favorisierten Bilder – und erhält in aller Regel einen Rückruf der Marketing-Abteilung, um das Procedere abzustimmen. Bei entsprechender Übereinkunft würden im Einzelfall sodann die ausgesuchten Bilder - ohne das Hagesüd-Logo - per eMail zugesandt. Bei großer Datenmenge ist wohl auch eine CD möglich.
Laut Information des Daniel Otte ist die Qualität der Fotos ansprechend. Und ganz offenbar gelingt es der Landfleischerei Otte immer besser, die entsprechenden Produkte auch in ihrer faktischen Anmutung nach Form und Farbe auf die betreffenden (Foto-)Darstellungen abzustimmen.
Wenn ich jetzt auch Ihr Interesse geweckt habe, schauen Sie doch einfach mal rein unter www.promedien.de/hagesued/index.php und klicken dort z. B. auf die Kategorie Leberwurst mit derzeit insgesamt 51 Abbildungen.
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Links:
www.hagesued.eu
www.promedien.de/hagesued/index.php
www.fleischerei-otte.de
Schlagworte: Bilddatenbank, Fleischer Blog, Fleischermeister, Kreation, Marketing, Metzger-Blog, Metzgermeister, Produkt-Kategorie, webshop, win-win-situation
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus, Kollegen-Rat erbeten (14) plus, Profilierung, Website-Check | Keine Kommentare »
Juli 13, 2008 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt
Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
in Teil eins dieser Serie wurden wesentliche Interessenschwerpunkte der Generation 50plus bereits benannt:
Kommunikation
Gesundheit
Lokal-Patriotismus
Es entsteht die Frage, welche Möglichkeiten sich Ihnen als Fleischer/Metzgermeister bieten, den entsprechenden Wünschen und Erwartungen dieser beständig wachsenden und somit wichtiger werdenden Teil-Zielgruppe mit Ihrem Produkt-Angebot und Ihren Dienstleistungen zu entsprechen. Wichtig hierbei ist zu wissen: Das Konsumverhalten älterer Menschen ändert sich mit zunehmendem Alter beträchtlich. Das Besondere daran: Es ist den meisten nicht bewusst. Je besser Sie jedoch die (unbewussten) altersbedingten Kernwünsche dieser Kundengruppe mit Ihrem Angebot zu erfüllen versprechen, umso erfolgreicher werden Sie sein.
Fakt ist:
Die Mobilität älterer Menschen nimmt ab.
Die Sehfähigkeit lässt nach.
Neue Informationen werden schwerer aufgenommen und langsamer verarbeitet.
Entsprechend schwerer wird es, bei dieser Kundengruppe Wünsche zu wecken und diese der Zielgruppe auch bewusst zu machen.
Der Wunsch nach Sicherheit und Verlässlichkeit ( = Vertrauen in Herkunft und Konsistenz ihrer Erzeugnisse) nimmt zu.
Ein (vermeintliches) Über-Angebot an Produkt-Kategorien und Produkt-Varietäten wirkt verwirrend.
Man wünscht eine gewisse Ordnung und Überschaubarkeit.
Und: In aller Regel steigt auch der (zeitliche) Beratungsbedarf
Die Frage entsteht:
Wie können Sie sich und Ihre Fleischerei/Metzgerei auf diese Fakten und die damit verbundenen Wünsche und Erwartungen einrichten?
Ein erster wesentlicher Ansatzpunkt liegt hier im Bereich der Kommunikation. Alle Bemühungen sind deshalb von Bedeutung, die der Steigerung der Wohlfühl-Atmospähre in Ihrem Ladengeschäft dienen.
Zum einen:
Dieses Ziel erreichen Sie am ehesten, indem Sie dieser Teil-Zielgruppe überdurchschnittlich viel Zeit widmen, nämlich viel Zeit für (Gesundheits-)Beratung in Kombination mit wechselseitigem „Informations“-Austausch. Je besser Sie beraten, umso eher treffen auch ältere Menschen eine Entscheidung.
Ferner:
Ein älterer Mensch liebt Vertrautes. Diese Aussage gilt nicht nur für Ihr Ladengeschäft und Ihr Waren-Angebot sondern auch für Ihr Verkaufs-Team. Je länger Ihr Personal bei Ihnen beschäftigt ist und je näher das Personal altersmäßig der Teil-Zielgruppe zumindest nahe kommt, umso besser ist das für Kommunikation, Vertrauen und letztlich Umsatz.
Des weiteren:
Schaffen oder vergrößern Sie die Möglichkeiten, die Verweildauer in Ihrer Fleischerei zu erhöhen – und zwar ohne den Eindruck zu erwecken, der (ältere) Kunde müsse Zeit mit Warten verbringen. Das wäre nämlich kontraproduktiv, denn insbesondere ältere Leute werden leicht ungeduldig, wenn man sie ihrer Meinung nach schlicht warten lässt. Kommen Sie vielmehr dem betreffenden Kundenwunsch nach einfachem, bequemem und stressfreiem Einkaufen entgegen, indem Sie Ihre SB-Convenience-Abteilung mit Wurstwaren und Fertiggerichten in Dosen oder Gläsern übersichtlich bestücken.
“Übersichtlich” heißt hier: Begrenzen Sie die Wahlmöglichkeiten. Verwenden Sie ferner gut lesbare Schrift auf Produkten und Schildern. (Aber legen Sie auf keinen Fall Leselupen aus! Ein älterer Mensch jenseits der 60 fühlt sich heutzutage bis zu 15 Jahre jünger als seinem biologischen Alter entspricht.)
Diese Serie wird fortgesetzt. Ich würde mich freuen, von Ihren Erfahrungen und Empfehlungen zu lesen.
Herzliche Grüße
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Links:
Serie: Die Zielgruppe 50plus - Teil eins
Schlagworte: Metzgerblog, Kundenwunsch, Kernwunsch, Fertiggericht, Fleischer Blog, Gesundheit, Conveneince, Kommunikation, Vertrauen, 50plus, Fleischermeister, Metzgermeister, Sicherheit, Verlässlichkeit, Wahlmöglichkeit, Produkt-Varietät
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus, Profilierung | Keine Kommentare »
Juli 9, 2008 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt

“Palme”
Bildquelle: pixelio.de
Deutschland macht Urlaub. Die ersten Bundesländer haben sich auf die Ferienzeit bereits eingerichtet, andere folgen. Tempo und Dynamik (vielleicht auch Hektik) in den deutschen Städten und Gemeinden lassen spürbar nach. - Die daheim gebliebene Wohnbevölkerung „flaniert“: Cafés und Coffee-Shops werden frequentiert; diverse Einzelhandelsgeschäffte locken mit reduzierten Preisen.
Insbesondere in diesem Jahr ist der Endverbraucher in Deutschland durch signifikant hohe Benzinpreise und eine deutlich gefühlte Inflation verunsichert und hält sich im Konsum zurück. Insbesondere vor diesem Hintergrund ist für Ihre Fleischerei die Frage diesjährig besonders aktuell, ob Betriebsferien sinnvoll sind – und, wenn ja: wie lange.
Sicherlich hat ein ganzjährig durchlaufender Betrieb aus Kundensicht immer den Vorteil der ständigen Erreichbarkeit. So gibt es Fleischereien, die auch auf ihrer Website die ganzjährige Öffnungszeit hervorheben. Zudem gibt es stets einen Teil der Kundschaft, der verärgert zum Wettbewerb abwandert, wenn eine Fleischerei längere Zeit geschlossen hat. Insbesondere jedoch dann, wenn in der Ferienzeit die Frequenz deutlich spürbar nachlässt, könnten Betriebsferien sinnvoll sein. Dabei eignen sich Betriebsferien bzw. die rechtzeitige Ankündigung der Betriebsferien durchaus dazu, über Sonder-Aktionen zuvor Zusatz-Umsatz zu generieren. Convenience-Produkte mit langer Haltbarkeit könnten zum Renner werden, Fleisch könnte vor Beginn Ihrer Betriebsferien tiefkühlfertig vorbereitet werden.
Entscheidend ist auch, wie im Falle eines Webshops Ihres Unternehmens der Onlinekunde reagiert oder reagieren könnte. Denn vielfach erwartet ein Kunde insbesondere in der Ferienzeit, da er vielfach vor verschlossenen Türen steht, zumindest einen durchlaufenden Online-Service.
Haben Sie sich für dieses Jahr bereits entschieden?
Ich grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Schlagworte: Betriebsferien, Convenience, Ferienzeit, fleischer, Fleischerblog, Metzger, Metzgerblog, Online-Service, Sonder-Aktion, tielkühlfertig, webshop
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus, Kollegen-Rat erbeten (14) plus | 1 Kommentar »
Juli 5, 2008 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt
Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
die Medienberichte überschlagen sich:
„Biosprit treibt Lebensmittelpreise in die Höhe.“ – „Der Liter Super kokettiert mit der 1,60 Euro-Marke.“ – „’Gefühlte Inflation’ zwingt Endverbraucher zum Sparen.“
So in etwa lauten die jüngsten Schlagzeilen in regionalen und überregionalen Tageszeitungen.
Fakt ist:
Die Nachfrage nach Energie steigt weltweit.
Ein Großteil der Getreideproduktion in den USA und der EU wird für die Ethanol-Herstellung verwandt.
Ein Großteil des Pflanzenöls fließt in Bio-Diesel.
Folge:
Bio-Energie und Nahrungsmittelproduktion bilden eine große Kontroverse (vgl. Fleischerblog-Beitrag vom 03. April 2008 „Aspekte der Stromversorgung“) und schüren die Verbraucher-Angst vor weiterer (Lebensmittel-)Preisinflation.
Bei aller Kreativität und Innovationsbereitschaft können aber auch Sie als Fleischermeister die Preissteigerungen auf dem Einkaufs-Sektor nicht so ohne weiteres auf den Endverbraucher überwälzen. Steigende Einkaufspreise und nachlassende Konsum-Neigung des Kunden könnten auch Sie veranlassen, nach Auswegen aus der Lebensmittelkrise zu suchen.
Deshalb folgende Überlegung:
Sicherlich gehören auch Sie längst zu den weitsichtigen Fleischer/Metzgermeistern, die den Megatrend Convenience beobachten oder längst aufgegriffen haben. Handwerklich hergestellte „Fertig-Gerichte in Dosen“ oder eigen-produzierte „Wurst in Gläsern“ gehören längst zu Ihrem Sortiment.
Wurden diese Erzeugnisse bisher primär aus Gründen der Bequemlichkeit und Einfachheit bei der Verwendung gekauft, so schiebt sich jetzt vor dem Hintergrund der (Lebensmittel)-Preissteigerungen ein anderer Aspekt in den Vordergrund:
die (jahrelange) Haltbarkeit bei größtmöglicher Frische
Wenn es Ihnen gelingt, durch kompetenten Hinweis auf moderne, schonende Verfahren den Verbraucher von der Schmackhaftigkeit und konservierten Frische Ihrer Convenience-Produkte auch bei zeitlich um Monate hinaus geschobenem Genuss zu überzeugen, hätten auch Sie ein hervorragendes Argument, eine eventuelle Kaufzurückhaltung zu durchbrechen:
Denn:
Es sind Ihre Convenience-Produkte, die dem Endverbraucher ermöglichen, sich durch
monatelange Bevorratung
der derzeitigen Preisspirale zu entziehen.
Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare und grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Schlagworte: Bevorratung, Bio-Diesel, Convenience-Produkt, Ethanol, Fertig-Gericht, Fleischer Blog, Frische, Haltbarkeit, Innovationsbereitschaft, Kreativität, Metzger-Blog
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus, Profilierung | Keine Kommentare »
Juli 1, 2008 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt
Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
sicherlich werden auch von Ihnen kontinuierlich die Umsatzzahlen Ihres Ladengeschäfts abgefragt, die BWAs monatlich vergleichend ausgewertet und die Ergebnisse der Renner/Pennerliste diskutiert. Sie erkennen, was in welchem Zeitraum nachgefragt wird. Die BWAs sagen Ihnen allerdings nichts darüber, warum und vor allem auch nicht, von wem die Produkte gekauft werden. Zwar können Sie auf den ersten Blick einen Stammkunden von einem Gelegenheitskäufer unterscheiden und wissen, wie Sie den einen bzw. den anderen argumentativ zu beraten haben. Zudem ist vielen unter Ihnen auch bewusst: Der überwiegende Teil Ihrer Kundschaft ist weiblich. (Nicht repräsentative) Schätzwerte beziffern den Anteil weiblicher Kundschaft in einer Fleischerei/Metzgerei auf 65 bis 75 Prozent. Das Verhältnis Kundin/Kunde liegt also etwa bei 70/30.
Die Frage ist nur: Wie Ist Ihr Ladengeschäft eigentlich auf diese Tatsache eingerichtet? – Denn: Männer und Frauen unterscheiden sich in Ihren Kaufpräferenzen (zum Teil beträchtlich) voneinander. Es gäbe also durchaus Sinn, die Struktur Ihres Ladengeschäfts inkl. Waren-Präsentation, Beratungs-Intensität, Kommunikation, Auswahl-Möglichkeit und Auswahl-Zeitraum primär auf die weibliche Kundin auszurichten.
Stellen Sie sich deshalb einmal gedanklich vor Ihre Theke und beantworten sich einmal gemeinsam mit Ihrer Frau die Fragen, wer unter Ihren Kunden - Mann oder Frau - zur Zeit bei Ihnen deutlicher angesprochen wird bei:
Wohlfühl-Atmosphäre
Kommunikationsmöglichkeit mit dem Kunden und unter den Kunden
Sortiments-Art, -Umfang und -Präsentation
Auswahl-Zeitraum (bis zum Kauf) und (gewünschte) Verweil-Dauer des Kunden
Sie werden erstaunt sein, wie unterschiedlich Sie beide aus Ihrem jeweiligen Blickwinkel Ihren Betrieb urplötzlich sehen.
Fazit:
Insbesondere dann, wenn Sie den Eindruck gewinnen, die von Frauen favorisierten (zum Kauf anregenden) Elemente seien in Ihrem Ladengeschäft massiv unterrepräsentiert, könnte eine Strategie-Änderung Umsatz-Schübe nach sich ziehen. Denn: Bei Ausrichtung Ihres Ladengeschäfts auf die Präferenzen Ihrer weiblichen Kundschaft würden Sie sich in Zukunft an den Vorlieben der zahlenmäßig größeren Zielgruppe Ihres Betriebes orientieren.
Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare und grüße Sie herzlich
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Schlagworte: Beratung, Fleischerblog, Kauf-Präferenz, Metzgerblog, Präferenz, Renner/Pennerliste, Strategie, Strategie-Änderung, ZIelgruppe
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus, Profilierung | Keine Kommentare »
Juni 27, 2008 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt
Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
vielleicht stehen auch Sie zur Zeit vor wichtigen Unternehmer-Entscheidungen. Vielleicht schieben auch Sie als dringend für notwendig erachtete Umstrukturierungs-Maßnahmen schon seit längerem vor sich her. Denn vielleicht sind folgende Fragen für Sie noch nicht hinreichend beantwortet:
Ist mein Geschäft wirklich zeitgemäß?
Welche Trends sind in meiner Branche angesagt?
Wo bekomme ich repräsentative Auskünfte über das derzeitige Konsumenten-Verhalten?
Wie agiert der regionale oder überregionale Wettbewerb?
Wenn ich jetzt Ihre Aufmerksamkeit gewonnen habe, dann möchte ich Sie auf eine Site aufmerksam machen, deren Kenntnisnahme ich Jeanette Gierl aus der niederbayerischen Hofmetzgerei Alfons Gierl in Geiersthal verdanke: Die URL der betreffenden Site lautet:
www.statista.org
Laut dortiger Aussage führt man zur Zeit über eine Million Statistiken. Das Besondere daran: Alle filterbaren Statistiken geben repräsentative Ergebnisse wieder. Die jeweiligen Partner inkl. Alter der Statistik werden genannt.
Da Sie sicherlich genau wie ich daran interessiert sind zu erfahren, was es alles so auf dem Gebiet von Fleisch und Wurst für Erhebungen bzw. Erkenntnisse gibt, sollten wir im folgenden einmal gemeinsam einen kleinen virtuellen Rundgang machen.
Hierzu rufen Sie bitte auf
www.statista.org
und geben im dortigen Suchfeld z. B. das Wort „Wurst“ ein. Sie erhalten dort sodann zum Suchbegriff „Wurst“ derzeit neun Statistiken. Einige daraus geben Ihnen z. B. Antwort auf die Frage an den Endverbraucher:
„Wie häufig essen Sie persönlich Wurst?“
oder
„Worauf achten Sie persönlich beim Kauf von Wurstwaren?“
Oder
„Wie häufig kaufen Sie Wurstwaren in Dosen/Gläsern für Ihren Haushalt ein?“
Auch könnte Sie unter konkurrenz-politischen Gesichtspunkten (Supermärkte, Discounter) interessieren, wie häufig der Konsument „verpackte Wurstwaren für seinen Haushalt“ einkauft.
Festgemacht am Beispiel 1) „Genusshäufigkeit von Wurst“ sehen Sie nach Aufruf der dortigen Tabelle die prozentuale Verteilung (Wertschätzung der Konsumenten) in sieben Sektoren von „so gut wie nie/nie“ über „seltener“ und andere bis hin zu „mehrmals pro Woche“ und „täglich“.
Über eine Filterauswahl können Sie die Konsumenten gar nach Alter, Geschlecht, Einkommen, Bundesland und Familienstatus differenzieren.
Schon durch Aufruf der oben genannten vier Statistiken werden Sie sicherlich die ersten interessentan Rückschlüsse auf Ihren Betrieb und Ihre Marktposition ziehen können.
Selbstverständlich können Sie die Suchbegriffe variieren und online anderes für Sie Bedeutungsvolle abfragen.
Abschließend noch eine Besonderheit:
Laut Eigenaussage verlinkt Statista.org gern auf andere Websites, also zum Beispiel auch auf Ihre URL, wenn Sie Statista in „Texten und Beiträgen zitieren“.
Ich grüße Sie herzlich und freue mich auf Ihre Kommentare.
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Schlagworte: Fleischer Blog, Konsumenten-Verhalten, Marktposition, Metzger-Blog, Statistik, Umstrukturierung, Unternehmer-Entscheidung
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus | Keine Kommentare »
Juni 24, 2008 by Ludger Freese

Unsere Kunden müssen sparen. Die Treibstoffkosten für das Auto, die Gaspreise, die Stromkosten usw. alles wird täglich teurer und steigt unaufhaltsam. Logisch, dass der Verbraucher gereizt reagiert und entsprechend versucht mit seinem Einkommen auszukommen. Das zeigt sich im gesamten Einzelhandel durch Kaufzurückhaltung. Die Stimmung bei den Kunden ist nicht auf Konsum gerichtet, sondern auf Sparen und Verzichten.
Als Inhaber eines kleinen Fleischer-Fachgeschäftes merke ich die Stimmung sehr genau. Kunden bleiben weg, kaufen nicht mehr regelmäßig ein oder kaufen sehr preisbewusst ein. Vier Cent Preiserhöhung an der Zapfsäule merke ich ganz deutlich an der Ladentheke. Wenn 15 Kunden am Tag fehlen sind das schnell mal 200.- € Umsatz je Tag. (über 50.000.- € im Jahr) Ich kann die Kundschaft sogar verstehen: einmal Volltanken kostet schnell 100.- € und wer auf ein Fahrzeug angewiesen ist, wird sich überlegen, ob er Fleisch und Wurst weiterhin im Fachgeschäft holt, seine Kleidung in der Boutique kauft oder den teuersten Friseur besucht.
Die Situation spielt den Großen und den Discountern genau in die Arme. Die Märkte auf der grünen Wiese werden immer größer, die Innenstädte bluten aus und der Einzelhandel bricht weg. Die Situation ist nicht unbedingt motivierend, denn die Fleischereien müssen auch die Preise erhöhen, um die gestiegenen Kosten zu begegnen.
Wie reagieren Ihre Kunden auf das immer dünner werdende Portemonnaie? Welche Maßnahmen ergriffen Sie, damit die Kundenzahl nicht sinkt? Wie reagieren ihre Mitbewerber in der Nachbarschaft? (Bäcker, Bekleidung, Gaststätten, Dienstleistungsbetriebe)
Ich freue mich auf eine lebhafte Diskussion hier auf dem Fleischer Blog.
Ihr Ludger Freese
Foto: Ludger Freese, Felta Tankstelle in Visbek
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus, Infrastruktur | 6 Kommentare »
Juni 22, 2008 by Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt
Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
„Die Nachfragemacht der Zielgruppe 50plus wird immer größer.“
„Die „Best Ager“ oder die „jungen Alten“ verfügen über die größte Kaufkraft.“
„Die Konsumentengruppe 50plus verfügt zwar über viel Geld – gibt es aber auch höchst ungern aus.“
So und ähnlich lauten aktuelle Schlagzeilen.
Sollten Sie zu der Gruppe von Fleischer/Metzgermeistern gehören, die die soeben umrissene demographische Entwicklung in Ihre Unternehmens-Strategie einbeziehen, ist es für Ihre Zielsetzung von Bedeutung zu erfahren, welche Wünsche und Erwartungen diese Kundengruppe ans Leben hat. Und welche dieser Wünsche und Erwartungen Sie wie mit Ihrem Produkt-Angebot und Ihrer Dienstleistung erfüllen können.
Einen bedeutsamen Einblick, welche Themen für diese Kundengruppe aktuell von Bedeutung sind, erhalten Sie, wenn Sie auf das Portal der Feierabend Online Dienste für Senioren AG klicken. Zu den derzeit bedeutendsten Themen zählen dort u. a. Kommunikation ( wie z. B. „Kontakte knüpfen“ oder „Fotowettbewerb“) und Gesundheit („Gedächtnis-Test“ oder „Besser-Hören-Studie“). Besondere Aufmerksamkeit wird auch dem Themenbereich „Regional“ gewidmet.
Das Portal hat laut Eigen-Aussage inzwischen über 130.000 Mitglieder und 98 Regional-Gruppen. Diese Zahlen werden sicherlich auch alle diejenigen unter Ihnen überzeugen, die nach möglichst vielen empirisch unterstützten Erkenntnissen suchen, bevor sie eine Unternehmer-Entscheidung weitreichenden Ausmaßes treffen, wie sie sich am besten auf die Wünsche und Erwartungen der Zielgruppe 50plus mit ihrem Angebot einrichten.
Abschließend eine aktuelle Branchen-Erkenntnis zum erwähnten Thema Kommunikation:
Einer Ihrer mir persönlich bekannten Kollegen sagte mir jüngst, die Anzahl der Kunden in seinem Ladengeschäft häufe sich signifikant, die bei ihm bis zu drei Mal täglich kleinere Einkäufe tätigen.
Ihre Fleischerei als Kommunikations-Zentrum gegen die Einsamkeit? – für manch einen älteren Menschen sind die Gespräche beim Lebensmittel-Einkauf vielfach die einzigen sozialen Kontakte, die er hat.
Diese Beitrags-Serie wird fortgesetzt. Ich grüße Sie herzlich und danke im voraus für Ihren Kommentar. Selbstverständlich sind auch hier wieder insbesondere Konsumenten-Kommentare von Interesse.
Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Blog-Moderator)
Links:
Serie: Die Zielgruppe 50plus - Teil zwei
Schlagworte: 50plus, Best Ager, Feierabend Online Dienste für Senioren, Fleischer Blog, Gesundheit, Kommunikation, Metzger-Blog, Regionalität, Unternehmens-Strategie
Veröffentlicht in Allgemein (131) plus, Profilierung | Keine Kommentare »